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Wenn Schalke Sponsor Gazprom kündigt: Watzke lässt mit Vorschlag aufhorchen

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Der Ukraine-Krieg erreicht die Bundesliga. Sollte sich der FC Schalke 04 vom russischen Sponsor Gazprom trennen, kann er mit finanzieller Hilfe rechnen. Es gab bereits ein Gespräch. 

Gelsenkirchen - Der Ukraine-Krieg beschäftigt den Profi-Fußball in Deutschland. DFB-Interimspräsident und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke kann sich finanzielle Hilfen für den FC Schalke 04 vorstellen, wenn sich der Zweitligist von seinem umstrittenen russischen Hauptsponsor Gazprom trennen sollte.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
OrtGelsenkirchen

Schalke 04: Finanzielle Hilfe der DFL bei Trennung von Gazprom? Watzke lässt aufhorchen

„Erstmal bin ich sehr froh, dass die Schalker da Haltung gezeigt haben. Ich hoffe, dass sich die auch weiter fortsetzt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Aktuellen Sportstudio (ZDF): „Und wenn es dazu dann auch der Solidarität der anderen Klubs in Deutschland bedarf, um sie aus dieser Situation einigermaßen gut herauszuführen, dann müssen wir darüber diskutieren, wie wir das hinkriegen können“, sagte Watzke, der auch Geschäftsführer des Revier-Rivalen Borussia Dortmund ist. Die klare Haltung, so Watzke, könne „am Ende nur darin münden, denke ich mal, dass man dieses Sponsoring beendet.“

Schalke hatte nach Russlands Angriff auf die Ukraine angekündigt, nicht mehr mit dem Schriftzug des Hauptsponsors aufzulaufen. Im Spiel des S04 beim Karlsruher SC am Samstag (1:1) trugen die Königsblauen Traditionstrikots ohne den Namen Gazprom. Das Sondertrikot ist ab Montag (28. Februar) im Schalker Fan-Shop erhältlich. Das Jersey mit dem Aufschrift „Gazprom“ ist dagegen nicht mehr zu haben.

Schalke 04: Bernd Schröder reagiert auf Watzke-Aussage

Schalkes Vorstandsvorsitzender Bernd Schröder hat auf die Aussage von Hans-Joachim Watzke zum Umgang mit dem Vereins-Hauptsponsor Gazprom reagiert. „Bernd Schröder hat heute mit Aki Watzke telefoniert - es war ein gutes Gespräch. Zu den Inhalten sagen wir vorerst nichts, da bitte ich um Geduld“, teilte der Fußball-Zweitligist am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Vertrag der finanziell klammen Knappen mit Gazprom läuft noch bis 2025. In der 2. Liga sollen vom russischen Gaslieferanten neun Millionen jährlich fließen, bei einem Aufstieg würde die Summe wohl auf 15 Millionen Euro pro Saison ansteigen.

25 Jahre Gazprom
Ein Bild aus der Vergangenheit: Schalker Fan-Choreo mit Gazprom-Schriftzug. © Ina Fassbender/dpa

Um den Weg zu einem neuen Sponsor freizumachen, müsste der FC Schalke den Vertrag mit Gazprom kündigen. Nach Einschätzung des auf Sportrecht spezialisierten Juristen Rainer Cherkeh (Hannover) würde diese Kündigung „einer gerichtlichen Überprüfung standhalten“. „Bei einem Sponsoringvertrag kann jeder Vertragsteil die Vereinbarung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Die aktuelle dramatische Entwicklung dürfte für Schalke 04 ein solches außerordentliches Kündigungsrecht rechtfertigen, und zwar vor allem deshalb, weil die Russische Föderation den Gazprom-Konzern als größter Anteilseigner kontrolliert“, sagte Cherkeh. (sid/dpa)

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