"Das macht mich sauer"

Dieser Promi tritt wegen Tönnies als Schalke-Mitglied aus – Rückendeckung von anderen 

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Peter Lohmeyer ist bekennender Schalke-Fan.

Viele Schalker Mitglieder skandieren nach dessen rassistischen Aussagen gegen Klub-Boss Clemens Tönnies. Ein Promi zog nun Konsequenzen. Es gibt aber auch Zustimmung.

Update vom 13. August, 13.10 Uhr: Clemens Tönnies hat bereit viel Kritik einstecken müssen für seine rassistischen Aussagen, ein Promi hat bereits den FC Schalke verlassen – jetzt gibt es aber Rückendeckung von Friedhelm Funkel und anderen Bundesliga-Vertretern.

"Clemens hat eine Aussage getätigt, die nicht geht. Er hat sich in der Wortwahl vergriffen. Was jetzt mit ihm gemacht wird, halte ich nicht für in Ordnung. Er wird ja regelrecht geschlachtet", sagte Trainer Funkel von Fortuna Düsseldorf beim Fußball-Gipfel der Rheinischen Post.

Zustimmung erhielt Funkel von Max Eberl, Armin Veh und Simon Rolfes. "Er hat etwas gesagt, was man nicht sagen soll. So etwas sagt man nicht und das weiß er. Wenn ein Satz sein ganzes Leben kaputt macht und er nicht mehr auftreten kann, dann ist das maßlos übertrieben", sagte Manager Veh vom 1. FC Köln.

Wegen Tönnies: Dieser Promi tritt als Schalke-Mitglied aus

Gelsenkirchen - Peter Lohmeyer gehört zu den prominentesten Fans des FC Schalke 04. Der Schauspieler war auch Mitglied der Königsblauen - bis vor Kurzem. Der 57-Jährige ist aus dem Verein ausgetreten.

Warum? "Weil ich Schalker bin", sagte Lohmeyer im Interview mit dem Magazin 11Freunde: "Schalke 04 war immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus, und darauf war ich immer sehr stolz. Jetzt wird das durch den Metzger in Frage gestellt, und das macht mich sauer – und traurig! Irgendwie kommt es mir so vor, als hätten Menschen in diesem Verein diese Haltung nur benutzt und nicht wirklich gelebt."

Gemeint ist Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies, der für seine rassistischen Aussagen über Afrikaner einen Sturm der Entrüstung geerntet hatte. Auf eigenen Vorschlag lässt Tönnies seinen Posten lediglich drei Monate ruhen. Doch der Schalker Ehrenrat entkräftete den Rassismus-Vorwurf.

Lohmeyer: Hetzjagd? "Das ist absurd"

Für Lohmeyer ein Unding. "Im Leitbild von Schalke steht: 'Von uns Schalkern geht keine Diskriminierung und keine Gewalt aus. Wir zeigen dem Rassismus die Rote Karte.' Daher verstehe ich nicht, wie sie da versuchen können, einen Unterschied zu machen. Wer gegen dieses Leitbild verstößt, ist kein Schalker! Es wird davon gesprochen, wie viel Clemens für Schalke getan hat. Dagegen sage ich auch gar nichts. Aber sein Rücktritt hätte seine letzte große Tat für Schalke sein können, denn damit hätte er vom Verein eine große Last genommen. Aber es ging ihm anscheinend in diesem Moment nicht um Schalke, sondern um ihn selbst."

Die Wortwahl von Sportvorstand Jochen Schneider, der die Kampagne gegen Tönnies zuletzt als Hetzjagd bezeichnet hatte, hält der Schauspieler für "absurd, weil dadurch aus dem Täter ein Opfer gemacht wird".

Fan der Schalker will Lohmeyer weiter sein, nur erst einmal kein Vereinsmitglied. Das könnte sich ändern, sollte Tönnies zurücktreten. "Aber ich würde es mir erstmal genau anschauen", sagte er: "Ich will sicher sein, dass alle im Verein von dessen Werten wirklich überzeugt sind."

Lohmeyer sagte, dass Tönnies mit einem Rücktritt "seine letzte große Tat für Schalke" hätte leisten können, "damit hätte er vom Verein eine große Last genommen. Aber es ging ihm anscheinend in diesem Moment nicht um Schalke, sondern um ihn selbst". mg/mago/sid

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