S04 vor Abstieg

Würde Schalke zwei Jahre 2. Liga überleben? Alexander Jobst spricht Klartext - Ausgliederung ein Thema

Schalke 04 muss sich langsam mit der 2. Liga abfinden. Was wäre, würde S04 den direkten Wiederaufstieg verpassen? Vorstand Marketing Alexander Jobst klärt auf.

Hamm - Die niederschmetternden Zahlen der laufenden Saison 2020/21 sind bekannt. Der FC Schalke 04 taumelt dem Abstieg in die 2. Liga entgegen. Zumal der Abstand zu dem Relegationsplatz größer ist als der S04-Kader in 19 Bundesligaspielen Punkte eingefahren hat. Ist die Existenz des Gelsenkirchener Traditionsklubs langfristig in Gefahr? Und was passiert, wenn Schalke 04 nicht den direkten Wiederaufstieg schaffen würde? Darüber diskutierte Alexander Jobst, Vorstand Marketing der Königsblauen.

VereinFC Schalke 04
TrainerChristian Gross
StadionVeltins Arena (Gelsenkirchen)
Plätze62.271

Schalke-Abstieg: Jobst über Wiederaufstieg, Ausgliederung und Klubexistenz

Sollte der FC Schalke 04 tatsächlich am Ende der Saison den Gang in die 2. Liga antreten müssen, so wäre der direkte Wiederaufstieg das Ziel, erklärte Alexander Jobst der Funke Mediengruppe. Für einen Klub dieser Größe ist es grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit, im deutschen Fußball-Oberhaus mitzuwirken. Der Hamburger SV dient jedoch als mahnendes Beispiel.

Mittlerweile unternimmt der ehemalige Fußball-Dino den dritten Versuch, in die Bundesliga zurückzukehren. Ein Schicksal, was auch dem FC Schalke 04 in den kommenden Jahren droht. Denn: Eine aufstiegsfähige Mannschaft zusammenzustellen gestaltet sich schwieriger als man vielleicht denken mag. Besonders unter den finanziellen Umständen, unter denen S04 leidet.

Schalke müsste Spagat zwischen Mindereinnahmen und sportlicher Verstärkung meistern

Einige Sponsoren haben bereits ihre Unterstützung für die Zukunft zugesichert. Auch mit Hauptsponsor Gazprom werde Schalke 04 sehr bald Gespräche führen. Ohnehin sei die Lizenz für die 2. Liga trotz der über 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten des Klubs nicht in Gefahr, wie Alexander Jobst betont. Dennoch wären im Unterhaus Mindereinnahmen sicher. Der Unterschied in Form von Sponsoren- und TV-Geldern wäre immens.

Klar ist: Schalke 04 steht eine Mammutaufgabe bevor. Altlasten müssen abgebaut, günstige aber dennoch qualitativ hochwertige Spieler verpflichtet werden. Eben das, was S04 in den vergangenen Jahren wenig gelungen war. Mit nur neun Punkten auf dem Konto muss sich Schalke 04 langsam mit dem Gedanken 2. Liga anfreunden - möglicherweise langfristig, sollte der direkte Wiederaufstieg nicht gelingen. Würde das gar die Existenz des Vereins bedrohen?

Alexander Jobst: Schalke 04 plant mit „wirtschaftlicher Vernunft“ - auch für die 2. Liga

„Es wäre herausfordernder. Noch ist es für Prognosen aber zu früh“, kommentiert Alexander Jobst die Möglichkeit, dass S04 ein zweites Jahr in der 2. Liga verbringen müsste. Große Sorgen um ihren Verein müssen sich die Fans jedoch nicht machen. „Seien Sie gewiss: Wir planen mit wirtschaftlicher Vernunft, so dass ein zweites Jahr Zweite Liga – sollte der Aufstieg nicht sofort gelingen – den Klub nicht in seiner Existenz infrage stellen würde“, so Jobst.

Schalkes Alexander Jobst spricht über Abstieg, Ausgliederung und Existenz.

Nach wie vor strebt Alexander Jobst eine Änderung der Rechtsform des Klubs an, um die Finanzsituation zu verbessern. Die mögliche Ausgliederung des eingetragenen Vereins FC Schalke 04 sorgt besonders bei den Fans für hitzige Diskussionen. Ohnehin müsste eine Dreiviertelmehrheit bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erzielt werden.

Zumindest im kommenden Sommer ist das noch kein Thema, wie Alexander Jobst vorausblickend erklärt. Dann werde es noch „Abstimmung zu einer Änderung der Rechtsform geben wird. Ich habe immer gesagt, dass wir unsere Mitglieder mit genügend Vorlauf einbinden wollen, sollten wir ein Konzept einbringen“, wird der 47-Jährige zitiert.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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