Niederlage in Leipzig

Schalkes Schüler gehorchen nicht

Schalke 04 kassierte in Leipzig die erste Niederlage nach zuvor 13 ungeschlagenen Partien.
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Schalke 04 kassierte in Leipzig die erste Niederlage nach zuvor 13 ungeschlagenen Partien.

Schalke 04 hat sich die Niederlage bei RB Leipzig selbst zuzuschreiben. Das lag vor allem daran, dass sich Königsblau nicht an die Vorgaben des Trainers hielt.

Leipzig - Er versuchte erst gar nicht, irgendetwas schön zu reden. Die Schuld außerhalb des eigenen Teams zu suchen. Sich irgendwelche Ausreden zusammenzureimen.

„Wir haben kein gutes Spiel gemacht, alles andere wäre gelogen oder zu viel durch die Schalker Brille geschaut“, sagte Domenico Tedesco, Trainer der Königsblauen, die nach zuvor 13 ungeschlagenen Partien wieder die erste Niederlage haben einstecken müssen.

Mit dem 1:3 (0:1) bei Bundesliga-Vize RB Leipzig kassierten die Knappen einen kleinen Dämpfer, den sie sich in der Tat selbst zuzuschreiben hatten. Auch wenn es zunächst gar nicht danach ausgesehen hatte.

"Pressing-Monster"

Eine halbe Stunde lieferten sich die Kontrahenten ein intensives, taktisch geprägtes Duell auf Augenhöhe, ja sogar mit minimalen Vorteilen für Schalke. „Da haben zwei Pressing-Monster gegeneinander gespielt“, wie es Christian Heidel, der Sportvorstand der Königsblauen, formulierte.

Doch nach und nach kippte die Partie zugunsten der Leipziger. Selbst der von Ralf Fährmann pariere Elfer von Jean-Kevin Augustin (37.), der zuvor von Benjamin Stambouli gefoult worden war, sorgte bei den Schalkern nicht für neuen Schwung.

Genauso wenig wie der der Kopfballtreffer zum 1:1 kurz nach der Pause von Naldo (56.), der zuvor noch einen Schuss von Naby Keita unglücklich und damit unhaltbar für Fährmann ins eigene Tor abgefälscht hatte (41.).

Schalke hält sich nicht an Tedescos Plan

Der Grund dafür ist simpel: Schalkes Schüler folgten immer weniger dem von Coach Tedesco vorgegebenen Plan. Zum ersten Mal in der laufenden Saison. „Die Mannschaft hat sich nicht an das taktische Konzept gehalten“, monierte Heidel.

Dabei war jenes gar nicht so kompliziert. Die Kernaussage lautete: Bloß keine Pässe durch das Zentrum spielen. Doch was machte Königsblau? Richtig, durch die Mitte spielen. Mit verheerenden Folgen.

Beispiel 1:2: Naldo missglückte ein Pass auf Amine Harit – ein gefundenes Fressen für die Leipziger Pressing-Maschinerie. Konrad Laimer leitete ein, der zuvor eingewechselte Timo Werner vollendete (69.).

Schalke verliert bei RB Leipzig

RB Leipzig - FC Schalke 04
RB Leipzig - FC Schalke 04
RB Leipzig - FC Schalke 04
RB Leipzig - FC Schalke 04
Schalke verliert bei RB Leipzig

„Ich kann ihn da nicht wegschießen“, meinte Naldo: „Wenn wir wacher wären, hätten wir das lösen können.“ Tedesco stimmte zu: „Wir hatten zahlreiche Möglichkeiten, das Tor noch zu verhindern.“ Dennoch bliebt unter dem Strich dieses unnötige Gastgeschenk von Naldo.

Leipzig nach der Pause klar überlegen

Beispiel 1:3 nur zwei Minuten später, das noch exemplarischer war: Harit spielte ins Zentrum. Marcel Sabitzer lauerte, Leipzig schaltete blitzschnell um, Bruma traf am Ende – wieder leicht abgefälscht von Naldo – ins kurze Eck (71.).

„Wir haben angefangen in gewisse Zonen zu spielen, die uns weh tun, weil RB nur darauf wartet“, sagte Tedesco. In Zahlen drückte sich das im zweiten Abschnitt so aus, dass die Gastgeber mit 11:3 Abschlüssen und 6:1 Torschüssen klar überlegen waren.

Während Schalke also vom Konzept abgewichen war, ging das Vorhaben von Ralph Hasenhüttl voll auf. „Unser Plan war, den Gegner ein wenig zum Spielen einzuladen, um uns Räume zu schaffen, die wir beim 0:2 im Hinspiel nicht hatten“, erklärte Leipzigs Coach.

Womit er mit seinem Team den Königsblauen verdeutlichte, dass deren Entwicklungsprozess noch lange nicht beendet ist. „Wir „müssen und werden aus dieser Niederlage lernen“, sagte Tedesco vor allem mit Blick auf den zweiten Durchgang. Ganz ohne Schön-Rederei.

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