Heldt: Psychologin hat großen Anteil am Schalker Erfolg

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Zurückhaltend, aber immer präsent: Diplom-Psychologin Theresa Holst mit Cheftrainer Jens Keller (links) und Video-Analyst Tobias Hellwig während des Trainingslagers in Katar.

GELSENKIRCHEN - Die Verantwortlichen beim FC Schalke 04 halten sich nach wie vor einigermaßen bedeckt, wenn sie auf die große Hinrunden-Analyse, die kurz vor Weihnachten stattgefunden hatte, angesprochen werden. Inhalte und Resultate werden behütet wie ein wertvoller Schatz.

Fest steht, dass an vielen Schrauben gedreht und die oftmals quälende Hinrunde vielfältige Konsequenzen hatte. Zum Beispiel die, das Theresa Holst seit dem Winter-Trainingslager in Katar dem Profikader angehört. Die Diplom-Psychologin brauchte während des Wüstentrips im Januar gerade einmal zehn Tage, die sportlich Verantwortlichen dazu zu veranlassen, sie in der Nachwuchsabteilung des Vereins los zu eisen. Dort war sie seit dem Sommer des vergangenen Jahres tätig und hatte sich um die Schalker Talente gekümmert. Ihr Studium hatte die passionierte Basketball-Spielerin in Bremen absolviert, nach der Diplomarbeit arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum und auch drei Jahre lang für den VfL Bochum, ehe sie im Sommer 2013 eine Festanstellung in Schalke erhielt.

„Theresa Holst hat auch ihren Anteil daran, was wir gerade sehen“, sagt Horst Heldt. Der Schalker Manager ist sich sicher, dass die Sportpsychologin seit der Winterpause in zahlreichen Einzelgesprächen „viele Türen geöffnet hat“. Über die Inhalte der Gespräche mit den Spielern erfährt Heldt wie alle Außenstehenden nichts, doch ist er sich sicher, dass das Engagement von Holst ein weiterer Puzzlestein für eine erfolgreiche Arbeit ist: „Sie hat Denkprozesse angestoßen.“ Die absolute Diskretion ist unabdingbar für das Wirken von Holst. In der täglichen Arbeit halte sie sich nach Aussage von Heldt „vorbildlich zurück, ist dabei aber immer präsent“.

Und die Akzeptanz bei den Profis ist hoch. „Wer zu einem Sportpsychologen geht, der ist ja auch nicht krank“, sagt beispielsweise Torwart Ralf Fährmann, der schon zuvor mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet hat: „Ein Sportpsychologe versucht einem beizubringen, wie man sein Unterbewusstsein steuert oder sich nach Fehlern sofort wieder neu konzentriert. Das ist heute enorm wichtig“, sagt Fährmann. Und könnte sich selbst als bestes Beispiel anfügen. Dass er in den vergangenen Wochen zur unumstrittenen und souveränen Nummer eins im Schalker Tor aufgestiegen ist, hat auch viel damit zu tun, dass er „das mentale Problem offenbar sehr gut in den Griff bekommen hat“, wie es Horst Heldt ausdrückt.

Theresa Holst selbst weiß, was sie bewirken kann – und was nicht. „Von der Vorstellung, dass Gespräche mit einem Psychologen einen schwachen Sportler zu einem guten machen, sollte man sich sofort verabschieden“, sagte sie im Dezember der „Stimberg-Zeitung“. Dennoch hat sie unbestreitbar ihren Anteil am derzeitigen Schalker Höhenflug, der heute im Heimspiel gegen den FSV Mainz (20.30 Uhr) fortgesetzt werden soll.

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