Lob für den Profi-Fußball

Vor der Bundesliga-Fortsetzung: Schalkes Ex-Sportvorstand Heidel über die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf den Transfermarkt

Aufgrund der Coronavirus-Krise erwartet Schalkes Ex-Sportvorstand Christian Heidel eine ruhige Transferperiode. Doch wie sieht es langfristig aus?

  • Zahlreiche Gespräche zwischen Spielern und Vereinen ruhen derzeit. So auch beim FC Schalke 04.
  • Dem Profi-Fußball steht aufgrund der Corona-Krise eine ungewöhnliche Transfer-Periode bevor.
  • Ex-Schalker Christian Heidel spricht über die Auswirkungen auf den Transfermarkt.

Hamm - Die lange Coronavirus-Pause neigt sich wohl dem Ende zu. Die Fußball-Bundesliga soll noch im Mai fortgesetzt werden. Die Existenz der deutschen Klubs könnte damit gerettet sein. Der Schaden, den das Coronavirus dem Profi-Sport zugefügt hat, ist immens - besonders aus finanzieller Sicht.

Ab dem kommenden Juli öffnet erneut das Transferfenster. Die kommende Periode könnte jedoch eine mit Ausnahmecharakter werden. Noch immer ruhen Gespräche zwischen Vereinen und Spielern ob einer Vertragsverlängerung. Viele Klubs kündigten Zurückhaltung auf dem Transfermarkt wegen der undurchsichtigen finanziellen Lage an. Die Transfersummen, die in den vergangenen Jahren nach oben schossen und beinahe absurde Ausmaße annahmen, könnten sich nun auf Talfahrt befinden. Nicht jedoch für Christian Heidel.

Christian Heidel: Transfermarkt erfährt nur eine kurzfristige Abkühlung

Der ehemalige Sportvorstand des FC Schalke 04 glaubt nicht, dass nach der Coronavirus-Krise die Transfersummen und Gehälter im Profi-Fußball dauerhaft sinken werden. "Sobald sich alles erholt hat, wird es eher normal laufen", sagte Christian Heidel den Zeitungen der

Funke Mediengruppe

(Mittwoch).

Zwar geht Heidel nicht davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten zahlreiche Top-Transfers in dreistelliger Millionenhöhe verkündet werden. Eine langfristige Erholung prophezeiht der 56-Jährige jedoch nicht. "In diesem Sommer, vielleicht auch im Sommer 2021, werden wenige große Transfers abgewickelt werden - weil allen der Schock Corona noch in den Gliedern steckt", sagte der 56-Jährige.

Existenzielle Nöte der Bundesliga-Klubs kein Grund für Debatten

Mit einem Schock davon gekommen trifft es gut. Zahlreiche Bundesliga-Klubs bangten aufgrund der Coronavirus-Pause und der Ungewissheit ob einer Fortsetzung der Saison um ihre Existenz. Mittlerweile soll wohl klar sein: Noch im Mai soll der Ball wieder rollen. Möglicherweise werden die Duelle gar im Free-TV übertragen. Genaueres soll am Mittwoch während der Corona-Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten beschlossen werden. Erste Details sickern durch.

Schalkes Ex-Sportvorstand Christian Heidel über die Auswirkungen auf den Transfermarkt.

Die Auszahlung der offenen TV-Gelder scheint gesichert und somit auch die Existenz von Heidels Ex-Klub FC Schalke 04. Für den ehemaligen Sportvorstand sind die vergangenen ungewissen Wochen kein Grund zur Kritik. "Es wurde immer mehr Geld in den Fußball gespült. Was erwarten denn die Leute", so Heidel, der anfügte: "Erwarten sie, dass die Fußballvereine 30 Millionen Euro aufs Bankkonto legen, für den Fall einer Pandemie? Das gäbe ja bei jedem sportlichen Problem einen Volksaufstand. Dann heißt es sofort: Wieso investieren die das Geld nicht und lassen es auf der Bank liegen?"

Bundesliga-Fortsetzung: Heidel nimmt Profi-Fußball in Schutz

Dass der Profi-Fußball jetzt beim Thema Wiederaufnahme des Spielbetriebes von vielen angegriffen wird und das Image leidet, gefällt ihm gar nicht. "Der Profi-Fußball wird oftmals sehr überspitzt, aber auch falsch dargestellt. Der Fußball ist vielleicht die einzige Branche in Deutschland, die selbstständig zusammen mit Experten, ein Konzept von A bis Z ausgearbeitet hat, damit sie nicht kaputt geht", meinte der Manager. Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), würde die Interessen des Profifußballs "großartig" vertreten.

Mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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