Lupenreiner Hattrick 

Di Santos Tor-Festspiele bei Schalkes 4:0-Sieg über Tripolis

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Endlich Tore: Schalkes Neuzugang Franco di Santo schreit seine Freude über den Hattrick gegen Tripolis heraus.

Gelsenkirchen - Es gibt wahrlich schlechtere Geburtstagsgeschenke: Schalkes Coach André Breitenreiter wurde am Vortag seines 42. Geburtstages von seiner Mannschaft ein nettes Paket zusammengestellt. Den Vereinsrekord eingestellt, die Tabellenführung in der Europa League ausgebaut und ein lupenreiner Hattrick von Franco Di Santo: Das 4:0 (3:0) über ein hoffnungslos überfordertes Team von Asteras Tripolis in der Europa League war ein nett verpacktes Präsent für den Trainer.

„Der Gegner hat es uns heute leicht gemacht, wir haben unsere Chancen eiskalt ausgenutzt“, lobte Mittelfeld-Regisseur Johannes Geis nach der Partie. Und Breitenreiter ergänzte: „Gerade für Franco freut es mich enorm. Er hat zuletzt unheimlich viel für die Mannschaft gearbeitet.“

Den Schalkern waren im Vorfeld gut 300 Asteras-Anhänger avisiert worden. In den Gästeblöcken V und W verloren sich exakt 48 einsame Seelen, was zu dem Irrglauben verleiten konnte, der Fußball gehöre auf dem Peleponnes eher zu den Randsportarten. Dagegen ist er neben Basketball des Griechen liebstes Kind.

So war die Stimmung in der Arena ein bisschen anders als sonst, da auch einige Schalker Plätze frei blieben. Insgesamt wurden 42 447 Zuschauer gezählt, eine der niedrigsten Zahlen seit Eröffnung der Arena 2001.

Dabei hatte die Partie mehr Augenzeugen verdient. Denn das bisweilen kunstvolle Schalker Fußball-Varieté mit seinem Star-Artisten Leroy Sané fand auch gegen das Team aus Tripoli seine Fortsetzung. Das 4:0 war der sechste Pflichtspiel-Erfolg in Serie – das war den Schalkern zuletzt 2008 gelungen. Doch im Gegensatz zu damals ist nun eine gewisse Eleganz und Schönheit im Schalker Spiel, die immer öfter zu atemberaubenden Spielzügen führt.

Es brachte die Königsblauen auch nicht aus dem Konzept, dass André Breitenreiter gleich sechs Spieler aus der Startformation rotierte. Und dabei bewies der Trainer mal wieder das richtige Gespür. Einer der fünf Profis, die erneut von Anfang an auf den Platz durften, war nämlich Franco Di Santo. Der Neuzugang aus Bremen, der sich bislang zwar als äußerst fleißig, aber vor dem gegnerischen Tor als glücklos erwiesen hatte, schoss sich gegen die Griechen alle Sorgen von der Seele. In der 27. Minute gelang dem argentinischen Stürmer nach einer schönen Flanke von Sascha Riether sein erstes Tor im Schalker Trikot. Neun Minuten später war der Bann endgültig gebrochen, als Di Santo einen Eckball von Geis völlig freistehend zum 2:0 einköpfte.

Di Santo schießt Schalke mit Hattrick zum 4:0-Sieg

Und als Schiedsrichter Pol van Boekel in der 44. Minute auf Handelfmeter für Schalke entschied, widersetzte sich Di Santo der Anweisung von Breitenreiter, dass Johannes Geis der erste Elfer-Schütze sei. Der 26-Jährige schnappte sich Ball, legte ihn auf den Elfmeter-Punkt und verwandelte eiskalt zum 3:0. Geis nahm den Ballklau nicht übel und sagte nach dem Schlusspfiff: „Das tat Franco heute richtig gut. Er muss jetzt nur weiter machen.“

Die zweite Attraktion des Abends war mal wieder Leroy Sané. Der 19-Jährige hatte erneut viele spektakuläre Szenen, wie in der 38. Minute, als er gleich vier (!) Griechen auf und davon lief, nach rechts auf den freistehenden Pierre Emile Højbjerg passte, der völlig freistehend nur den Pfosten traf. Sané scheint sich derzeit von Spielminute zu Spielminute weiter zu entwickeln und legt mehr und mehr sein extraordinäres Potenzial offen – und man muss sich fragen, wohin ihn der Weg noch führen wird. In der 84. Minute legte der 19-Jährige Klaas-Jan Huntelaar das 4:0 mit einem geradezu genialen Pass auf.

Am Sonntag (15.30 Uhr) kommt der 1. FC Köln in die Arena, die dann sicherlich wieder ausverkauft sein wird. Falls den Knappen dann der siebte Erfolg in Folge gelingen sollte, hätte sich Breitenreiter innerhalb kürzester Zeit einen Platz in den Schalker Geschichtsbüchern gesichtert: denn sieben Siege nacheinander hat bislang noch kein Schalker Trainer geschafft. „Der Rekord ist für uns ein weiterer Anreiz“, sagte Leon Goretzka.

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