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Schalke und Gazprom: Klub trifft Entscheidung bei Trikots

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Von: Marcel Guboff

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Schalke 04 hat infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine eine Entscheidung getroffen, wie der Klub mit seinem Hauptsponsor Gazprom umgeht.

Update vom 24. Februar, 14.32 Uhr: Der FC Schalke 04 hat mit Blick auf den russischen Angriff auf die Ukraine eine Entscheidung getroffen: Die Königsblauen nehmen fortan den Schriftzug seines Hauptsponsors Gazprom von den Trikots. Dieser Schritt sei nach Gesprächen mit Gazprom Germania erfolgt, teilte der Verein mit.

Stattdessen wird fortan nun „Schalke 04“ auf der Brust der königsblauen Kicker stehen - beginnend am Samstag beim Auswärtsspiel der Mannschaft von Cheftrainer Dimitrios Grammozis beim Karlsruher SC (13.30 Uhr). Das neue Trikot der Schalker könnte zum Kassenschlager werden, wie Ruhr24* berichtet.

Weitere Angaben zum Sponsoring mit Gazprom machte Schalke nicht. Der Verein werde über weitere mögliche Schritte „zu gegebener Zeit informieren“.

Schalke und Gazprom: Klub hält vorerst an Partnerschaft fest - Beratungen laufen

[Erstmeldung] Hamm - Bislang hat der FC Schalke 04 noch keine Konsequenzen gezogen, was den russischen Hauptsponsor Gazprom betrifft. Inwieweit der Überfall Russlands auf die Ukraine Auswirkungen auf die weitere Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Sponsor hat, ließ der Zweitligist zunächst offen.

FußballvereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Arena/StadionVeltins-Arena

Schalke und Gazprom: Klub hält vorerst an Partnerschaft fest - Beratungen laufen

„Wir verstehen die Fragen, die an so einem Tag wie heute gestellt werden und gestellt werden müssen“, sagte Schalkes Klubsprecher Marc Siekmann am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Schalker Auswärtsspiel beim Karlsruher SC (Samstag, 13.30 Uhr/Übertragung live im TV und Stream).

Auch auf Schalke seien sie schockiert gewesen von den Bildern. Durch diese neue Wendung bat er derweil um Verständnis. Der Verein brauche Zeit, „um das zu beraten und zu schauen, was das für Schalke 04 bedeutet“. Erst dann könne sich S04 konkreter äußern.

Die finanziell arg gebeutelten Schalker befinden sich damit in einer Zwickmühle. Die Situation könnte kaum kniffliger sein. Denn das wirtschaftliche Engagement des russischen Energieunternehmens spielt in den königsblauen Planungen eine wesentliche Rolle. Das birgt jede Menge Konfliktpotenzial.

Schalke und Gazprom: Ende der Partnerschaft würde S04 viel Geld kosten

Auf über 200 Millionen Euro belaufen sich die Verbindlichkeiten des FC Schalke 04. Seit nunmehr 15 Jahren läuft die 2007 geschlossene Partnerschaft zwischen Schalke 04 und Gazprom Germania, einer deutschen Tochter des staatlichen russischen Energieunternehmens Gazprom.

Das Logo des russischen Energieunternehmens Gazprom ist auf dem Trainingsgelände des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 zu sehen.
Schalke und Gazprom: Klub hält vorerst an Partnerschaft fest - Beratungen laufen © Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa

Nach Informationen der Bild erhält Schalke von Gazprom in der 2. Liga jährlich neun Millionen Euro. Im Falle des Wiederaufstiegs in die Bundesliga würde der Sponsor jährlich 15 Millionen Euro zahlen. Der demnach bis 2025 geschlossene Vertrag kann allerdings von Gazprom bei Nichtaufstieg 2024 aufgelöst werden. Eine vorzeitige Beendigung der Partnerschaft würde Schalke entsprechend viel Geld kosten. 

Gazprom hielt Schalke auch beim Abstieg in die 2. Liga die Treue

Vor rund einem Jahr, als der Abstieg der Schalker aus der Bundesliga deutliche Konturen angenommen hatte, einigen sich Gazprom und der Klub nach Gesprächen in Russland auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Die Knappen hatten im März 2021 darauf verwiesen, dass Gazprom durch den Abstieg die juristisch fixierte Möglichkeit besaß, den Vertrag zu beenden, stattdessen aber Schalke „die Treue hält“ und die „Vereinbarungen für mindestens drei Saisons gelten.“

Inwieweit der russische Angriff auf die Ukraine zu einem Umdenken auf Schalke führt, bliebt offen. Es dürfte eine Frage der Abwägung sein. Noch vor der russischen Invasion hatte Schalke in einer ersten Reaktion mitgeteilt, sich „seiner besonderen Rolle unter den deutschen Sportvereinen bewusst“ zu sein. Angesichts dieser Worte müssten die Schalker jetzt entsprechend reagieren. *Ruhr24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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