Raúl sorgt für versöhnlichen Hinrundenabschluss

Raúl (hier mit Jefferson Farfan) erzielte gegen Köln seinen zweiten Dreierpack in der Bundesliga. ▪
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Raúl (hier mit Jefferson Farfan) erzielte gegen Köln seinen zweiten Dreierpack in der Bundesliga. ▪

Besser hätte die Bundesliga-Hinrunde aus Sicht der S04-Fans nicht enden können. Das 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln war für den FC Schalke 04 der dritte Zu-Null-Sieg in der Meisterschaft in Folge, bei dem die Gelsenkirchener besonders in der zweiten Halbzeit auch richtig guten Fußball boten. Von Boris Baur

Und gerade als der Applaus für den dreifachen Torschützen Raúl (30., 50., 87.) bei seiner Auswechslung abgeklungen war, da flackerte auf dem Videowürfel in der Veltins-Arena die Nachricht vom Tor aus Frankfurt auf, das die erste Auswärtsniederlage des ungeliebten Nachbarn aus Dortmund besiegelte. Kein Wunder, dass Trainer Felix Magath von einem „versöhnlichem Abschluss“ der Vorrunde sprach, den die Königsblauen am Dienstag im DFB-Pokal beim FC Augsburg (20.30 Uhr) versüßen können.

Ganz anders war die Stimmung von Kölns Trainer Frank Schaefer nach dem Spiel: „Wir können mit der Hinrunde nicht zufrieden sein, da brauchen wir nichts schön zu reden“, sagte der Gästecoach und ärgerte sich vor allem über das erste Gegentor, das der bis dahin müden Begegnung die Wende zu Schalker Gunsten gegeben hatte. Völlig unbedrängt hatte der nicht nur in dieser Szene indisponierte Christopher Schorch einen bereits geklärten Ball von der eigenen Torauslinie in die Füße von Ivan Rakitic gespielt. Dessen Flanke Raúl mit einem schönen Kopfball ins Netz beförderte (30.). Zuvor hatten die Knappen keine Mittel gegen einen ohne die Topstürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic sehr defensiven FC gefunden, wie auch Felix Magath eingestand: „Es hat des ersten Tores bedurft, um mit mehr Sicherheit zu spielen. Als der Druck weg war, hat die Mannschaft gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt.“

Nach der Führung deckten die Schalker die Schwachstellen auf den Außenbahnen des Gegners gnadenlos auf. Links führte der quirlige José Manuel Jurado den Kölner Schorch vor. „Er ist gelernter Innenverteidiger und hat mit Jurado nicht gerade seinen Traumgegner erwischt“, nahm Schaefer seinen Spieler in Schutz. Fabrice Ehret erging es auf der anderen Seite kaum anders. Stümperhaft war dann auch sein Defensivverhalten gegen Jefferson Farfan vor dem zweiten Tor. Der Peruaner, der später mit einer Prellung am Fersenbein ausschied, gegen Augsburg aber wohl dabei ist, zog nach dem gewonnenen Zweikampf unbehelligt in die Mitte. Raúl verwertete den Abpraller und entschied so die Partie kurz nach der Pause (50.). Danach spielten sich die Schalker in einen Rausch. „Wir sind phasenweise überrollt worden“, sagte Schäfer. Am meisten Spaß hatte dabei Raúl, der wieder überall zu finden war und vor Ideen fast überquoll. Bezeichnend, dass er auch sein drittes Tor überschwänglich bejubelte (87.). „Ich bin so glücklich, dass alles hier so gut funktioniert“, sagte der spanische Neuzugang.

Die Kölner setzen ihre Hoffnungen auf die Rückrunde. „Wir stehen auf keinem Abstiegsplatz. Aus dieser Situation haben wir die Möglichkeit nach oben zu kommen“, so Schaefer optimistisch. Den Abstiegskampf haben die Schalker dagegen endgültig hinter sich gelassen. „Wenn man sich zu Beginn so schwer tut, dann im Lauf der Partie das Spiel in den Griff bekommt, zeugt das davon, wie stabil wir mittlerweile sind. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass wir noch einmal eine derartige Phase wie zum Saisonstart erleben“, ist sich Magath sicher. Den letzten Tick habe dabei ausgerechnet die 0:5-debakel gegen Kaiserslautern gegeben, weil „das ein Ereignis war, das die ganze Mannschaft betroffen hat.“ Dank der folgenden drei Siege sind die Schalker im Mittelfeld angekommen, und in der Rückrunde soll an die „alten Ziele“, so Magath, angeknüpft werden. „Die Europacup-Ränge sind wieder drin, aber dafür müssen wir Platz für Platz klettern“, kündigte Raúl an.

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