FC Schalke 04 - FC Chelsea

Di Matteo und das Treffen mit dem Ex-Klub aus London

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Roberto Di Matteo blendet vor dem Spiel des FC Schalke 04 in der Champions League gegen FC Chelsea persönliche Emotionen aus.

GELSENKIRCHEN - Es tummelten sich etliche Journalisten aus England bei der Pressekonferenz des FC Schalke 04 vor der Champions-League-Partie gegen den FC Chelsea (Dienstag, 20.45 Uhr), ihr Ziel war einzig und allein eins: Zu erfahren, welche emotionale Verbindung Roberto Di Matteo noch zu seinem Ex-Klub noch hat.

Von Jens Greinke

Und es dauerte etliche Fragen, bis die Reporter begriffen hatten, dass es an diesem Tage keinen großen Sinn macht, diese Fragen zu stellen. „Ich schaue in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit“, lautete Di Matteos stereotype und ablehnende Antwort.

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Von seinem Seelenleben vor dem Rendezvous mit seiner alten Liebe von der Stamford Bridge wollte der 44-Jährige nichts preisgeben.

Der Gewinn der Champions League 2012 mit Chelsea beim 4:3 im Elfmeterschießen über Bayern München beim „Finale dahoam“ sei natürlich „ein Highlight“ gewesen, aber: „Ich habe mich in den vergangenen zwei Tagen nur darauf konzentriert, wie ich meine Mannschaft auf das Spiel gegen Chelsea vorbereite“, so Di Matteo.

Und dies sagte er recht glaubhaft. Die Schalker Fans dürften gespannt sein, welche Art der Vorbereitung Di Matteo dieses Mal gewählt hat.

Am vergangenen Samstag beim 3:2-Erfolg über den VfL Wolfsburg überraschte der Italo-Schweizer mit einem radikalen Taktikwechsel.

Anhänger honorieren taktischen Kniff des Trainers

Das Schalker Team hatte die „Wölfe“ mit einem 5-3-2-System in der Rückwärtsbewegung und mit einer 3-5-2-Formation bei eigenem Ballbesitz derart irritiert, dass der Tabellenzweiten aus der Autostadt bereits nach 25 Minuten mit 0:3 in Rückstand geraten war.

Neben den wichtigen drei Punkten in der Liga hatte dieser Erfolg offenbar auch noch einen anderen positiven Effekt für Di Matteo: Die Schalker Anhängerschaft, die sich zuvor noch etwas verhalten gegenüber dem Nachfolger von Jens Keller verhalten hatten, schien nicht nur die starke kämpferische Leistung der Mannschaft, sondern auch den taktischen Kniff des neuen Trainers zu honorieren.

Jedenfalls hatten die Fans ihr wankendes Team in der dramatischen und engen zweiten Halbzeit durch ihre lautstarke Unterstützung quasi zum Sieg getragen.

Durch den Erfolg gegen Wolfsburg hat sich Di Matteo jedenfalls viel Respekt erarbeitet, den er am Dienstag gegen den FC Chelsea manifestieren könnte.

Doch der 44-Jährige weiß, dass dies nicht einfach werden wird. „Wir müssen unsererseits ein Super-Spiel machen und gleichzeitig hoffen, dass Chelsea nicht seinen besten Tag erwischt“, sagt der Schalker Coach.

Auch Horst Heldt wähnt die eigene Mannschaft heute „in keiner einfachen Situation“. Das Tabellenbild in der Gruppe G lässt tatsächlich noch alle Möglichkeiten offen. „Wir können noch Erster, aber auch Vierter werden“, sagt der Schalke-Manager.

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Angesichts des verlorenen direkten Vergleichs gegen Sporting Lissabon, wäre es für die Knappen ideal, wenn ihnen gegen Chelsea ein Heimsieg glücken würde.

Zum einen hätten sie es dann weiter in der eigenen Hand, den angestrebten Einzug ins Achtelfinale zu schaffen. Zum anderen würden sie damit auch die Londoner wieder unter Druck setzen, die im letzten Gruppenspiel im Dezember Lissabon empfangen, während die Schalker nach Maribor reisen.

Und falls Chelsea doch seiner Favoritenrolle in Gelsenkirchen gerecht werden sollte, bleibt die Situation für die Blauweißen weiter offen: „Dieses Spiel wird nicht entscheidend sein“, sagt Di Matteo. Aber ein kleines bisschen emotional dürfte es letztlich dann doch werden für den 44-Jährigen.

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