Sportvorstand verkündet

Schalke einigt sich mit Profis auf Gehaltsverzicht - Schneider spricht über angeblichen Zoff

Schalke 04 hat sich mit seinen Spielern auf einen Gehaltsverzicht geeinigt. Gab es zuvor Zoff? Sportvorstand Jochen Schneider spricht Klartext.

Update vom 6. November, 8.38 Uhr: Das Streit-Thema auf Schalke ist vom Tisch. Bei der Frage des Gehaltsverzichts mit seinen Profis hat der Verein laut Sportvorstand Jochen Schneider „einen sehr guten, einvernehmlichen Kompromiss gefunden“. Wie Schneider der WAZ sagte, gelte die Regelung für „den Zeitraum 1. August 2020 bis 30. Juni 2021“, also rückwirkend und auch bis zum Saisonende. Laut Kapitän Omar Mascarell ist die Angelegenheit „unkompliziert geregelt“ worden.

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
Stadion/ArenaVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

Auf wie viel Prozent ihres Gehalts die Profis angesichts der Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie verzichten, verriet der Klub allerdings nicht. Schneider erklärte, es habe „zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft gegeben, sondern immer ein konstruktives Miteinander. Es ist mir ein ausdrückliches Anliegen, hier auch die Zusammenarbeit mit dem Mannschaftsrat und die Haltung des gesamten Teams positiv zu erwähnen.“

Die Bild hatte am Donnerstag über einen Zoff bezüglich eines Gehaltsverzichts der Schalker Profis berichtet haben. Als Hauptursache wurde die „Rückwirkungs-Klausel“ genannt - also dass die Spieler ab dem 1. August auf Teile ihres Gehalts verzichten sollen.

Neuer Zoff auf Schalke? Profis lehnen offenbar Gehaltsverzicht ab - Grund ist eine spezielle Klausel

[Erstmeldung vom 5. November] Hamm - Es läuft nicht rund bei Schalke 04. In der Bundesliga sind die Königsblauen seit 22 Spielen ohne Sieg, hoffen im so wichtigen Keller-Duell am Samstag bei Mainz 05 auf die sportliche Wende - nachdem die Mannschaft immerhin im Pokal-Nachholspiel gegen Viertligist Schweinfurt (4:1) Selbstvertrauen sammeln könnte.

Schalker Profis und Gehaltsverzicht: Mannschaftsrat lehnt Vorschlag von Jochen Schneider ab

Doch als wäre das sportliche Dilemma auf dem Rasen nicht genug, kommt Schalke wohl auch jenseits des Grüns nicht zur Ruhe. Es geht - wie schon im Frühjahr - um einen Gehaltsverzicht des S04-Kaders, damit der klamme Revierklub (über 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten) in Zeiten der Coronavirus-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen Geld sparen kann. Doch die Profis lehnen offenbar ab.

Nach Informationen der Bild habe Schalkes Chefetage um Sportvorstand Jochen Schneider (50) dem Mannschaftsrat der Königsblauen im Kapitän Omar Mascarell (27) vorgeschlagen, dass die Profis rückwirkend ab August auf rund zehn Prozent ihres Gehaltes verzichten.

Schalker Profis lehnen Gehaltsverzicht ab - wegen „Rückwirkungsklausel“

Die Spieler hätten dies abgelehnt. Vor allem, die das Blatt berichtet, wegen der „Rückwirkungsklausel“, mit der die Schalker Profis nicht einverstanden seinen. Doch das sei noch nicht alles gewesen.

Demnach hätte Schalkes Sportvorstand Schneider den Spielern angeboten, ihnen ein Teil der zehn Prozent wieder zurückzuzahlen - und zwar dann, wenn S04 wieder mit Zuschauerzahlen in die Gewinnzone käme. Das wäre dem Bericht zufolge bei einer Mindestauslastung der Arena von 22.000 Fans der Fall. Ein Gehaltsverzicht light sozusagen.

Gehaltsverzicht auf Schalke: In der ersten Corona-Welle stimmten die Profis noch zu

Doch das scheint ohnehin sehr unrealistisch. Die zweite Corona-Welle breitet sich immer weiter aus. Dass kurz- bis mittelfristig wieder so viele Zuschauer in die Arena kommen würden, ist aktuell eine reine Wunschvorstellung aller Bundesliga-Klubs.

Im Frühjahr, während der ersten Corona-Welle, war die Bereitschaft der Schalker Spieler auf einen Gehaltsverzicht noch größer. Damals waren es sogar 30 Prozent (15 Prozent Verzicht, 15 Prozent Stundung bis zur Rückkehr der Fans ins Stadion. Laut Bild sparte der Klub mit diesen Maßnahmen rund zehn Millionen Euro ein.

Und diesmal? Offen. Nach dem so wichtigen Spiel am Samstag in Mainz soll es weitere Verhandlungen bezüglich eines Gehaltsverzicht zwischen Schneider und dem Mannschaftsrat um Kapitän Mascarell geben.

Für einige Anhänger ist die Ablehnung des Gehaltsverzicht der Schalker Spieler jedoch nicht nachvollziehbar. Auf Twitter äußerte sich ein User: Die „Spieler sind in der Lage, ihren Verein auf unterschiedlichen Ebenen zu ruinieren. Auf dem Platz mit desolater Leistung, neben dem Platz mit skandalösem Gehaltsgejammer. 10% ist echt viel #S04 schämt euch.“

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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