Jetzt in Belgien

Spieler boykottierten Trainer: Ex-Stürmer spricht über „halluzinierende“ Zeit auf Schalke

Benito Raman konnte den Schalker Abstieg in die 2. Liga nicht verhindern. Jetzt spielt er in Belgien - und blickt zurück auf eine schlimme Zeit in Gelsenkirchen.

Hamm - Die vergangene Saison des FC Schalke 04 war eine Katastrophe. Wie schlimm die Zeit in Gelsenkirchen jedoch anscheinend wirklich war, lassen die jüngsten Aussagen von Benito Raman erahnen. Mittlerweile kickt der Stürmer in seiner Heimat Belgien beim RSC Anderlecht. Dort blickte er nun zurück - und schoss scharf gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Schalke 04: Benito Raman spricht über Spieler-Boykott und Katastrophen-Trainer

Rund zehn Millionen Euro hatte Schalke 04 im Sommer 2019 für Benito Raman an Fortuna Düsseldorf überwiesen. Trumpfte der Belgier in der Hinrunde der darauf folgenden Saison unter Trainer David Wagner noch auf, fiel Raman im Frühjahr 2020 wie die gesamte Mannschaft hinein in eine nie endende Abwärtsspirale. Das Endergebnis ist mittlerweile bekannt. Nach dem Abstieg spielt Schalke 04 aktuell in der 2. Liga.

Fünf Trainer hatten die damalige Mannschaft nicht ligatauglich machen können. Der Tiefpunkt folgte laut Benito Raman unter Ex-Coach Christian Gross, der zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 im Schnitt 0,45 Punkte pro Spiel holte - historischer Tiefstwert. „Er kannte nicht einmal unsere Namen. Unter ihm ist nichts passiert. Keine Taktik, keine ruhigen Phasen“, erinnerte sich Benito Raman und gab weitere interne Informationen preis.

Schalke 04: Benito Raman dachte über Karriereende in Gelsenkirchen nach

„In einigen Partien nahmen die Spieler die Dinge selbst in die Hand. Dann setzten sich die erfahrenen Jungs zusammen und sagten: Der Trainer will, dass wir so spielen, aber wir werden es so machen“, sprach Benito Raman über den Boykott. Höhepunkt war das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Anschließend mussten fünf Führungspersonen bei S04 ihre Koffer packen.

Aus sportlicher Sicht geholfen hatte es nicht. „Damals lief es oft besser, aber das konnte uns nicht retten“, so Raman weiter, der im darauffolgenden Sommer in seine Heimat flüchtete, um einen Neuanfang zu wagen. „Wenn ich noch ein halbes Jahr auf Schalke geblieben wäre, hätte ich aufgehört, Fußball zu spielen. Ich hatte die Nase voll von dem, was dort passierte“, so Raman knallhart.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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