Auf den Spuren von Ebbe Sand

Vom Missverständnis zum Hoffnungsträger: Konoplyanka "noch lange nicht am Limit"

Yevhen Konoplyanka wechselte im Sommer 2016 vom FC Sevilla zu Schalke 04.
+
Yevhen Konoplyanka wechselte im Sommer 2016 vom FC Sevilla zu Schalke 04.

Yevhen Konoplyanka verhindert mit seinem Doppelpack beim BFC Dynamo eine Schalker Pokal-Blamage und zieht mit Ebbe Sand gleich. Doch der Ukrainer hat immer noch Luft nach oben.

Berlin – Wer hätte vor einigen Wochen gedacht, dass Yevhen Konoplyanka mal im selben Atemzug genannt wird wie Ebbe Sand. Der Ukrainer ist der erste Spieler in Diensten von Schalke 04 seit besagter Sturm-Legende, dem es gelang, in seinen ersten drei Partien im DFB-Pokal zu treffen. Fünf Tore in drei Einsätzen sind es bislang für ihn in diesem Wettbewerb.

Eine nette Statistik. Mehr nicht. Denn vom Kult- und Fanliebling-Status, den der drittbeste Torschütze in der königsblauen Vereinsgeschichte immer noch innehat, ist Konoplyanka natürlich noch weit entfernt. Geht er seinen zu Beginn der Vorbereitung eingeschlagenen Weg weiter, könnte er es aber durchaus zumindest ansatzweise in die Nähe schaffen.

Denn immerhin bewahrte er Schalke mit seinem Doppelpack beim 2:0-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Viertligist BFC Dynamo vor einer Blamage. Die rund 4000 Anhänger dankten es ihm: Bei der Ehrenrunde ergatterte der 27 Jahre alte Matchwinner einen Hut der Fans. Sein Daumen ging nach oben, das Lächeln könnte breiter nicht sein.

In der Vorsaison hatte das noch ganz anders ausgesehen. Konoplyanka, für rund 12,5 Millionen Euro vom FC Sevilla gekommen, galt als großes Missverständnis. Unter Ex-Coach Markus Weinzierl kam er kaum zum Zuge, kurz vor dessen Entlassung bezeichnete der Ukrainer ihn sogar als Feigling und bemängelte die Kommunikation. Kono galt als sicherer Kandidat für einen Wechsel.

Intensive Gespräche mit Tedesco

Doch unter Nachfolger Domenico Tedesco läuft es anders. Vom ersten Tag der Vorbereitung war zu sehen: Konoplyanka hat den Spaß am Fußball zurück. Lächelte. Wirkte deutlich motivierter und konzentrierter. „Wir hatten gute Gespräche, deswegen war es überhaupt kein Thema, ob er geht oder bleibt“, erklärte Schalkes neuer Coach.

Schon drei Wochen vor dem ersten Training habe er die ersten Gespräche mit dem 27-Jährigen geführt. Lang und intensiv. „Er hat direkt signalisiert, dass er richtig Lust auf Schalke und Bock auf Wiedergutmachung hat“, berichtete Tedesco. „Das war die Basis, von daher ist es sein Verdienst, nicht meiner.“

Fährmann hält den Kasten sauber: Schalke gewinnt im Pokal beim BFC Dynamo

Die Bilder der Partie BFC Dynamo - FC Schalke 04
Die Bilder der Partie BFC Dynamo - FC Schalke 04
Die Bilder der Partie BFC Dynamo - FC Schalke 04
Die Bilder der Partie BFC Dynamo - FC Schalke 04
Fährmann hält den Kasten sauber: Schalke gewinnt im Pokal beim BFC Dynamo

Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass der Ukrainer unter Weinzierl eine ähnliche Entwicklung genommen hätte – beziehungsweise, dass er überhaupt auf dem Platz gestanden hätte. „Der Junge ist auf einem guten Weg. Er blüht momentan auf“, meinte Manager Christian Heidel. „Er hat vieles verstanden, macht vieles besser.“ Den größten Sprung machte er im Defensivverhalten, das Weinzierl mehrfach kritisiert hatte. „Er spielt ja sogar Foul“, merkte Heidel an: „Und dass er weiß, wo das Tor steht, war uns vorher klar.“

"Nicht über grünen Klee loben"

Genauso klar ist, dass Konoplyanka sich nicht darauf ausruhen darf. Denn nun folgt der Ernst des Fußball-Lebens in der Bundesliga. Zumal er noch Luft nach oben hat. In Sachen Chancenverwertung. Oder in der Hinsicht, sich nicht von Nebenkriegsschauplätzen und vermeintlich falschen Schiedsrichter-Entscheidungen ablenken zu lassen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

The perfect start of our Team in the new season 😉⚽️⚽️ #S04 #kono @dfb_pokal

Ein Beitrag geteilt von Yevhen Konoplyanka 👦🏻⚽️🏆 (@konoplyanka.official) am

„Wir wollen ihn nicht über den grünen Klee loben“, meinte Heidel. Die Fortschritte sind dennoch unverkennbar: „Kono weiß ganz genau, was er in unserem Spiel zu tun hat. Das wird diese Saison sehr, sehr wichtig sein“, sagte Leon Goretzka: „Er ist noch lange nicht an seinem Limit. Am Ball kann er alles. Jetzt muss er noch in den Kopf bekommen, wie wir verteidigen wollen.“

Und auch da ist er auf dem richtigen Weg. Konoplyanka selbst schwieg, verließ sehr zurückhaltend die Katakomben des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks. Er will wohl weiter lieber Taten folgen lassen. Idealerweise schon beim Liga-Auftakt am Samstag gegen RB Leipzig. „Aber wir messen ihn nicht nur an Toren", sagte Tedesco. Sie wären für Konoplyanka dennoch der nächste Schritt nach vorne. In seiner Entwicklung. Aber auch in der Gunst des königsblauen Anhangs.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare