Schalke 04

"Streber" Goretzka will an die Fanshop-Kasse - und verteilt Seitenhieb

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Leon Goretzka (l.) drehte bereits wieder einige Runden auf dem Platz.

Leon Goretzka kehrt Schritt für Schritt nach seiner kleinen Blessur zurück. Er erklärt, was auf Schalke im Vorjahr schief lief - und verkneift sich dabei einen Seitenhieb gegen Kollegen nicht.

Mittersill - Es geht voran bei Leon Goretzka. Während der Einheit am Sonntagvormittag in Mittersill tauschte der Mittelfeldspieler von Schalke 04 plötzlich Lauf- gegen Fußballschuhe. Der 22-Jährige kickte nach seinem „kleinen Muskelfaserriss“ bereits wieder gegen den Ball – bei kleinen Passübungen mit Alessandro Schöpf. Alles halb so wild.

„Die Blessur ist in der Rangordnung ganz unten einzuordnen“, erklärte der Nationalspieler. „Wir werden das von Tag zu Tag steigern.“ Für das erste Pflichtspiel der Königsblauen am 14. August beim BFC Dynamo in Berlin dürfte es reichen. „Das sollten wir auch so hinbekommen“, meinte Goretzka: „Aber ich glaube, dass ich bis dahin topfit bin.“

Was als sicher gilt: Goretzka wird als Königsblauer in die Saison gehen. Offen ist dagegen, wie es nach dem Sommer 2018 weitergeht, wenn sein Vertrag ausläuft. Bei der Entscheidung, ob er geht oder das neue Angebot – einen Vier Jahres-Vertrag mit rund acht Millionen Euro Jahresgehalt – annimmt, will er sich nicht unter Druck setzen lassen. „Das sind sehr, sehr viele Faktoren, von denen das abhängt“, sagte Goretzka: „Da werde ich mir keine Deadline setzten.“

Keine Einigung mit dem FC Bayern

Zuletzt hielten sich die Gerüchte, wonach sich der 22-Jährige bereits mit dem FC Bayern einig sei. „Das“, betonte er, „ist völliger Quatsch.“ Er müsse sich zudem keine Sorgen machen, dass seine Chancen für eine WM-Teilnahme 2018 dadurch sinken, dass er mit Schalke nicht auf europäischem Parkett vertreten ist. Bundestrainer Joachim Löw habe ihm mitgeteilt, dass dies kein Nachteil sei. Goretzka sieht sogar etwas Gutes darin, „komplette Trainingswochen zu haben, um sich körperlich zu stabilisieren und individuell zu arbeiten. Ich werde nach der Saison topfit sein.“

Genauso wie – Stand jetzt – zum Start. Dann gelte es, mit Schalke 04 in die Tabellenregion zu kommen, in die der Klub hingehöre. An den entsprechenden Stellschrauben dreht Trainer Domenico Tedesco aktuell in Mittersill. Dabei geht er auf jeden Spieler ein, wechselt stets die Sprachen, damit die Botschaft überall ankommt. Ganz gleich ob auf Deutsch, Spanisch, Englisch, oder Französisch.

„In der vergangenen Saison habe ich das Problem gesehen, dass wir viele Spieler hatten, die kein Deutsch verstanden haben, um die Inhalte aufzunehmen“, meinte Goretzka – und schickte einen kleinen Seitenhieb hinterher: „Wir haben versucht, sie zum Deutsch-Unterricht zu schicken. Aber da hat sich der eine oder andere nicht so motiviert gezeigt. Natürlich ist es Pflicht, die deutsche Sprache zu lernen. Schon wenn ein, zwei Leute beim Konzept nicht mitziehen, bricht alles wie ein Kartenhaus zusammen.“

Strafen? Goretzka sieht sich als Streber

Was es möglichst zu vermeiden gilt. Neben dem Taktischen ist vieles auch eine Frage der Disziplin. Mit ein Grund dafür, dass es auf Schalke nun Freizeit-Strafen gibt. Für Goretzka der richtige Schritt: „Gerade im Fußball interessiert es einige nicht, dass sie 50 Euro bezahlen müssen, weil sie ein Leibchen liegengelassen haben. Zeit ist wertvoller als Geld.“

Was da auf ihn selbst zukomme? Gemessen an der Vergangenheit gar nicht so viel. „Ich bin da grundsätzlich ein ziemlicher Streber“, erzählte er grinsend: „Wobei ich letztes Jahr die Kasse geführt habe, da war das einfach. Aber ich stelle mir das ganz lustig vor, im Fanshop mal hinter der Kasse zu stehen. Wenn es bis zum Ende des Jahres nicht eine Strafe für mich gibt, mache ich das freiwillig.“

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