Fehler längst eingesehen

Gnade für Werner: "Cool reagieren und in erster Linie uns unterstützen"

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Leipzigs Timo Werner sorgte mit seiner Schwalbe im Hinspiel gegen Schalke für einen großen Aufreger.

Timo Werner hat seinen Fehler eingesehen und sportlich Ausrufezeichen. Auch die Schalker appellieren vor dem Duell mit RB Leipzig, die Schwalbe endlich zu vergessen.

Gelsenkirchen - Schmähgesänge. Beleidigungen. Ein wahrer Spießrutenlauf. Auf Timo Werner dürfte einiges zukommen, wenn der deutsche Nationalstürmer mit RB Leipzig am Samstag zu Gast in der Schalker Arena ist. Doch der 21-Jährige weiß, was ihn erwartet. Und blendet es aus. "Man muss nicht denken, dass ich da verunsichert hinfahre“, sagte er jüngst in der Sport Bild: „Mich hat diese Erfahrung als Persönlichkeit eher stärker und reifer gemacht. Ich werde mich nicht verstecken, auch wenn ich vielleicht etwas aufgeregter sein sollte.“

Beim Schalker Publikum ist Werner spätestens seit dem Hinspiel der Vorsaison unten durch. Der Angreifer hatte sich in der Anfangsphase der Partie zu einer klaren Schwalbe hinreißen lassen, die er erst einen Tag später eingeräumt hatte. Doch auch bundesweit hat er sich damit keine Freunde gemacht, Werner galt als Reizfigur des deutschen Fußballs.

Werner durch Fehler gereift

Dabei ließ der 21-Jährige sportlich keine Zweifel an seinen Qualitäten. Im Kalenderjahr 2017 gehört er bislang zu den besten und treffsichersten deutschen Stürmern. Werner hat bewiesen, dass er aus seinem Fehler gelernt hat und dadurch gereift ist.

Die Verantwortlichen der Königsblauen sehen das ähnlich. Für sie ist die Szene aus dem Dezember 2016 längst kein Thema mehr. „Ich habe diese Geschichte komplett abgehakt“, erklärte Manager Christian Heidel: „Ich glaube auch nicht, dass das in den Köpfen unserer Spieler eine Rolle spielt.“

Natürlich: In dem Moment der Schwalbe „haben wir uns natürlich alle extrem aufgeregt“, räumte Johannes Geis im Kicker ein. „Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch Verständnis für den Unmut der Fans.“

Geis: Bei Werner wurden Grenzen überschritten

Der Schalker Mittelfeldspieler weiß, wovon er redet. Denn auch der 24-Jährige wurde vor rund zwei Jahren nach einem Foul an André Hahn, der sich dabei schwer verletzte, wochenlang angefeindet. „Ja, ich kann mit Timo mitfühlen“, sagte Geis: „Dennoch wurden in den Wochen danach Grenzen überschritten. Timo hat mit seinen anschließenden Leistungen bewiesen, dass er das gut weggesteckt hat. Er wurde verdient Nationalspieler.“

Die königsblauen Fans in der Arena werden diese Szene dennoch nicht so schnell vergessen. Bei jedem Ballkontakt, darauf kann sich Werner einstellen, erwarten ihn gellende Pfiffe. „Ich glaube, dass es schwer wird für ihn, in unserer Arena zu spielen“, erklärte Geis.

"Geschichte irgendwann mal ruhen lassen"

Gleichzeitig appellierte er an die Anhänger in der Arena: „Ich würde mich aber freuen, wenn unsere Fans cool reagieren und in erster Linie uns unterstützen und nach vorne peitschen. Man sollte die Geschichte mit der Schwalbe irgendwann mal ruhen lassen. So etwas kann einen jungen Spieler auch mental kaputtmachen.“

Schließlich soll es für Schalke in erster Linie darunter gehen, unter dem neuen Trainer Domenico Tedesco erfolgreich in die Saison zu starten. „Für uns“, sagte Heidel, „ist es kein Spiel gegen Timo Werner, sondern eins gegen einen eminent guten Gegner, ein schwieriges Spiel. Es gibt Spieler, die schlimmere Sachen gemacht haben.“

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