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Schalke 04: Impuls vorhanden, doch für den Aufstieg reicht das noch lange nicht

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Von: Sven Schneider

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Der FC Schalke 04 setzte gegen den FC Ingolstadt die erhofften Impulse - aber nur in der zweiten Halbzeit. Eine Fußballrevolution wird es nicht geben. Kommentar.

Hamm - Eigentlich können sie in Gelsenkirchen das Wort ‚Reaktion‘ nicht mehr hören. Ex-Trainer David Wagner hatte sich öfters eben jener Formulierung bedient nach einem missglückten Auftritt des S04-Kaders inmitten der unaufhaltsamen Abwärtsspirale. Die Mannschaft müsse „eine Reaktion zeigen“, so Wagner damals. Eben das war Schalke 04 unter dem Interimsteam hinter dem Team gegen den FC Ingolstadt (3:0) geglückt. Doch für den Aufstieg reicht das noch lange nicht.

Schalke 04: Impuls vorhanden, doch für den Aufstieg reicht das noch lange nicht

Am vergangenen Wochenende hatten Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder und Sportvorstand Peter Knäbel die Reißleine gezogen und auf der vermeintlich wichtigsten Person im Verein einen Wechsel vorgenommen. Trainer Dimitrios Grammozis musste seine Koffer packen, zu sehr sei die Mission direkter Wiederaufstieg mangels sportlicher Ergebnisse in Gefahr. Ein neuer Impuls sollte her, so Schröder.

Eben jenen soll interimsweise Mike Büskens setzen. Unterstützt, und am Sonntag in Ingolstadt vertreten, wird er in den verbleibenden Zweitligaspielen von Ex-Profi Tim Hoogland und Matthias Kreutzer. Mike Büskens blieb aufgrund einer Corona-Infektion zuhause und durfte in den heimischer Isolation dreimal jubeln. S04 siegte am Ende ohne Mühe mit 3:0.

Allerdings bedarf der Auswärtssieg einer sportlichen Einordnung. Denn 45 Minuten lang präsentierte sich Königsblau ideenlos gegen den Tabellenletzten. Der FC Ingolstadt wird mit hoher Wahrscheinlich den Gang in die 3. Liga antreten. Schalke 04 hingegen will zurück ins Fußball-Oberhaus. Ein qualitativer Unterschied war in der ersten Halbzeit aber nicht zu Erkennen. Fußballerische Magerkost bei FC Ingolstadt gegen Schalke 04 von beiden Seiten. Und das trotz Systemumstellung.

Schalke 04: Systemumstellung fruchtet nicht sofort - Magerkost in Halbzeit eins

„Wir haben eine Idee“, sagte Vereinsikone Gerald Asamoah vor der Partie bei Sky. Eben jene war eine defensive Viererkette, Innenverteidiger Ko Itakura rückte vor ins defensive Mittelfeld. Das Ergebnis: Ein Lattenkracher von Simon Terodde. Mehr war nicht drin für Königsblau - bis Joker Rodrigo Zalazar die vermissten Impulse im Schalker Spiel setzte.

FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04
Rodrigo Zalazar von Schalke jubelt über seinen Treffer zum 0:1. © Matthias Balk

Der Uruguayer, der überraschend in der Schalker Aufstellung fehlte, erzielte den erlösenden Führungstreffer und legte zwei weitere auf. Fragen, wer zum Spieler des Spiels gewählt werden würde, kamen deshalb nicht auf. Ebenso nicht bei den Fans, wer denn in der kommenden Woche gegen Hannover 96 in der S04-Startelf stehen soll.

Schalke 04: Rodrigo Zalazar erwischt Sahnetag gegen den FC Ingolstadt

Klar ist: Schalke 04 feierte einen letztlich souveränen Pflichtsieg gegen Abstiegsfavorit FC Ingolstadt, nicht mehr und nicht weniger. Klar ist aber auch: Das neue Trainerteam kann nicht innerhalb weniger Tage den Schalker Fußball revolutionieren - und wird dies auch in den kommenden Wochen nicht tun. Achtmal kämpft Königsblau noch um drei Punkte und den Wiederaufstieg. Achtmal geht es nur über die berühmte Malocher-Einstellung und damit eben das, was S04 in Halbzeit zwei auf den Platz brachte.

Aber: Nicht immer geht es gegen den Tabellenletzten. Fünfmal geht es noch gegen die direkte Austiegskonkurrenz. Lässt Schalke 04 ähnlich federn wie vor dem Seitenwechsel, dann wird es eng für Rodrigo Zalazar, Simon Terodde und Co. Bleibt für die S04-Fans zu hoffen, dass Trainer Mike Büskens aber der kommenden Woche auf dem Rasen 90 Minuten Vollgas-Fußball vermitteln kann. Denn sonst sitzt auch er bald in der Pressekonferenz und fordert von seiner Mannschaft eine ‚Reaktion‘.

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