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1:0 in Moskau: Schalke feiert spätes Tor von Weston McKennie

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Von: Jens Greinke

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Weston McKennie sorgte in der 88. Minute für den Schalker Siegtreffer in Moskau. © dpa

Moskau – Der FC Schalke 04 kam auch bei Lokomotive Moskau nicht so richtig in Fahrt, doch setzte seine zarte Erfolgsserie immerhin fort: Die Mannschaft von Cheftrainer Domenico Tedesco schaffte durch ein spätes Tor von Weston McKennie (88.) einen 1:0 (0:0)-Erfolg im zweiten Vorrundenspiel der Champions League. Doch war dem Erfolg in der russischen Hauptstadt ein recht leidenschaftsloser Auftritt der Königsblauen vorangegangen.

So holten sich die Knappen nach dem 1:0-Erfolg über den FSV Mainz 05 in der Bundesliga auch in der Königsklasse ein weiteres Erfolgsserlebnis. Doch der lange Zeit inspirationslose Auftritt der Schalker dürfte nicht dazu dienen, für ein überbordendes Selbstvertrauen zu holen.

Der Eindruck, den Tedesco und sein Team bei den Videoanalysen des Gegners gewonnen hatte, stellte sich in der RZD-Arena als richtig heraus. Die Moskowiter produzierten in der Vorwärtsbewegung einigermaßen Druck und standen in der vom Ex-Schalker Benedikt Höwedes dirigierte Abwehr ziemlich sicher. Vor allem die Zwillingsbrüder Anton und Aleksei Miranchuk sorgten mit ihrem schnellen Spiel immer wieder für kritische Szenen in der Schalker Viererkette, in der dieses Mal wieder der zuletzt drei Mal nicht berücksichtigte Naldo stand. Dafür war Matija Nastasic etwas überraschend aus der Startelf von Tedesco gerutscht.

Große Moskauer Chancen in Hälfte eins

Nach einer Viertelstunde schien es zunächst so, als hätten sich die Schalker im Moskauer Dauerregen akklimatisiert, ehe sie in der zweite Hälfte des ersten Durchgangs seltsamerweise wieder nervös wurden. In der 27. Minute hatte Ralf Fährmann große Mühe, einen Schuss von Dmitri Barinov aus 16 Metern abzuwehren. Und in der 40. Minute war es Naldo, der einen Schussversuch von Aleksei Miranchuk etwas glücklich abblockte. Es war nicht die einzige Szene, in denen einer der beiden Zwillinge bewies, dass sie die richtige Job-Wahl getroffen haben: Denn ihre Mutter wollte die beiden Brüder ursprünglich zu Tänzern ausbilden lassen, die im Landes des Bolschoi-Balletts eine äußerst angesehene Berufsgruppe darstellen. Künstlerisch wertvoll war in der 42. Minute dann auch der Versuch eines Fallrückziehers von Höwedes, der in der B-Note allerdings arge Abzüge erhielt. "In den ersten 45 Minuten war unsere Leistung nicht gut", sagte S04-Stürmer Mark Uth später.

Hier gibt es den Live-Ticker zum Nachlesen.

Nach der Pause brachte Tedesco Suat Serdar für Omar Mascarell, um das Schalker Kreativspiel ein wenig anzukurbeln. Zehn Minuten später war der Arbeitstag auch für Sebastian Rudy beendet, für ihn kam Nabil Bentaleb. Dadurch erhöhte sich die Dominanz der Schalker, die nun auch strukturierter nach vorne spielten, doch gefährliche Szenen vor dem Gehäuse von Moskaus Keeper Guilherme blieben Mangelware. Vor allem Mark Uth und Breel Embolo bleiben glücklos und extem blass. 

Höwedes: "Mehr 'Zielwasser' trinken"

Folgerichtig musste Embolo in der 72. Minute Guido Burgstaller weichen. Es war das letzte Ass, das Tedesco aus dem Ärmel seines vom Regen durchweichten Sakkos zog. Auch dieses stach letztlich nicht. Uths Drehschuss in der 85. Minute, der knapp am Pfosten vorbei strich, schien der zunächst die letzte Chance dieses Spiels zu werden. Ehe ein Standard die Schalker auf die Siegerstraße brachte: Eine Ecke von Yevhen Konoplyanka wuchtete McKennie in der 88. Minute zum glücklichen 1:0 ins Netz. Der Torschütze war nach dem Spiel immer noch voll der Freude: "Es ist ein Traum, wirklich geil. Eigentlich treffe ich wirklich nicht häufig, heute hat es aber mal geklappt, was mich natürlich freut", erklärte der US-Amerikaner.

Sein Trainer war nach der Partie erleichtert: "Das Tor war in der zweiten Halbzeit nur noch eine Frage der Zeit. Wir haben viel Druck gemacht. Solche Siege tun uns gut, das hat sich die Mannschaft hart erarbeitet", sagte Domenico Tedesco. Sein Gegenüber Juri Sjomin ärgerte sich über das späte Gegentor: "Da haben wir nicht gut verteidigt. Es war unser Fehler, dass wir verloren haben."

Der langjährige Schalker Kapitän und jetzige Lokomotive-Verteidiger Benedikt Höwedes hat sich unmittelbar nach dem Abpfiff bei Facebook zu Wort gemeldet. Es sei "ein verrücktes Spiel" für ihn gewesen nach so vielen Jahren, die er auf Schalke gespielt hat, schrieb der 30-Jährige, der seinem Ex-Club zum Sieg gratulierte. Weil beide Mannschaften jeweils 14 Mal aufs Tor geschossen haben, aber nur ein Schalker Treffer dabei heraussprang, hatte Höwedes einen Vorschlag: "Beim nächsten Mal müssen wir mehr 'Zielwasser' trinken."

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