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Schalke-Fans knallhart: Vorstände und Aufsichtsräte kassieren heftige Quittung

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Von: Sven Schneider

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Bei der Mitgliederversammlung 2022 des FC Schalke 04 wurde über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt. Die Mitglieder waren knallhart.

Gelsenkirchen - Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung 2022 des FC Schalke 04 war euphorisch. Nach einem Jahr in der 2. Liga ist der Gelsenkirchener Traditionsklub zurück im deutschen Fußball-Oberhaus. Neben stehenden Ovationen gab es meistens Zuspruch, aber eben auch harte Worte. Besonders mit Blick in die Vergangenheit waren die anwesenden Mitglieder knallhart.

Schalke: Fans knallhart - Vorstände und Aufsichtsräte werden nicht entlastet

Eingeleitet wurden die Entlastungen durch einen Wortbeitrag eines Fans. „Wir möchten Euch auffordern, die Vorstände und Aufsichtsräte für 19 und 20 nicht zu entlasten“, hatte das Schalker Mitglied auf dem Podium gefordert und noch härtere Konsequenzen in den Raum geworfen. „Man muss diese Personen zur Rechenschaft ziehen und in Regress nimmt“, sagte er weiter und erntete leisen Beifall.

Dass die Forderung nicht völlig aus der Luft gegriffen war, zeigte die anschließende Abstimmung deutlich. So wurde der Schalker Vorstand für das Geschäftsjahr 2019 mit Jochen Schneider, Peter Peters, Alexander Jobst und Christian Heidel nicht entlastet. Ebenso gilt dies für den Vorstand des Geschäftsjahr 2020 mit Christina Rühl-Hamers, Peter Peters, Jochen Schneider und Alexander Jobst.

Ähnlich hart fiel das Urteil der Mitglieder für den Aufsichtsrat für 2019 und 2020 aus. Jeweils unter anderem mit Clemens Tönnies im Aufsichtsrat wurde eben jener nicht entlastet. Zur Einordnung: Eine Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats durch die Mitglieder eines Vereins ist gleichbedeutend mit einem Vertrauensbeweis. Zwar hatte der Schalker Aufsichtsrat vorgeschlagen, die Gremien für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 zu entlasten. Die Abstimmung war jedoch besonders für das erste Jahr deutlich, die zweite musste per elektronischer Hilfe durchgeführt werden. 2020 Stimmen waren gegen eine Entlastung, 1176 dafür.

Schalke: Was passiert, wenn ein Vorstand oder Aufsichtsrat nicht entlastet wird?

Doch was nun? Müssen die Personen, die sich 2019 und 2020 im Schalker Aufsichtsrat und im Vorstand befundenen Personen Konsequenzen befürchten? Grundsätzlich gilt: Mit der Nicht-Entlastung drücken die Schalker Mitglieder Missbilligung für die Arbeit in eben jenem Geschäftsjahr aus. Die Mitglieder behalten sich damit zwar vor, Schadensanspruche später beim Vorstand geltend zu machen. Juristische Schritte müssen die betroffenen Personen nach der Nicht-Entlastung allerdings wohl kaum befürchten.

Klar ist aber auch: Zwar geht der Blick beim FC Schalke 04 klar in die Zukunft. Die Vergangenheit mitsamt Abstieg in die 2. Liga und Beinahe-Insolvenz des Vereins ist aber nicht vergessen - besonders nicht bei den Fans. Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers betonte, Schalke 04 habe die Verbindlichkeiten auf 183,5 Millionen Euro senken können. Aber: „Wir müssen irgendwann auch mal schwarze Zahlen schreiben. Unsere Altlasten machen das nur schwer möglich. Wir sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen und werden es angehen - mit viel Geduld“, so Rühl-Hamers.

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