Zwei Jahre Trainer-Manager

Magath und die angebliche Vorahnung: Ex-Trainer nennt Gründe für Beinahe-Pleite von Schalke 04

Zwei Jahre lang war Felix Magath wortführend bei Schalke 04. Bereits damals hatte er eine böse Vorahnung. Nun steht Königsblau am Scheideweg - genau wie damals vor zehn Jahren.

  • Felix Magath attackiert den FC Schalke 04 scharf.
  • Magath war von 2009 bis 2011 als Trainer-Manager in Gelsenkirchen aktiv.
  • Bereits damals hatte er eine düstere Prophezeiung für den Klub. Besonders Clemens Tönnies wird kritisiert.

Hamm - Er kam als frisch gebackener deutscher Meister aus Wolfsburg nach Gelsenkirchen. Felix Magath sollte den im Sommer 2009 als „nicht konkurrenzfähigen“ FC Schalke 04 zurück zu alter Stärke führen. Ein Jahr später feierten die Knappen die Vizemeisterschaft.

NameFelix Magath
Geboren26. Juli 1953, Aschaffenburg
Größe1,72 Meter
Aktuelle Station:Chef von Flyeralarm Global Soccer

Magath, der als Trainer und Manager tätig war und sogar direkt einen Posten im Schalker Vorstand erhalten hatte, wurde als der neue Heilsbringer gefeiert. Doch weniger als zwölf Monate später nach dem erfolgreichen zweiten Platz war Schluss. Magath verließ Gelsenkirchen - mit einer bösen Vorahnung, wie er heute sagt.

„Wir sind dann im ersten Jahr Vizemeister geworden, standen im zweiten im Halbfinale der Champions League und im Finale des DFB-Pokals“, erinnert sich Magath im Gespräch mit der Bild. Schalke 04 gewann den DFB-Pokal dank eines 5:0-Erfolgs gegen den damaligen Zweitligisten MSV Duisburg - ohne Magath. Der wurde kurz zuvor beurlaubt.

Schalke: Felix Magaths Prophezeiung - Tönnies und Co. schuld an Beinahe-Pleite

„Das war den Herren nicht genug, sie hatten bessere Ideen“, kritisiert er den damaligen Vorstand. Rund 36 Millionen Euro hatte Felix Magath vor der Saison 2010/11 für neue Spieler ausgegeben. Schalke 04 erstrahlte mit Real-Legende Raúl und Klaas-Jan Huntelaar in neuem Glanz. Hinzu kam der damals 17 Jahre junge Julian Draxler, der es zusammen mit seinen Teamkollegen gar ins Halbfinale der Champions League schaffte.

Der ehemalige Schalke-Trainer Felix Magath winkt nach dem Bundesligaspiel FC Schalke 04 - Werder Bremen zu den Fans.

Die Basis war, trotz der umstrittenen Transferpolitik von Magath, geschaffen für eine erfolgreiche Zukunft. Viermal in Folge erreichte Königsblau das internationale Geschäft. Ein Höhenflug mitsamt bitterem Absturz, wie sich im Sommer 2020 zeigt.

„Man hat geglaubt, mich entlassen zu müssen - für eine bessere Zukunft.  Als ich kam, hatte der Verein 35 Millionen Euro in den Sand gesetzt, auch durch die hohen Gehälter, die gezahlt wurden.“ Die Spieler auf Schalke hätten „fast alle verdient wie die Könige“, meint Magath: „Das habe ich alles korrigiert.“

Noch nun hätten sie auf Schalke „ie haben Entscheidungen getroffen, die dazu geführt haben, dass Schalke heute wieder da ist, wo er vor zehn Jahren auch war, nämlich fast pleite“, sagt Magath -.- und hat die Schuldigen bereits gefunden: Die Schalker Führungsetage rund um dem jüngst zurückgetretenen Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.

Felix Magath: Schalke 04 steht am Scheideweg - Sparen auf dem Transfermarkt

Klar ist: Schalke 04 hat sich verzockt, wie die Coronavirus-Krise schonungslos offenbart. Verpasst der Traditionsklub aus Gelsenkirchen regelmäßig das internationale Geschäft und bleiben zudem die Erlöse aus dem Ticketverkauf aus, so geht es im höchsten Tempo bergab. Ab jetzt ohne Clemens Tönnies, der für Magath „lange genug beim FC Schalke“ gewesen war.

Wie auch bei Magaths Amtsantritt werden die Knappen als konkurrenzunfähig bezeichnet. Auf dem Transfermarkt lautet Sparen statt Klotzen das Motto. Zudem winkt den Neuverpflichtungen eine Gehaltsobergrenze. Vieles ist wie damals. Schalke steht am Scheideweg.

Rubriklistenbild: © Achim Scheidemann / dpa

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