Schalkes Remis in Gladbach

Naldo profitiert vom Videobeweis - und ist doch dagegen

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Diskussionsbedarf: Schiedsrichter Sascha Stegemann mit Gladbachs Lars Stindel und Naldo. 

Mönchengladbach - Erneut sorgt der Video-Assist in der Bundesliga für viel Wirbel. Dieses Mal beeinflusst er das Topspiel zwischen Mönchengladbach und Schalke 04.

Gladbachs Coach Dieter Hecking hatte "keinen Bock" mehr über den Videobeweis zu reden, sein Manager Max Eberl zeigte seine Reaktion damit, dass er nach dem Schlusspfiff wutentbrannt und laut schimpfend in die Kabine der Borussia rannte. Und sogar Schalkes Abwehrchef Naldo war nach dem 1:1-Remis der Schalker in Gladbach dafür, den Videobeweis bald wieder abzuschaffen.

Die meist diskutierte Szene des Topspiels des bis dahin Tabellenfünften Mönchengladbach gegen den Dritten Schalke 04 war mal wieder eine, die letztlich vom Video-Assist in Köln mit entschieden wurde. In der 40. Minute hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann nach einem Zweikampf zwischen Naldo und Gladbachs Lars Stindl beim Stand von 1:0 für die Borussia zunächst auf Strafstoß für die Gastgeber entschieden. Und zwar völlig zurecht, wie selbst Naldo nachher meinte: "Es war ein Foul von mir." Dass der Unparteiische die Entscheidung zum Entsetzen der Gladbacher schließlich  doch noch aufhob, lag an einer Szene, die sich Sekunden vor dem Strafraum-Foul auf der linken Außenbahn abgespielt hatte. Dort war Schalkes Daniel Caligiuri nach einem Zweikampf mit Oskar Wendt zu Fall gekommen und hatte den Ball verloren - es war der Ausgangspunkt für die anschließende Strafraumszene gewesen.

Hecking und Caligiuri haben Disput im Kabinengang

"Ich habe den Schiri darauf angesprochen und ihn gebeten, sich die Situation noch einmal anzuschauen", meinte Caligiuri. Stegemann zog tatsächlich den Video Assist zu Rate und entschied fast drei Minuten nach dem Strafstoßpfiff für Gladbach auf Freistoß für Schalke. Dieter Hecking war da ganz anderer Meinung, der Gladbach-Coach ließ sich im Kabinengang sogar auf eine kleine Diskussion mit seinem Ex-Spieler Caligiuri ein, mit dem er während der gemeinsamen Zeit beim VfL Wolfsburg zusammengearbeitet hatte. Caligiuri sellbst nahm den kleinen Disput mit Humor: "Wäre er noch mein Trainer, hätte er auch gesagt, dass es ein Foul war."

"Fehler gehören zu diesem Spiel einfach dazu"

Einigkeit herrscht zwischen einigen Schalkern und den Gladbachern schließlich darüber, dass der Videobeweis weiterhin für viel Verdruss sorgt. Die Fans beider Lager taten ihren Unmut während der Partie dadurch kund, dass sie gemeinsam in Richtung DFL sangen: "Ihr macht das Spiel kaputt." Und selbst Naldo, der letztlich größte Profiteur der geschilderten Szene, sagte danach: "Damit haben sie recht, auf jeden Fall." Nach Ansicht des 35-jährigen Abwehrchefs der Schalker "gehören Fehler einfach zum Spiel dazu, auch Fehler des Schiedsrichters". Die Unterbrechungen, die der Video Assist nach sich zieht, sind nach Meinung des Brasilianers schlichtweg "viel zu lang". Deshalb findet Naldo: "Wenn er schnell wieder verschwinden würde, wäre das besser."

Tedesco gibt sich nach dem Schlusspfiff diplomatisch

Etwas diplomatischer gab sich am Ende Schalkes Cheftrainer Domenico Tedesco. Der 32-Jährige sieht den Videobeweis "eher als Deutsch-Aufsatz als als Mathe-Arbeit". Soll heißen: Der Interpretationsspielraum ist manchmal sehr groß. Wie auch in Gladbach, als eine Szene herangezogen wurde, die weit vor der eigentlichen Entscheidung gelegen hatte. "Die Frage war heute, wie der Video-Schiedsrichter den Zusammenhang sieht." In diesem Falle wurde die Szene so bewertet, dass es sich vom Zweikampf mit Caligiuri bis zum Foulspiel von Naldo im Strafraum um eine zusammenhängende Spielszene handelt. 

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