Abstiegskampf gegen Titelkampf

Königsblaues Säbelrasseln: Stambouli sucht den Schulterschluss mit den Ultras

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Königsblauer Krieger: Benjamin Stambouli.

Wie wichtig wäre ein Erfolg im Revierderby am Samstag in Dortmund? S04-Verteidiger Benjamin Stambouli weiß um die Möglichkeiten eines Triumphs gegen den BVB.

Gelsenkirchen – Schalke ist abgestürzt. Im vergangenen Jahr noch der gefeierte Vizemeister, nun mittendrin im Abstiegskampf. Doch Hoffnung gibt es bei den Knappen. Das Derby steht an – Zeit für Wiedergutmachung. „Am Samstag: Da ist Krieg“, sagt Schalkes Vizekapitän Benjamin Stambouli, der das Team seit der Degradierung von Ralf Fährmann auf dem Platz anführt.

Gelsenkirchen wird belagert dieser Tage. Die Festung der Malocher steht kurz vor der Schleifung, der Abstieg in die Zweitklassigkeit hängt als Damoklesschwert über den Königsblauen. Stambouli und seine Getreuen wollen einen Ausfall wagen und marschieren gen Dortmund. „Wir werden ihnen sagen: Wenn du ein Derby gewinnst oder ein unglaubliches 4:4 machst, hast du eine Erinnerung für das ganze Leben. Das hat nichts mit Fußball zu tun dann – es geht ums Leben, und das ist das wichtigste“, meint der erfahrene Franzose mit Blick auf die jungen Recken, die noch nie ein Derby beim Erzfeind erlebt haben.

Stambouli will den Schalke-Fans einen Sieg gegen den BVB schenken

Er hat die Bedeutung verstanden, die Strahlkraft des Revierderbys und seine Wirkung auf die Anhängerschaft auf Schalke. Jetzt will der Verteidiger diese Bedeutung weitergeben an die jüngere Generation – obwohl selbst erst 28 Jahre alt – und die Knappen zu altem Glanz führen. „Ja, mit diesem Spiel kann man die Saison retten. Ein Sieg wäre ein gutes Geschenk für die Fans. Sie stehen immer hinter uns und unterstützen uns. Wenn ich es kann, dann möchte ich den Fans einen Sieg geben“, sagt Stambouli, der sich kämpferisch, fast schon kriegerisch gibt. „Wir haben Qualität und Charakter. Ich weiß, in dieser Saison haben wir das nicht so viel gezeigt – aber wir wissen, was ein Derby ist. In diesem Moment müssen wir mit unserem Herz spielen“, fügt er an.

Das Derby ist das Spiel der Spiele

Für ihn selbst ist das Derby (Samstag, 15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker oder hier im TV) das Spiel der Spiele. „Ein Derby ist immer zwei Wochen vor dem Spiel im Kopf. Ich mag die Derbywoche“, sagt er. Stambouli war dabei, als 2017 das erlösende 4:4 nach einem 0:4-Rückstand im Dortmunder Stadion fiel. „Heute morgen haben wir schon ein Video vom 4:4 geguckt. Und nach dem Video wollte ich schon direkt, dass Samstag ist“, so der Innenverteidiger am Dienstag nach der Trainingseinheit.

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Auch die blau-weißen Fans hätten wohl schon gerne lieber früher als später den Spieltag hinter sich. Ein Sieg in Dortmund – er wäre so wichtig, um die verkorkste Saison in den Hintergrund rücken zu lassen. Ein Gespräch mit den Ultras hat Stambouli das noch einmal verdeutlicht. „Ich habe mit ihnen gesprochen“, meint er. Mit jenen, die ihm nach dem 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf die Kapitänsbinde abgenommen hatten. „Es gibt kein Problem mit der Binde“, versichert Stambouli. Das Emblem der Nordkurve trägt er bis heute aber nicht wieder am Arm.

S04-Ultras und Stambouli suchen das Gespräch

Dafür hat das Gespräch andere, wichtigere Dinge zu Tage gefördert, wie es sich für den Ruhrpott gehört. „Wenn ich sehe, wie die Unterstützung gegen Hoffenheim war, will ich einfach etwas zurückgeben. Das ist immer verrückt, wenn wir zu Hause spielen. Und auch auswärts sind immer viele Fans mit uns“, erklärt er. Und: „Wir haben ein bisschen über alles gesprochen. Ich habe gesagt, was ich denke. Und sie haben mir auch viel gezeigt: die Geschichte der Fans und Schalke. Das war sehr interessant und ich finde es geil, dass wir so etwas zusammen machen können.“ Der Zusammenschluss mit den Fans, er wäre und ist so wichtig auf Schalke – ein Sieg in Dortmund oder auch schon ein kämpferisch starkes Unentschieden würde für viel Entlastung sorgen.

Das wissen auch die Ultras selbst, die ihrerseits mit drastischen und beleidigenden Worten zum Angriff blasen. „Lasst uns diesem Haufen Dreck zeigen, was gemeinsam möglich ist. Wir auf den Rängen – die Mannschaft auf dem Rasen, um so diesen Mistmenschen die Meisterschaft zu versauen! Rock’n Roll Schalke 04!“, lautet es in einem offenen Brief.

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