Anhänger von BVB 09 und dem FC Schalke 04 machen Probleme

Pyrotechnik, Problemfans, Verletzte: Bilanz der Polizei nach Revierderby in Dortmund

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Archivbild: FC Schalke 04 - Borussia Dortmund

Dortmund - Die Bundesligabegegnung zwischen dem BVB 09 und dem FC Schalke 04 sorgte für ein Großaufgebot der Polizei im und am Signal Iduna Park in Dortmund. Problemfans machten es den Beamten schwer. Sieben Personen wurden verletzt, 13 in Gewahrsam genommen. Es wurden 36 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und wegen Körperverletzungen erstattet. 

Wie die Polizei mitteilt, setzten die Dortmunder Beamten erneut auf das Konzept der "Neuen Wege" zur konsequenten Trennung der rivalisierenden Fanlager.

Dieses Sicherheitskonzept ist von einer großen Mehrheit der Fußballanhänger angenommen worden. Eine unbelehrbare und zum Teil hoch aggressive Minderheit hingegen versuchte sowohl in der Anreise-, als auch in der Abreisephase die Trennung der Fanlager zu unterlaufen und hatte es auf direkte Auseinandersetzungen abgesehen.

Durch die große Anzahl polizeilicher Einsatzkräfte gelang es jedoch, problematische Fangruppen sehr eng zu begleiten, Auseinandersetzungen frühzeitig zu unterbinden und gegen aggressive Gewalttäter sehr konsequent einzuschreiten.

Auseinandersetzung mit Schalker Ultras unterbunden

Bereits auf dem Anmarsch in Richtung Stadion versuchten Dortmunder Problemfans, in Richtung der Schalker Zuwegung zu gelangen. Einsatzkräfte der Polizei verhinderten dieses. Im Bereich des Stadionvorplatzes blieben diese Problemfans stehen und versuchten, den Einlass ins Stadion herauszuzögern. Deutlich erkennbar sollte hier auf das Eintreffen der Schalker Ultras gewartet werden, um eine direkte Auseinandersetzung zu provozieren. Durch das konsequente Einschreiten der Polizei, in Zusammenarbeit mit Verantwortlichen des BVB wurden die Ultras schließlich vor Eintreffen der Schalker Ultras in das Stadioninnere geleitet.

Eine Gruppe von mehreren hundert Schalker Problemfans traf gegen 14.17 Uhr am Stadionvorplatz ein. Teile dieser Gruppierung betraten zunächst einen falschen Kontrollbereich, weshalb der Ordnerdienst den weiteren Zugang zunächst sperrte. Als die Zugangstore wieder geöffnet wurden, verweigerten die Schalker Problemfans die Durchsuchung durch den Dortmunder Ordnungsdienst. Dieses führte zu weiteren deutlichen Verzögerungen bei Stadioneinlass.

Um eine Überfüllung des Stadionvorplatzes zu verhindern, sperrte die Polizei den weiteren Zugang in Höhe des Wirtschaftsweges und stoppte dort eine mehrere hundert Personen starke Gruppe Schalker Problemfans. Diese Maßnahme wurde durch Lautsprecherdurchsagen und über die sozialen Medien umfangreich kommunikativ begleitet.

Druck auf Polizeikette und Zäune

Gegen 14.55 Uhr übten nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Personen aus dieser Gruppe nach einem abgestimmten Signal erheblichen Druck auf die Polizeikette und auf die seitlichen Zaunelemente aus. Teile des Zauns kippten um, ebenfalls zu Fall kamen Einsatzkräfte der Polizei. Ein Polizeibeamter erlitt dabei leichte Verletzungen, er verblieb jedoch dienstfähig.

Situativ öffnete die Polizei die Sperrmaßnahme, dadurch wurde die Zuführung in Richtung Stadion fortgesetzt.

Während des Spiels kam es auf der Nordtribüne zu massivem Abbrennen von Pyrotechnik durch Gastfans. Ein Spieler des BVB wurde in der ersten Halbzeit mit einem Gegenstand beworfen. Es wurde ein Strafverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Nach Spielende gelangten Dortmunder Problemfans in den Bereich der Nordtribüne. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit Schalker Problemfans. Die polizeilichen Einsatzkräfte drängten die Gewalttäter zurück und nahmen einige Störer in Gewahrsam. Ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch wurde eingeleitet.

Sechs Verletzte nach Zündung von Pyrotechnik

Gegen 17.40 Uhr wurde auf der Südtribüne Pyrotechnik gezündet, sechs Personen verletzten sich, zwei davon mussten später in einem Krankenhaus behandelt werden.

Auch bei der weiteren Abreise in Richtung der U-Bahn-Stationen zeichneten sich die Problemfan-Gruppierungen beider Lager durch hohe Aggressionen aus. An der Haltestelle "Westfalenhallen" beendeten die Einsatzkräfte eine Auseinandersetzung durch den Einsatz von Pfefferspray. Auch hier kam es zu freiheitsentziehenden Maßnahmen. Weitere vereinzelte körperliche Streitigkeiten konnten die polizeilichen Einsatzkräfte in der

Folge unterbinden.

"Unbelehrbare und gewaltbereite Minderheit"

Insgesamt nahm die Polizei 13 Personen in Gewahrsam. Bislang wurden 36 Strafanzeigen, unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und wegen Körperverletzungen erstattet.

Der Einsatzleiter dieses Einsatzes, der Leitende Polizeidirektor Udo Tönjann, zieht ein vorläufiges Fazit: "Leider hat sich wieder einmal gezeigt, dass eine unbelehrbare und gewaltbereite Minderheit den Einsatz einer Vielzahl polizeilicher Einsatzkräfte notwendig gemacht hat. Während der Großteil der Fußballfans sich, trotz aller Rivalität zwischen den beiden Vereinen, friedlich verhalten hat, mussten die Beamtinnen und Beamten über den gesamten Einsatzverlauf hinweg sehr konsequent gegen die Problemfans beider Seiten agieren", resümierte Udo Tönjann den aus seiner Sicht erfolgreichen Polizeieinsatz.

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