Blau-weiße Freude über die Potzblitz-Tabelle

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GELSENKIRCHEN - Die so genannte Blitz-Tabelle verdiente am Samstagnachmittag in der Schalker Arena ihren Namen mehr als zu recht. Quasi Sekundenbruchteile nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark wurde das vorläufige Zahlenwerk auf dem riesigen Videowürfel eingeblendet.

Von Jens Greinke

Mit dem FC Schalke 04 auf Position vier. Man hätte auch von einer Potzblitz-Tabelle sprechen können. Nachdem am Abend Borussia Mönchengladbach mit 1:3 gegen Hannover 96 verloren hatte, hatte die Schalker Position auch im amtlichen Endergebnis des 19. Spieltages weiter Bestand. Innerhalb von nur acht Tagen nach Beginn der Rückrunde hat die Mannschaft von Trainer Jens Keller jenen Tabellenplatz zurück erobert, den sie auch zum Abschluss der Saison belegen möchte. Mindestens.

Nach dem 3:0-Erfolg beim Hamburger SV (3:0) und dem 2:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg tun sich für die Blauweißen schneller als von den meisten erwartet wieder ganz neue Perspektiven auf. „Ich bin stolz, weil die Mannschaft heute gezeigt hat, dass sie gewinnen will“, sagte Manager Horst Heldt nachher mit einem leichten Anflug von Rührung in der Stimme.

Tatsächlich scheinen die Schalker Profis nach den durchwachsenen Auftritten in der Hinserie mittlerweile begriffen zu haben, dass die Rückkehr in die Liga-Spitze ein gewisses Maß an Leidenschaft und Zusammenhalt erfordert. „Wir müssen jedes Spiel wie ein Finale angehen“, fordert Torwart Ralf Fährmann, der sich mehr und mehr zu einem formidablen Rückhalt der Mannschaft entwickelt hat. Die lange schwelende Torhüter-Diskussion ist mittlerweile verstummt, auch wenn sich Fährmann seiner Position als neue Nummer eins noch nicht sicher ist. „Ich muss Woche für Woche meine Leistung bringen“, sagt der 1,98-Meter-Mann.

2:1 für Schalke gegen VfL Wolfsburg

Auch gegen die spielerisch und taktisch sehr starken Wolfsburger musste Fährmann die ein oder andere Parade zeigen. So verhinderte er mit Können und auch etwas Glück den möglichen 1:1-Ausgleich durch Luiz Gustavo (35.). Die Schalker waren ihrerseits extrem stark in die Partie gestartet und hatten bereits nach acht Minuten durch einen etwas kuriosen Treffer die Führung erzielt. Als Torschütze ließ sich zunächst Kevin-Prince Boateng feiern. der den Ball in Richtung Wolfsburger Gehäuse geköpft hatte.

„Ich habe geköpft, und der Ball war im Tor“ begründete der Deutsch-Ghanaer seinen Jubel vor der Nordkurve. Der 26-Jährige hatte dabei übersehen, dass der Ball noch vom kahl rasierten Schädel Felipe Santanas abgefälscht worden war. „Deshalb war mein Jubel letztlich etwas lächerlich“, sagte Boateng und ergänzte mit einem Lächeln: „Felipe hat sich nachher ein bisschen beschwert.“

Am Ende war Boateng aber doch zu Recht der umjubelte Mann. Den immer stärker werdenen Wolfsburgern war trotz der Roten Karte gegen Daniel Caligiuri wegen Beleidigung (50.) in der 65. Minute durch Maxi Arnold der verdiente Ausgleich gelungen. „Das war ein etwas peinlicher Moment für uns“, gab Schalkes Sturm-Star Klaas-Jan Huntelaar unumwunden zu. Doch schließlich war es Boateng nach einem Traumpass von Roman Neustädter doch noch gelungen, den Ball zum 2:1 an Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio vorbei zu schieben.

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