Heftige Reaktion

Kabinen-Zoff bei Schalke 04 wegen Gehaltsverzicht? Kapitän Mascarell spricht Klartext

Zoff in der Mannschaft von Schalke 04 wegen Gehaltsverzicht? Kapitän Omar Mascarell dementiert vehement und zieht einen treffenden Vergleich.

Update vom 17. November, 15.24 Uhr: Aufgrund der anhaltenden Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus haben die Profis von Schalke 04 einem erneuten Gehaltsverzicht zugestimmt. Das soll innerhalb der Mannschaft für ordentlich Unruhe gesorgt haben. Kapitän Omar Mascarell widerspricht dieser Berichterstattung nun heftig.

VereinFC Schalke 04
WettbewerbBundesliga
TrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena (Kapazität: 62.271 Zuschauer)

„Ich war sehr sauer darüber, wie teilweise über dieses Thema berichtet wurde“, so der Spanier bei Sport1. Für Mascarell sei die Bereitschaft zum Verzicht selbstverständlich. „Ich sage das aus tiefstem Herzen: Ich verstehe nicht, wenn ein Spieler sich dagegen wehrt, auf 10, 15 oder 20 Prozent seines Gehalts zu verzichten“, so Mascarell.

Dabei zog der Mittelfeldspieler einen Vergleich zu seiner Heimat, wo die Menschen zehn bis zwölf Stunden täglich für „600 Euro“ im Monat schuften würden. Vor einigen Wochen kam die Schalker Vereinsführung auf die Spieler mit der Bitte um Gehaltsverzicht zu. „Wir haben uns beraten und gesagt: ‚Okay, es sind schwierige Zeiten da draußen, wir müssen helfen!‘“, berichtet Mascarell.

Gehaltsverzicht: Schalke-Profis beklagen Geld-Verschwendung der Bosse

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Sportlich läuft es beim FC Schalke 04 derzeit nicht rund. 23 Spiele ist der Fußball-Bundesligist nun schon ohne Sieg. Doch auch neben dem Platz halten die Probleme an. Insbesondere Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider dürfte ob der anhaltenden finanziellen Sorgen des Klubs nicht zur Ruhe kommen.

Erst vor einer Woche hatte er den Gehaltsverzicht der Profis ausgehandelt. Schließlich fehlt Schalke in der Corona-Krise Geld. Doch das Verständnis der Spieler hält sich in Grenzen. Denn die haben ihre ganz eigene Kritik an den Ausgaben des Vereins.

Schalke-Stars gegen Gehaltsverzicht in Corona-Krise: Ohne Fans im Stadion fehlen Einnahmen

Die Profis hatten bereits nach dem Beginn der Corona-Pandemie einem Gehaltsverzicht murrend zugestimmt. Damals lautete die Devise, dass die Schalke-Profis nur bis zum Ende der Spielzeit 2019/20 auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müssten. Zum Saisonstart wurden die Akteure zunächst wieder normal bezahlt - vermutlich auch wegen der Hoffnung des Vereins, bald durch Zuschauereinnahmen wieder Geld einzunehmen.

Pustekuchen. Die Corona-Infektionszahlen blieben oben, weshalb ein Spielbetrieb mit mehr als 300 Stadionbesuchern nicht möglich wurde. Und auch für die nächsten Monate zeichnet sich kein Ende der Geisterspiele ab.

Zwangsläufig muss sich Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider deshalb mit den Fehlern der Vergangenheit befassen. Beim Thema Geld hagelt es nämlich nicht nur mediale Kritik - auch innerhalb des S04-Kaders gab es zuletzt einen heftigen Zoff über die Ausgaben, die Schalke 04 tätigte und tätigt.

Schalke-Profis gegen Gehaltsverzicht in Corona-Krise: Stars kritisieren unnötige Ausgaben

Inzwischen haben die Spieler dem Gehaltsverzicht zugestimmt, der seit August regelmäßig auf der Agenda stand. Schon damals hatte Jochen Schneider versucht, den Spielern klar zu machen, in welch schwieriger Situation sich der Klub befindet. Für die Führungsspieler war das in Ordnung, aber nach Informationen der Sport Bild eben nicht für alle Stars.

Manche Spieler reagierten jedoch widerborstig. Sie wollten den Gehaltsverzicht, über den auch Ruhr24.de* berichtet, demnach nicht einfach so hinnehmen. Ihre Begründung: Schalke würde völlig unnötige Ausgaben tätigen. Darunter fassten sie etwa Spielergehälter für Profis, die gar nicht mehr auf Schalke spielen sowie beträchtlich hohe Abfindungen.

Schalke-Spieler gegen Gehaltsverzicht in Corona-Krise: Die konkreten Kritikpunkte der Profis im Überblick

  • Ex-Trainer David Wagner (49) erhält weiterhin sein Gehalt vom FC Schalke 04 – laut Medienberichten rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr bis zum Vertragsende im Juni 2022.
  • Sebastian Rudy (30) soll sogar trotz Leihe zur TSG 1899 Hoffenheim knapp 2,5 Millionen Euro Gehalt bekommen haben. Ähnlich soll es übrigens auch in der Saison 2020/21 beim Mittelfeldspieler aussehen, der erneut zu den Kraichgauern verliehen wurde.
  • Der an den 1. FC Köln verliehene Mark Uth (29) bekam angeblich weiterhin ein Gehalt von einer Million Euro vom S04 überwiesen, obwohl er nicht für Schalke spielte.
  • Stürmer Guido Burgstaller (31) soll eine Abfindung von knapp einer Million Euro bekommen haben, bevor er zum FC St. Pauli wechselte.

Nicht nur, dass die Schalke-Spieler deshalb lange mit Sportvorstand Jochen Schneider im Clinch gelegen hätte - auch innerhalb der Mannschaft sei es zu einem heftigen Zoff gekommen. So konnten es Führungsspieler um Omar Mascarell und Benjamin Stambouli nicht verstehen, wieso die Spieler beim Gehaltsverzicht nicht mitziehen würden. Es bildeten sich dem Bericht zufolge zwei Lager in der Mannschaft.

Angeblich hätten die Führungsspieler sich geweigert, die Vorbehalte des anderen Lagers an die Schalke-Bosse zu tragen. Sie sollten der Klubführung ihr Anliegen selbst darlegen, was die Spieler dann jedoch aus Angst vor möglichen Konsequenzen nicht taten, wie die Sport Bild berichtet. Anschließend hätten dann aber doch alle den Gehaltsverzicht von zehn Prozent akzeptiert. Zu den Spielern, die sich zwischenzeitlich geweigert hatten, gehörten demnach vor allem Profis, die schon seit mehreren Jahren beim Klub aktiv sind.

Jochen Schneider gibt entgegen den Berichten der Sport Bild an, dass die Gespräche um den Gehaltsverzicht mit den Spielern sehr harmonisch verlaufen seien.  „Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft, sondern immer ein konstruktives Miteinander“, teilte der Sportvorstand mit. - *Ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare