Europa-League-Partie in Prag: Schalke will mit Geis in die K.o.-Runde

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Roman Neustädter (links) und Johannes Geis beim Training in Prag.

[Update 15.51 Uhr] Köln/Prag - Die Fußball-Profis des FC Schalke 04 sind am Mittwochmittag vom Flughafen Köln/Bonn aus zur Europa-League-Partie bei Sparta Prag aufgebrochen. Die Königsblauen wollen sich am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1) nach dem 2:2 im ersten Vergleich mit einem "Dreier" vorzeitig für die K.o.-Runde qualifizieren. Wieder dabei: der in der Liga rot-gesperrte Johannes Geis. Nicht dabei: Benedikt Höwedes (Mittelhandbruch) und Joel Matip (Hexenschuss).

Als Manager Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter kurz vor dem Abflug nach Prag am Flughafen Köln/Bonn zusammensaßen und sich angeregt unterhielten, wären Unwissende wohl kaum auf die Idee gekommen, dass sich zwischen diesen beiden Männern ein Spalt aufgetan haben soll.

Dennis Aogo und seine Freundin checken zum Flug nach Prag ein.

Sie wirkten eher wie zwei befreundete Geschäftsleute, die vor dem Abschluss eines wichtigen Deals stehen und letzte Details besprechen. „Wir haben tatsächlich nur besprochen, wie wir das Spiel in Prag angehen wollen“, sagte Heldt mit Blick auf die Europa-League-Partie der Knappen am Donnerstag bei Sparta Prag.

Im Falle eines Sieges könnten sich die Schalker in der tschechischen Hauptstadt vorzeitig für die K.o.-Runde qualifizieren. Und vielleicht das Vereins-Umfeld noch ein bisschen mehr befrieden.

Denn einen Tag nach der Pressekonferenz von Horst Heldt, in deren Verlauf der Manager angekündigt hatte, seinen bis Sommer 2016 laufenden Vertrag auf jeden Fall zu erfüllen, sehnten sich alle in der Schalker Reisedelegation nach ein bisschen Ruhe, was diese Personalie angeht.

Allen voran Heldt selbst. „Jetzt weiß jeder Bescheid, wie es weitergeht. Vorher sind wir ja alle jeden Tag danach gefragt worden“, sagt der 45-Jährige, der alles andere als den Eindruck einer „Lame Duck“ vermittelt.

Obwohl sein Job im kommenden Sommer wahrscheinlich vom jetzigen Mainzer Manager Christian Heidel übernommen werden wird, will Heldt die Amtsgeschäfte bis zu letzten Tag seines Angestelltenverhältnisses auf Schalke pflichtbewusst und gründlich erledigen. Zumal er dafür „den klaren Auftrag vom Aufsichtsrat erhalten“ habe.

Auch die Spieler sind froh, dass die Spekulationen um die Zukunft von Heldt vorerst ein Ende haben könnten. „Man bekommt ja mit, dass da einiges abgeht im Verein“, lässt beispielsweise Sascha Riether durchblicken, dass die jüngsten Diskussionen und Schlagzeilen nicht spurlos an der Mannschaft vorüber gegangen waren.

Und Eric Maxim Choupo-Moting sagt: „Es war zuvor ja ein bisschen unruhig.“ Nun scheint es erst einmal ruhig auf Schalke, und ein Sieg in Prag wäre sicherlich förderlich dafür, diesen Status zu aufrecht zu erhalten. Doch Spieler und Trainer sind gewarnt. Im „Hinspiel“ in der heimischen Arena hatte es nur zu einem 2:2 gegen Sparta gereicht.

„Und in diesem Spiel haben wir auch gesehen, was die Prager Fans für einen Stimmung gemacht haben“, sagt Routinier Sascha Riether, der deswegen heute in der Generali-Arena einen Hexenkessel erwartet.

Angesichts des anstehenden, schweren Programms in der Bundesliga mit Spielen gegen Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen ist die Partie gegen Sparta für Riether „noch das – in Anführungsstrichen – leichteste Spiel“.

Verzichten muss Breitenreiter auf Kapitän Benedikt Höwedes, der sich am Samstag beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt einen Mittelhandbruch zugezogen hatte, und nicht mit nach Prag gereist ist. Außerdem fehlt Verteidiger Joel Matip, der an einem Hexenschuss laboriert. Dafür wäre Johannes Geis, der in der Liga derzeit seine Sperre über fünf Spiele absitzen muss, in der Europa League einsatzfähig. "Er wird auf alle Fälle von Beginn an spielen", sagte der Schalker Trainer. Und fügte hinzu: "Er brennt."

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