Schalke empfängt den BVB

Die fünf Schlüssel-Duelle im Revierderby

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Ein Duell, auf das es im Revierderby ankommen könnte: Schalkes Max Meyer (l.) und Marco Reus vom BVB.

Wenn Schalke 04 am Sonntag Borussia Dortmund empfängt, kommt es auf einige Spieler besonders an. Wir zeigen die fünf Schlüsselduelle im Revierderby.

So eng war es lange nicht mehr: Der FC Schalke 04 geht mit gerade einmal mit einem Zähler Vorsprung in das direkte Duell mit dem Revier-Rivalen Borussia Dortmund.

Der Ausgang des 152. Pflichtspiel-Derbys am Sonntag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) könnte für den weiteren Verlauf der Saison richtungsweisend sein: Der BVB könnte am ungeliebten Nachbarn vorbeiziehen, die Königsblauen ihr Punkte-Polster vergrößern und Rang zwei erst einmal verteidigen.

Wir schauen auf fünf Duelle auf dem Rasen, die für den Ausgang entscheidend sein dürften.

Guido Burgstaller - Sokratis

Schalkes Guido Burgstaller ist nicht nur Publikumsliebling auf Schalke, sondern mit zehn Liga-Toren und vier Assists auch bester Scorer der Königsblauen.

Der österreichische Stürmer hat nicht nur den richtigen Torriecher, sondern ist auch erster Verteidiger im Team von Trainer Domenico Tedesco. Er ackert. Kämpft. Beißt. Zerreißt sich für seine Kollegen. Und darüber hinaus ist der 28-Jährige nicht so technisch limitiert, wie es ihm viele gerne nachsagen.

Burgstaller bekommt es am Sonntag oft mit Sokratis zu tun. Den Dortmunder Innenverteidiger verbindet sogar einiges mit seinem Gegenspieler: Beide gelten als bodenständig, schwingen eher die grobe Klinge und arbeiten hart für das Team.

Sinnbildlich für Sokratis: Die mit tosendem Szenenapplaus bedachte Grätsche aus dem jüngsten Duell mit dem VfB Stuttgart gegen Christian Gentner. Auf einen humorlosen Gegenspieler muss sich also auch Burgstaller gefasst machen.

Naldo - Michy Batshuayi

Naldo sorgte für den Moment, den wohl keiner so schnell vergessen wird: Im legendären Hinspiel krönte der Brasilianer die irre Schalker Aufholjagd mit dem Last-Minute-Treffer zum 4:4.

Aber auch seiner Hauptaufgabe im Zentrum der Dreierkette kommt der 35-Jährige mit Bravour nach: Naldo hat mit 72,44 Prozent die beste Zweikampfquote der Liga, in der er noch keine Minute gefehlt hat. Mit seinem Stellungsspiel macht er jedem Stürmer das Leben schwer.

Ob Naldos Zweikampfquote auch noch nach Sonntag so gut sein wird, darf aber zumindest bezweifelt werden. Denn mit Michy Batshuayi kommt ein Stürmer in die Arena, der zugleich wuchtig und listig ist.

Im Strafraum ist der Belgier nur schwer zu halten, und er feuert aus allen Lagen. Da dürfte der lange Schlacks Naldo Probleme bekommen. Doch angesichts von 14 Zentimetern mehr Länge ist zumindest die Lufthoheit klar auf Seiten des königsblauen Innenverteidigers.

Leon Goretzka - Nuri Sahin

In seinen letzten Monaten auf Schalke wollte sich der künftige Münchner Leon Goretzka für Königsblau zerreißen – in der Rückrunde war davon aber seit jener Ankündigung wenig zu sehen.

Was man dem 23-Jährigen zugute halten muss: Als er auf der Sechs auflief, konnte er seine Offensiv-Gefahr nicht so sehr zum Tragen bringen wie auf der Acht. Allerdings blieb er zuletzt auch weiter vorne unauffällig. Neben seinen Angriffsqualitäten arbeitet er gut gegen den Ball.

Im Gegensatz zu Goretzka ist Nuri Sahin auf eine Position festgelegt: die Sechs. Dort durfte er für den BVB gegen Stuttgart nach acht Partien zum ersten Mal wieder in der Startelf ran.

Nach einer fahrigen ersten Halbzeit steigerte sich der Regisseur, wurde zum lautstarken Leader seines Teams und ordnete das Spiel mit präzisen Pässen, seine große Stärke.

Es bleibt abzuwarten, ob es Sahin auch in der hitzigen Atmosphäre des Derbys gelingt, für Struktur im BVB-Spiel zu sorgen.

Max Meyer - Marco Reus

Max Meyer gehört zu den Spielern im Team des FC Schalke 04, die unter Tedesco besonders aufblühen. Der Chefcoach der Königsblauen erkannte die Stärken des Mittelfeldspielers und lässt den 22-Jährigen seit einigen Monaten mit Erfolg auf der Sechs los.

Dabei ist er nicht nur ballsicher und zweikampfstark, sondern mit seiner Technik das ideale Bindeglied zwischen Defensive und Offensive – zuletzt agierte Meyer jedoch unter seinem eigentlichen Level.

Sollte er sich nicht steigern, droht am Sonntag Gefahr. Denn mit Marco Reus verfügt der BVB über einen der torgefährlichsten Offensivspieler der Bundesliga. Seit seinem Comeback nach der achtmonatigen Verletzungspause knüpfte der 28-Jährige sofort wieder an seine alte Form an und erzielte drei Treffer in sechs Ligaspielen.

Mit seiner Dynamik und taktischem Verständnis macht Reus seine Mitspieler besser und treibt seine Gegenspieler regelmäßig zur Verzweiflung.

Bastian Oczipka - Christian Pulisic

Entgegen aller Skeptiker hat sich Bastian Oczipka direkt auf der linken Schalker Seite etabliert – und das nicht nur aus Mangel an Alternativen. Der 29 Jahre alte Ex-Frankfurter ist ein richtiger Malocher, nur in Sachen Offensiv-Gefahr hat er noch Luft nach oben.

Noch wartet Standard-Spezialist Oczipka auf sein erstes Liga-Tor für Schalke. Ein weiteres Defizit: In Sachen Tempo kann Oczipka nicht mit jedem seiner Gegenspieler mithalten.

Genau da kommt Christian Pulisic ins Spiel. Der Dortmunder Flügelstürmer beschleunigt aus dem Stand in Windeseile auf ein atemberaubendes Sprinttempo und ist damit in der Lage, Oczipka locker stehen zu lassen.

Doch nicht in jeder Partie bringt der hochveranlagte US-Nationalspieler seine Fähigkeiten auf den Rasen. Das 19 Jahre alte Wunderkind erwischt auch immer mal wieder einen schwachen Tag, es mangelt ihm noch an Konstanz.

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