Duell am Samstagabend

Schalke vs. Hoffenheim: Eine Frage der Psychologie

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Schalkes Trainer Huub Stevens (rechts) will von seiner Mannschaft gegen Hoffenheim endlich Qualität sehen.

Schalkes Trainer Huub Stevens setzt sein Team gegen 1899 Hoffenheim bewusst unter Druck. Ein psychologisches Spielchen, bei dem auch sein Gegenüber mitmacht.

Gelsenkirchen – Eine Miene hatte Julian Nagelsmann nicht verzogen. Nicht ein einziges Mal. Dafür ist der er trotz seiner 31 Jahren erfahren genug. Wahrscheinlich wird sich der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim daher auch nicht allzu sehr darüber gewundert haben, dass er rund ein Drittel der gut 20 Minuten dauernden Pressekonferenz nicht über seine Mannschaft, sondern die des kommenden Gegners sprechen sollte: den abgestürzten Vize-Meister Schalke 04 und die möglichen Ursachen für den freien Fall.

Es wunderte auch nicht, dass Nagelsmann vor dem direkten Duell am Samstagabend in der Gelsenkirchener Arena (20.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) nichts von klar verteilten Rollen oder sonstigem wissen wollte. „Natürlich“, sagt er, „haben sie keinen Run, und sie sind sicher nicht gespickt von Selbstvertrauen. Aber das birgt auch Gefahren. Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, geht es nur noch nach vorne. Es ist nahezu die identische Mannschaft, die im Vorjahr Vize-Meister geworden ist. Wir haben uns auf den Gegner so vorbereitet, als ob er die letzten 25 Spiele alle gewonnen hätte.“

Nagelsmann versucht also, seine Mannschaft vor zu viel Behäbigkeit zu warnen und sieht auch den Gegner unter Zugzwang, „weil es da unten sehr eng ist“. Er schiebt den psychologischen Druck zu den Königsblauen. In einem direkten Dialog hätte Huub Stevens das wohl von seinem Team fernhalten wollen, um seiner Truppe wiederum nicht einen zu großen Rucksack aufsetzen zu wollen.

Stevens sieht Schalke in der Pflicht

„Das ist ganz normal, dass du das tun möchtest“, sagt Schalkes Trainer, der sich deshalb zuletzt sogar mit Journalisten angelegt hatte. Doch er spricht es in einem freundlichen Ton. Gut gelaunt. Locker. „Das beste ist, dass die Mannschaft das selbst tut, indem sie Leistung zeigt.“

Voraussichtliche Aufstellung: Skrzybski fehlt Schalke gegen Hoffenheim

Der 65-Jährige hat bewiesen, sich vor sein Team zu stellen, wenn es das verlangt. Jetzt sind seine Spieler aber gefordert, das zurückzuzahlen – mit Leistung auf dem Platz. Und die Zweifel zu beseitigen, die der indiskutable Auftritt beim 1:1 in Nürnberg vor eine Woche noch einmal steigen ließ. Kurzzeitig. Unter der Woche habe Stevens wiederum „positive Signale und richtige Schritte“ gesehen, wie er sagt.

Weder bei ihm noch bei Vorgänger Domenico Tedesco schafften es die Knappen allerdings, das auch am Spieltag auf den Rasen zu bringen. Stattdessen betonen sie stets, dass wie wüssten, dass sie die Qualität dazu hätten. Eigentlich. „Bislang“, sagt Stevens mit Blick auf das Kräftemessen mit den Kraichgauern, „waren wir nicht so erfolgreich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. „Jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, dass wir da unten nichts zu suchen haben.“ Und dass die Königsblauen dem Verein und Stevens etwas zurückzahlen.

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