Champions League

Nach historischer Europapokal-Niederlage: Tedesco schließt Rücktritt aus – und nennt diesen Grund

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So hoch wie der FC Schalke 04 bei Manchester City hat noch kein Team in einem Europapokal-Wettbewerb verloren.

FC FC Schalke 04 hat gegen Manchester City eine historische Niederlage eingefahren. S04-Trainer Domenico Tedesco schloss einen Rücktritt dennoch aus – und nannte einen Grund.

Manchester – Noch nie hat eine deutsche Mannschaft in einem Europapokal-Wettbewerb höher verloren. Nach dem 0:7 (0:3) bei Manchester City steht S04-Trainer Domenico Tedesco nun noch stärker in der Kritik. Zurücktreten will er als Cheftrainer aber nicht. "Ich habe wirklich keine Sekunde daran gedacht, irgendetwas zu verändern meinerseits. Ich bin selbst jetzt stolz darauf, Trainer des FC Schalke 04 zu sein", sagte er.

Einen Rücktritt schloss er damit aus. "Wir geben uns nicht auf. Wenn wir jetzt selbst nicht mehr an uns glauben, wer tut es dann?", so Tedesco. Stürmer Guido Burgstaller flüchtete gar in Pathos. "Es geht nicht um die Mannschaft, es geht nicht um den Trainer, es geht um den Verein", sagte er. 

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Ob Tedesco aber am Samstag noch auf der Bank sitzt, um den Verein zurück in die Spur zu bringen in der Bundesliga, ist offen. Sportvorstand Jochen Schneider wollte sich kurz nach der Pleite in Manchester zum Sachverhalt nicht äußern.

Spielbericht: Die Schmach von Manchester

Der FC Schalke 04 ist am Dienstagabend untergegangen in Manchester. Den Citizens konnte die Mannschaft von Knappen-Coach Domenico Tedesco zunächst noch etwas entgegensetzen. Innerhalb von acht Minuten war die Niederlage aber sicher. Nach 90 Minuten prangte ein aus Schalke-Sicht bitteres 7:0 (3:0) an der Anzeigetafel.

Bis zur 34. Minuten war alles in Ordnung in Manchester. Die Schalker Fans feuerten ihre Mannschaft an, die Knappen auf dem Rasen hielten stand gegen die spielerische Übermacht der Citizens. Ein Pass von Ilkay Gündogan bereitete dem Traum von Europa dann aber ein jähes Ende. Bernardo Silva startete durch, ein Zweikampf zwischen ihm und Schalkes Jeffrey Bruma entbrannte direkt vor den Augen von S04-Keeper Ralf Fährmann. Bruma drückte, fuchtelte und rang Bernardo Silva nieder. Gelbe Karte für den Schalker Defensivmann, Schiedsrichter Clément Turpin zeigte zudem auf den Punkt. Sergio Aguero lief an, Fährmann fiel, frecher Lupfer mittig – 1:0 für Favorit ManCity. Ab diesem Zeitpunkt lief alles aus dem Ruder.

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Vier Minuten später verabschiedete sich der FC Schalke 04 vollends von der europäischen Bühne. Langer Ball auf Raheem Sterling, der mit der Hacke gekonnt auf den nachlaufenden Aguero ablegte, der wiederum durch Fährmanns Beine ins kurze Ecke einnetzte – 2:0 für die Citizens.

Weitere vier Minuten später der endgültige Todesstoß ausgerechnet durch den Ex-Schalker Leroy Sané. Oleksandr Zinchenko spielte einen perfekt abgestimmten Steilpass in die Schnittstelle, Weston McKennie eilte nur noch hinterher, der Ex-Knappe tunnelte Fährmann – 3:0 und aus die Maus.

Schalke hatte bis zu diesem achtminütigem Untergang eigentlich alles richtig gemacht. Leidenschaftlich, aber doch unaufgeregt kämpften die Königsblauen in ihren neongrünen Trikots um die magere Chance auf den Einzug ins Viertelfinale nach dem bitteren 2:3 aus dem Hinspiel. Kurzfristig musste zwar Matija Nastasic in der Defensive (Fußprellung) ersetzt werden – doch sie stand. Die geforderten Grundtugenden waren erkennbar. Benjamin Stambouli – auffällig aufgrund seiner schwarzen Maske nach überstandener Jochbeinfraktur, und starken Zweikämpfen – ordnete seine Hintermannschaft, breitete immer wieder die Arme aus und brachte die Ketten in Reih und Glied. Es passte. Doch dann brach alles auseinander.

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Und so recht weiß man jetzt nicht, was bleibt aus diesem Spiel? Der Wille, die viel beschworene Tugend, Charakterstärke. Da war vorhanden. Bis zur unsäglichen 34. Minute. Dann kam die Klatsche, kein Punkt für die Moral. Keine Körperspannung mehr. Stattdessen neongrüne Resignation, wo eigentlich königsblaue Träume leben sollten. Die Pracht von einst ist in dieser Spielzeit schon lange vergessen, die Schmach der acht Minuten von Manchester bilden den Höhepunkt des Niedergangs. Auf Schalke wird nach diesem Abend so schnell keine Ruhe einkehren. Und so schnell werden die Knappen wohl auch nicht auf die europäische Bühne zurückkehren.

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In der Liga läuft es schlecht und in der Königsklasse hatten die Gastgeber alles, nur nicht genug. Leroy Sané rannte unermüdlich weiter gegen seinen Ausbildungverein, traf in der 53. Minute zum 4:0 – abseits, Tor nicht gegeben. Dann legte er drei Minuten später auf für Sterling. Kurze Überprüfung durch den Videoschiedsrichter – eine von vielen an diesem Königsklasse-Abend auf der Insel – dann gegeben.

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Leroy Sané machte weiter, typisches ManCity-Spiel in der 71. Minute: Zinchenko schickte Sané, der in die Mitte gerückt war, auf die Reise, der legte flach zurück in den Strafraum. Bernardo Silva stand, wo er stehen sollte, Schuss, rechter Pfosten, Tor, 5:0. In der 78. Minute legte Sané noch für Phil Foden zum 6:0 auf, Gabriel Jesus traf in der 84. Minute zum 7:0-Endstand.

Die Hoffnung, einigermaßen beulenfrei aus dieser Partie herauszukommen war damit auch zunichte gemacht. Für Schalke hat das Duell mit den übermächtigen Citizens nur einen Effekt: Es hat wichtige Kräfte für den bevorstehenden Abstiegskampf in der Bundesliga gekostet. Denn das ist das einzige, was jetzt noch zählt.

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