Neuer Trainer

Offiziell! Weinzierl muss gehen - Tedesco übernimmt

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Markus Weinzierl ist nicht länger Trainer von Schalke 04.

Gelsenkirchen - Es ist amtlich. Markus Weinzierl ist nicht mehr länger Trainer von Schalke 04. Domenico Tedesco, zuletzt mit Aue erfolgreich, übernimmt bei den Königsblauen.

Die Nachricht als solche überrascht nicht, der Zeitpunkt allerdings schon. Die Tage von Markus Weinzierl als Trainer von Schalke 04 sind nach einem Jahr schon wieder gezählt. Sein Nachfolger wird Domenico Tedesco, der den FC Erzgebirge Aue in der Vorsaison sensationell zum Klassenerhalt führte.

Die Klubs bestätigten am Nachmittag, dass der Deutsch-Italiener von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch macht. Der 31-Jährige erhält bei den Königsblauen einen Zwei-Jahres-Vertag. Er übernahm Aue erst Anfang März und kam auf einen Schnitt von 1,82 Punkten pro Partie.

"Wir haben die gesamte Saison auf den Prüfstand gestellt, um die Basis für eine möglichst erfolgreiche kommende Saison für den FC Schalke 04 zu legen", erklärte Sportvorstand Christian Heidel. "Das Ergebnis unserer Überlegungen ist, dass wir Veränderungen vornehmen müssen, um die von uns gewollte Entwicklung vorantreiben zu können. Dies beinhaltet auch eine Neubesetzung der Position des Chef-Trainers", ergänzte der Manager, dem die Entscheidung "dennoch nicht leicht gefallen" sei.

Tedesco überzeugt in Gesprächen

Leichter dürfte ihm die Wahl auf Tedesco gefallen sein. "Er hat uns in den Gesprächen überzeugt, wie er die sportliche Zukunft bei Schalke 04 mitgestalten will. Wie viele andere Vereine setzen wir auf einen ebenso besonders jungen wie auch besonders innovativen Trainer", erläuterte Heidel.

Direkt nach seinem Familienurlaub in Florida sorgte er also für Klarheit. Schon am Freitagvormittag informierte er seinen Wunschtrainer Weinzierl über sein bevorstehendes Aus.

Weinzierl muss seinen Posten somit nach nur einem Jahr wieder räumen. Der frühere Augsburg-Coach führte die Königsblauen in der abgelaufenen Saison nur auf Rang zehn und verpasste damit klar die Qualifikation für den Europapokal. Zum ersten Mal seit sieben Jahren.

Domenico Tedesco wird neuer Trainer auf Schalke.

Heidel hatte nach dieser verkorksten und enttäuschenden Saison harsche Kritik an seinem Wunschtrainer Weinzierl, den er für vier Millionen Euro Ablöse aus Augsburg holte, geäußert und ein klares Spielsystem vermisst. Allerdings sah es zunächst so aus, als wollte er weiter mit dem früheren Augsburger zusammenarbeiten. Einen Wechsel auf der Trainer-Position habe er nach dem letzten Spieltag für „sehr unwahrscheinlich“ gehalten.

Kein Konzept erkennt

Nun kam es aber doch dazu. Zu der Entscheidung dürfte vor allem fehlende spielerische Konzept der Mannschaft beigetragen haben, das Heidel vermisste. „Die Entwicklung hat überall stattgefunden. Nur nicht da, wo sie sollte. Auf dem Spielfeld hat es nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir müssen sehr viel mehr Wert auf das Spielkonzept legen“, erklärte Heidel zwei Tage nach dem Saisonende.

Auch die jüngsten Vorkommnisse dürften Heidel nicht geschmeckt haben. Es wurde immer offensichtlicher, dass er das Team in zwei Lager gespalten habe. Zuletzt hatte Max Meyer sich über den Umgang mit ihm beschwert, anschließend schoss Dauer-Reservist Yevhen Konoplyanka gegen Weinzierl. Der 12,5-Millionen-Euro-Mann bezeichnete den Erfolgslos-Coach als „Feigling“ und ergänzte im Interview in seiner Heimat in der Ukraine: „Er bleibt nicht länger Trainer dieser Mannschaft. Ansonsten steigt Schalke in die 2. Liga ab.“

Nun soll Tedesco also für mehr Struktur sorgen und ein klares Konzept auf den Rasen bringen. Er ist seit dem Ende der ersten Amtszeit von Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens im Juni 2002 bereits der 20. Coach, der sich bei den Königsblauen versuchen darf. Ob Roberto Di Matteo, André Breitenreiter oder nun Weinzierl: Zuletzt hat kein Trainer länger als ein Jahr auf Schalke gearbeitet. Tedesco darf beweisen, dass dies noch möglich ist.

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