1:1 beim FC Chelsea

FC Schalke erkämpft sich einen Punkt

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LONDON - Zum Wunder von der Stamford Bridge reichte es nicht ganz, aber zumindest zur ganz dicken Überraschung: Der von vielen Ausfällen geplagte FC Schalke 04 erkämpfte sich durch einen couragierte Leistung im ersten Gruppenspiel der Champions League ein 1:1 (0:1)-Remis beim hoch favorisierten FC Chelsea.

Von Jens Greinke

Während Jens Keller am Mittwochn als bemitleidenswerter Verwalter des personellen Mangels in die Londoner Arena kam, hatte sein Gegenüber Jose Mourinho mehr als nur ein Luxusproblem. Der portugiesische Trainer des FC Chelsea musste entscheiden, welche Stars überhaupt den Sprung in den Kader schaffen sollten.

Schürrle nur in Zivil im Stadion

Die wohl größte Überraschung war, dass Andre Schürrle in Zivil im Stadion erschien, "Mou" hatte ihn noch nicht einmal für die Bank berücksichtigt. In der Startelf der Blues fehlte auch Diego Costa. Der Spanier, der in den ersten vier Liga-Spielen des aktuellen Tabellenführers bereits sieben Treffer erzielt hat, wurde offenbar für das Spitzenspiel am Sonntag bei Manchester City geschont und durch Didier Drogba ersetzt. Ebenfalls aus der Stammelf rutschten Oscar und Cesar Azpilicueta.

Neustädter rutschte in die Viererkette

Jens Keller hatte trotz des unfassbaren Personalmangels das Risiko gescheut, den 18-jährigen Marvin Friedrich in der Innenverteidigung aufzubieten. Dafür postierte der Schalker Coach Roman Neustädter in der Viererkette. Aufgrund dieses personellen Ungleichgewichts zwischen den beiden Teams, musste die erste Halbzeit für die Schalker als durchaus gelungen bezeichnet werden.

Champions League: Chelsea - FC Schalke 1:1

Starker Beginn der Londoner

Die Londoner begannen zwar enorm stark und sorgten vor allem durch den wahnsinnig starken Eden Hazard und Cesc Fabregas für jede Menge Wirbel. Doch die Schalker Notabwehr, die sich Jens Keller zusammengebastelt hatte, stand. Bis zur 11. Minute. Nachdem Fabregas Max Meyer rund 25 Meter vor dem Schalker Tor umgegrätscht hatte, zum Entsetzen der Gäste der Pfiff aber ausblieb, kam der Ball nach einem Doppelpass mit Hazard zurück zum Fabregas, der Fährmann beim 1:0 keine Chance ließ.

Bis zur Pause stabilisiert

Nach diesem unglücklichen Gegentreffer stabilisierten sich die Schalker immer mehr, glichen den Ballbesitz bis zur Halbzeitpause fast aus (49:51 Prozent) und hatten sogar zwei sehr gute Chancen: Einerseits durch einen Weitschuss von Kevin-Prince Boateng (39.), den Thibaut Cortios parierte, andererseits durch einen Schuss von Julian Draxler, der nach schönem Solo gegen vier Gegenspieler aus spitzen Winkel knapp das Gehäuse verfehlte (45.). Auf der anderen Seite scheiterte Fabregas freistehend aus 16 Metern (37.).

Chelsea nach der Pause seltsam lustlos

Aber die Schalker hatten nun gespürt, dass sie durchaus eine Chance haben beim haushohen Favoriten. Der agierte auch in der zweiten Halbzeit seltsam lustlos, zeigte Tempo und Inspiration lediglich nach Einzelaktionen. Als Huntelaar in der eigenen Hälfte den Ball gegen einen nachlässigen Fabregas eroberte, war der Weg zum Ausgleich frei. Draxler trieb den Ball bis zum Strafraum, passte auf Huntelaar, der aus 15 Meter zum 1:1 einschoss (62.).

Mourinho zieht die Notbremse - vergeblich

Jens Keller machte an der Seitenauslinie Luftsprünge. Das Spiel stand nun auf der Kippe, die Schalker dominierten, angetrieben von Draxler und Boateng. Mourinho zog jetzt die Notbremse, brachte seine Superstars Oscar, Diego Costa und Loic Remy. Dennoch blieb es beim 1:1, weil Neustädter erst nach einem Schuss von Remy auf der Linie rettete (76.), danach zeigte Keeper Ralf Fährmann einen Wahnsinns-Reflex gegen Hazard (84.).

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