Unser Reporter berichtet aus Doha

Keller ein "Pechpilz", Kirchhoff fliegt Dienstag heim

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S04-Trainer Jens Keller im Trainingslager in Doha auf dem Platz.

DOHA - Wenige Minuten, nachdem Jan Kirchhoff mit Krücken am Speisesaal im Schalker Mannschaftshotel vorbei gelaufen ist, sitzt Jens Keller vor einer Handvoll Journalisten und erzählt, wie für ihn das Arbeitsjahr 2014 begonnen hat: "Da denkst du, neues Jahr, gute Vorsätze, jetzt hast du das Glück mal auf deiner Seite. Und dann passiert so etwas. Wahnsinn."

Aus Doha berichtet Jens Greinke

Schalke - Al-Gharafa Sports Club 2:1 (0:1)

S04-Startelf: Hildebrand - Hoogland, Santana, Papadopoulos, Fuchs - Neustädter, Ayhan - Leipertz, Avdijaj, Meyer - Szalai

Ersatzbank: Fährmann, Kolasinac, Farfan, Obasi, Friedrich, Uchida, Matip, Sobottka, Itter, Annan

Nicht dabei: Clemens, Höwedes, Unnerstall, Kirchhoff, Boateng

Der 43-Jährige ist derzeit tatsächlich nicht in die Kategorie derer einzuordnen, denen das Glück hinterher läuft. Keller ist eher ein "Pechpilz". Der wahrscheinlich einzige Neuzugang in diesem Winter, Jan Kirchhoff, verletzte sich sofort zu Beginn des Trainingslagers in Katar, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Der Defensiv-Spezialist, der von Bayern München ausgeliehen worden war, hatte sich in einem Zweikampf einen schmerzhafte Verletzung am Knöchel zugezogen. "Die Bandstruktur ist offenbar ein bisschen verletzt", sagt Keller. Kirchhoff erlitt einen Teilanriss am Außenband - Pause: mindestens 14 Tage. Schon am Dienstag begibt sich der Neue auf den Rückflug nach Deutschland.

"Wir haben hier wieder keine optimalen Voraussetzungen", so Keller, der in der täglichen Trainingsarbeit in Doha auf einige wichtige Spieler verzichten muss: Die verletzten Julian Draxler, Dennis Aogo, Marco Höger, Leon Goretzka und Klaas-Jan Huntelaar sind erst gar nicht mitgereist. Und Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes (Muskelbündelriss) absolviert in Katar ein Individualtraining.

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Da dürfte es Keller ein wenig trösten, dass immerhin Kevin-Prince Boateng dank intensiver medizinischer Betreuung die zehn Tage Trainingslager absolvieren und mutmaßlich gut überstehen kann. Für den ghanaischen Nationalspieler ist extra der Kniespezialist Bernd Fischer aus München eingeflogen worden.

Keller reagiert mittlerweile bisweilen ein wenig sarkastisch auf die Situation, zieht aus ihr aber auch ein gewisses Maß an Hoffnung. "Im letzten Sommer-Trainingslager war eine enorme Zufriedenheit zu verspüren, alles war sehr harmonisch damals, selbst in den Medien", erinnert sich Keller an die Vorbereitung auf die laufende Saison: "Da haben dann vielleicht die letzten Prozentpunkte gefehlt." Gut ein halbes Jahr später sei die Situation nun eine ganz andere.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nach dieser Hinrunde noch Arroganz oder Überheblichkeit gibt", sagt Keller jetzt. Der Chefcoach steht allerdings selbst unter verstärkter Beobachtung. Kurz vor Weihnachten wurde dem gebürtigen Schwaben nach einer ausgiebigen Analyse der Hinrunde vorerst weiter das Vertrauen ausgesprochen.

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Manager Horst Heldt und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies gaben Keller allerdings eine Vorgaben mit den Weg. "Doch das sind Dinge, die man nicht nach außen trägt", sagt Keller. Die Kritikpunkte an seiner Arbeit sind aber hinlänglich bekannt: keine klar zu erkennende Handschrift, wenig bis keine Weiterentwicklung bei den meisten Spielern und auch ein manchmal zu legerer Umgang mit einigen Spielern.

Sollte der Start in die Rückrunde ähnlich holprig verlaufen wie der in die Hinrunde, dürfte die Diskussion im Keller erneut los gehen. Der 43-Jährige glaubt allerdings, dass die Mannschaft aus ihren Fehlern gelernt hat. "Wir müssen gleich am ersten Tag da sein", sagt Keller, der große Hoffnungen in die Rückkehr von Torjäger Huntelaar setzt: "Er ist sehr wichtig für uns. Sowohl von der Persönlichkeit her als auch als Spieler. Ich denke, dass die Mannschaft wieder eine ganz andere Balance bekommt, wenn er wieder da ist."

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