Schalke richtet den Blick auf das Positive

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Enttäuschte Schalker nach dem Schlusspfiff in Dortmund.

Dortmund - Es waren die Minuten kurz nach der Halbzeit, die den Schalkern wie ein fußballerisches Fegefeuer vorgekommen sein müssen. Nach dem 3:1 durch Pierre Emerick Aubameyang (47.) kam es fast im Minutentakt zu brandgefährlichen Situation vor dem Schalker Tor, während die „Gelbe Wand“ dahinter, die Dortmunder Südtribüne, ein Höllenspektakel machte. In dieser Phase drohten die Knappen fürchterlich unterzugehen, doch Torwart Ralf Fährmann trotzte mit unbändigem Mut dem Gegner wie ein Ritter einem Feuer speienden Drachen. Und bewahrte sein Team letztlich vor weiterem Unheil.

„Da habe ich schon andere Derbys gesehen, wo die Mannschaft in einem solchen Moment auseinander gebrochen ist“, meinte Horst Heldt. Schalkes Manager kam nach der 2:3-Niederlage mit zwiespältigen Gefühlen aus der Mannschaftskabine, in der die Spieler begonnen hatten, die Niederlage im 147. Revierderby zu verdauen. „Es war ein guter Fight, wir haben uns gewehrt und alles gegeben“, sagte Schalkes Manager. Aber letztlich hatte es eben „nicht gereicht“.

Die Gesichter der Schalker Spieler spiegelten die Enttäuschung wider, bei Junior Caicara flossen sogar Tränen, als er in Richtung Mannschaftskabine ging. Doch letztlich versuchten alle, sich an den positiven Aspekten dieses Nachmittags aufzurichten. „Wir haben alles gemacht, es hätte fast für einen Punkt gereicht“, meinte Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinem Doppelpack seine Torflaute beendete. Der Niederländer war wie viele andere der Schalker Spieler extrem motiviert gewesen, sowohl im körperlichen Zweikampf als auch in Rededuellen mit den Gegenspielern oder Schiedsrichter Felix Brych. Wozu die gut 3500 Fans ebenfalls beigetragen hatten, die am Samstag zum Abschlusstraining in Gelsenkirchen gekommen waren und mit Pyrotechnik kurzfristig für Stadionstimmung auf dem Übungsplatz gesorgt hatten. „Das war sehr schön, was die Fans da gemacht haben“, sagte Huntelaar: „Da sieht man, für was für einen Verein man spielt.“ Und Trainer André Breitenreiter ergänzte: „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was die Fans im Abschlusstraining von ihr gefordert haben. Sie hat gebrannt und von der ersten bis zur letzten Minute mit Herz und Leidenschaft gespielt.“

Besonders im ersten Durchgang hatten die Schalker den Matchplan von Breitenreiter vorbildlich umgesetzt und den Dortmundern so gut wie keine Torchance gegönnt. „Nur: Die Tore waren unnötig“, wie Horst Heldt richtig bemerkte. Bei beiden Dortmundern Treffern war es zu Stellungsfehlern in der Defensive gekommen. „Das 3:1 nach der Pause ist viel zu früh gefallen. Dann haben die Dortmunder ihre Klasse ausgespielt. Da hat man gesehen, dass unserer jungen Mannschaft in solch einer Phase noch die Erfahrung fehlt. Dennoch nehmen wir das Positive mit“, sagte Breitenreiter.

Das dürfte auch wichtig sein: Denn der nächste Gegner nach der Länderspielpause heißt Bayern München. „Gegen die beste Mannschaft der Welt dürfte das Spiel noch intensiver werden“, glaubt Heldt: „Aber auch dieses Spiel fängt bei 0:0 an.“

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