Nastasic-Transfer

Zähe Verhandlungen mit ManCity

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DOHA - Es schien eine passende Szene, zu der es am Samstagabend im „Qatar Sport Club Stadium“ in Doha kam: Kurz nachdem Schalke-Manager Horst Heldt die Verpflichtung des serbischen Verteidiger Matija Nastasic als so gut wie perfekt gemeldet hatte, erstrahlte im Abendhimmel von Doha ein prachtvolles Feuerwerk.

Das Spektakel galt zwar dem Abschluss des Tennisturniers in der benachbarten Tennisarena, doch hatte es zunächst gut zur Gemütslage von Heldt gepasst. 

„An diesem Wochenende wird es eine Entscheidung geben“, hatte Heldt kurz nach der 0:2 (0:0)-Testspielniederlage gegen Ajax Amsterdam bezüglich des Wechsels von Nastasic von Manchester City zu den Schalkern angekündigt. Eine offenbar zu forsche Einschätzung. Denn der Transfer war am Sonntagabend immer noch nicht in trockenen Tüchern. 

Um 18.38 Uhr Ortszeit vermeldete ein Vereinsprecher per SMS, dass es „heute keine Vollzugsmeldung mehr“ geben würde. Die Blauweißen beabsichtigen, den serbischen Nationalverteidiger bis zum Saisonende auszuleihen. Die Leihgebühr dürfte bei zwei Millionen Euro liegen, zudem müssten die Schalker das Gehalt für dieses halbe Jahr stemmen, das bei 2,4 Millionen Euro liegen soll. Danach soll es eine eine Kaufoption für den 21-Jährigen geben, die Transfersumme soll dann bei geschätzten 12 bis 13 Millionen Euro liegen. 

Dass Nastasic noch ins Schalker Trainingslager nach Katar nachreist, ist nach den am Sonntag vorerst gescheiterten Verhandlungen sehr fraglich. „Er ist Nicht-EU-Bürger und muss so einige Formalitäten bezüglich der Visa regeln“, sagte Heldt. Da die zuständigen Behörden und Botschaften erst am Montag wieder ihren Dienst aufnehmen, könnte es knapp werden für einen Flug nach Katar. „Wenn er Montag fliegen kann, würde es noch Sinn machen. Ab Dienstag wäre eine Anreise hierhin schon im Grenzbereich“, hatte Heldt am Wochenende gesagt. 

Somit wird Trainer Roberto Di Matteo seinen Wunschspieler Nastasic, der auch vom AC Mailand und West Ham United umworben wird, erst am kommenden Sonntag ins Mannschaftstraining einbauen können – wenn er denn kommt. Die vorerst gescheiterten Verhandlungen mit Manchester City waren der irgendwie passende Abschluss eines Wochenendes, das einige negative Aspekte für die Schalker beinhaltet hatte. 

Denn neben den zwei Gegentreffern beim 0:2 gegen Ajax Amsterdam, bei denen Fährmann-Vertreter Fabian Giefer machtlos gewesen war, waren es vor allem zwei weitere verletzungsbedingte Auswechslungen, die auf die Schalker Laune drückten. Bei einem Zweikampf mit dem Amsterdamer Anwar El Ghazi erlitt Christian Fuchs eine Schürfung der Hornhaut sowie eine Augenhöhlenprellung. 

Der Österreicher litt zunächst unter einer starken Seh-Beeinträchtigung, kann auf dem betroffenen Auge mittlerweile aber wieder ganz gut sehen. Dennoch wird der 28-Jährige zwei bis drei Tage pausieren müssen. 

Multhaup reist zurück nach Gelsenkirchen

Beendet ist das Trainingslager hingegen für Maurice Multhaup. Der 18-jährige Nachwuchsspieler war bereits nach gut einer Viertelstunde mit Oberschenkel-Problemen ausgewechselt worden. Bei Multhaup wurde schließlich eine Einblutung im Oberschenkel diagnostiziert, er trat am Sonntag die Heimreise nach Gelsenkirchen an. Multhaup ist nach Stammkeeper Ralf Fährmann (Kreuzbandzerrung) bereits der zweite Knappe, der das Trainingslager in Katar vorzeitig verlassen musste. Angesichts des mittlerweile auf neun Mann angewachsenen Schalker Lazaretts meinte Klaas-Jan Huntelaar mit Galgenhumor: „Wir haben hier ja fast eine Ausfallquote von einem Mann pro Tag. Vielleicht sollten wir künftig kürzere Trainingslager machen.“

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