Schalker Scherbenhaufen

Alles hinterfragen: Heidel erhöht Druck nach Schalkes Trümmer-Saison

Christian Heidel ist seit Sommer 2016 Sportvorstand von Schalke 04.
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Christian Heidel ist seit Sommer 2016 Sportvorstand von Schalke 04.

Schalke 04 steht nach dem enttäuschenden Abschluss in Ingolstadt vor den Trümmern der Saison. Vieles muss hinterfragt werden. Manager Christian Heidel erhöht nun den Druck.

Ingolstadt - Die königsblauen Anhänger zogen den Schlussstrich auf ihre Weise. Mit einer gehörigen Portion Ironie und Galgenhumor. „Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterher gereist ist“, stand auf dem Banner geschrieben, das die Fans von Schalke 04 dem Team nach dem mageren und enttäuschenden 1:1 bei Absteiger FC Ingolstadt präsentierten.

In einer Sache zumindest waren sich alle Beteiligten einig: Endlich ist es vorbei. Der Abschluss bei den Schanzern stand noch einmal sinnbildlich für die Berg- und Talfahrt dieser Spielzeit, die im Tal endete. Viel zu retten war ohnehin nicht mehr, alles lag bereits in Trümmern. „Wir haben es nicht verdient, in der Tabelle höher abzuschließen“, meinte Keeper Ralf Fährmann.

Umso mehr Verbesserungsbedarf gibt es. Der Druck wird größer – auch von Christian Heidel. „Es gibt keine Ausreden mehr“, sagte der Manager: „Es muss geliefert werden. Wir können und müssen besser Fußball spielen. Das wird die Überschrift sein, wenn wir anfangen, die Saison zu hinterfragen.“

Keine Trainer-Diskussion

Heidel und Coach Markus Weinzierl werden alles aufarbeiten und „bis ins kleinste Detail“ besprechen, so der Sportvorstand. Völlig ergebnisoffen. Außer in einer Hinsicht: Eine Trainer-Diskussion wird es wohl nicht geben. Dass es auf diesem Posten zu einem Wechsel kommen könnte, sei für Heidel „sehr, sehr schwer vorstellbar“. Doch am Ende müsse der auserkorene Weg „von beiden Seiten akzeptiert werden, sonst ergibt das überhaupt keinen Sinn“, ergänzte Heidel.

Fortan muss geliefert werden, das weiß auch Weinzierl: „Wir müssen viel verbessern. Wir brauchen mehr Punkte und müssen besser spielen“, sagte der 42-Jährige. Noch so seine Saison, an dessen Ende die Königsblauen ohne Europapokal dastehen, darf sich der Klub nicht erlauben. „Schalke ist groß, und Schalke muss wieder nach oben“, betonte Naldo.

Schalkes enttäuschender Abschluss in Ingolstadt in Bildern

FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04
FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04
FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04
FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04
Schalkes enttäuschender Abschluss in Ingolstadt in Bildern

Dabei muss sich jeder einzelne hinterfragen. Der Trainer, warum er es nicht geschafft hat, allem Verletzungspech zum Trotz Konstanz in die Mannschaft hineinzubekommen. Die Spieler, warum sie sich so schwer taten, dauerhaft ihr volles Leistungspensum abzurufen, in den entscheidenden Momenten versagten oder mit dem Kopf nicht bei der Sache waren. Und zu oft zu schnell in den Reagier-Modus schalteten.

Weinzierl braucht bessere Spieler

Wie in Ingolstadt, als die Königsblauen nach der Führung durch Donis Avdijaj (2.) immer passiver wurden, den Ausgleich per Strafstoß durch Pascal Groß (41.) kassierten und sich - besonders nach der Roten Karte für den schwachen Benjamin Stambouli (63.) - bei Fährmann bedanken konnten, dass es überhaupt noch für einen Zähler reichte. Er parierte unter anderem einen weiteren Elfmeter von Dario Lezcano (64.). „Wir müssen uns zu Recht der Kritik stellen“, so der Keeper.

Doch auch der Manager sollte seine Transfers durchleuchten. Dass Weinzierl statt Yevhen Konoplyanka lieber Youngster wie Haji Wright oder Weston McKennie in den Kader berief, war ein deutliches Signal: Er hofft auf anderes, besseres Spielermaterial.

Heidel sieht keinen Grund für großen Umbruch

Unter anderem auf der Linksverteidiger-Position, denn Sead Kolasinac wird Schalke definitiv verlassen und zum FC Arsenal wechseln. Doch das ist nicht die einzige königsblaue Baustelle. Allerdings sieht Heidel keinen Grund für einen großen Umbruch: „Wir haben gute Spieler auf Schalke. Es wird nicht so sein, dass zehn gehen und zehn neue kommen.“

Bleiben soll der offenbar vom FC Bayern umworbene Leon Goretzka, denn „wenn Leon geht, geht ein bisschen das Herz dieser Mannschaft“, sagte Heidel. „Leon ist mit der wichtigste Spieler für Schalke.“ Und soll dafür sorgen, dass die Fans künftig wieder dem Team hinterher reisen. Mit viel Freude und möglichst wenig Galgenhumor.

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