Beim Schalker Sieg gegen Gladbach

Nach Traum-Einstand von Gregoritsch: Trainer Wagner mit deutlicher Forderung

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Michael Gregoritsch feierte beim Sieg gegen Gladbach einen mehr als gelungenen Einstand für Schalke 04.

Michael Gregoritsch feiert auf Schalke einen in der Form nicht erwarteten Einstand nach Maß. Der Österreicher will seine Chance nutzen und die Forderung seines Trainers erfüllen.

Update vom 20. Januar, 9.30 Uhr: Die Premiere von Michael Gregoritsch im Trikot des FC Schalke 04 am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) hätte kaum besser verlaufen können. Der Österreicher trug sich mit einem Tor und einer Vorlage in die Statistik ein - und somit auch maßgeblich zum Schalker Heimsieg zum Rückrundenstart bei. Trainer Wagner war deshalb nach der Partie voll des Lobes über den Schalker Neuzugang. 

Auch, weil Gregoritsch die Defensivarbeit nicht schleifen ließ. "Als wir uns getroffen haben, habe ich ihm nur Verteidigungsszenen gezeigt. Da war nicht eine Offensivaktion dabei", berichtet Wagner im Kicker von seinem ersten Gespräch mit Gregoritsch - und unterstrich damit, was er im kommenden halben Jahr vom großgewachsenen Offensivmann verlangen werde. "Ich habe ihn gefragt, ob er das kann. Diese Frage war mir schon sehr wichtig, denn er ist bereits 25 Jahre alt und hat das bisher noch nicht allzu häufig gezeigt."

Nachgeholt hatte Gregoritsch das, zumindest in Ansätzen, gleich bei seinem Debüt. „Michael war sofort Feuer und Flamme“, so Wagner, „er hat gesagt, dass er das lernen und beherzigen will“. Auch, weil er sich beinahe dazu gezwungen gefühlt habe, wie Gregoritsch nach der Partie gegen Gladbach berichtete (siehe Ursprungsmeldung). 

Ursprungsmeldung: Gregoritsch mit Traum-Einstand und einem schnellen Lern-Effekt in seinem Spiel

Gelsenkirchen – Diese Gelegenheit wollte Michael Gregoritsch nicht ungenutzt lassen. Als Schalkes Winter-Zugang erkannt hatte, dass sein Sturm-Partner Benito Raman wenige Meter neben ihm ein Interview gab, rief der Österreicher ein ehrliches „Danke“ rüber. „Danke noch einmal.“ Raman schaute erst verdutzt drein, ehe er lächelnd ein „Bitte“ entgegnete.

Na klar, Gregoritsch war von den Zahlen der königsblaue Matchwinner beim 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Der 25-Jährige hatte bei seinem Pflichtspiel-Debüt für Schalke vier Torschüsse und vier Torschussvorlagen auf seinem Konto, steuerte dabei einen Assist und einen Treffer bei. Aber bei Letzterem sagte er eben ganz klar. „Den Ball hat Benito super zu mir rüber gelegt. Das ist mindestens zur Hälfte sein Tor.“

So, wie das Duo nach der Partie harmonierte, war das zuvor mindestens auch auf dem Rasen der Fall gewesen. Dass die Schalker Gregoritsch erst in der Winterpause vom FC Augsburg ausgeliehen haben und der Österreicher gerade einmal zweieinhalb Wochen bei seiner neuen Mannschaft ist, war kaum zu bemerken. „Prinzipiell konnte man das nicht erwarten, aber darauf gehofft haben wir schon“, räumte Trainer David Wagner ein, der den Stürmer direkt in die Startelf beorderte.

Gregoritsch: Karriereknick in Augsburg - Traum-Einstand auf Schalke

Es war deshalb nicht zu erwarten, weil die Karriere von Gregoritsch zuletzt einen kleinen Knick hatte. Denn in Augsburg war er aufs Abstellgleis geraten. Nachdem er sich über seine fehlende Einsatzzeiten beklagt und seine Wechsel-Absichten öffentlich geäußert hatte, wurde er sogar suspendiert. Zuletzt durfte er beim FCA Anfang November für gerade einmal fünf Minuten ran – beim 2:3 auf Schalke. 90 Minuten stand er zuletzt am 2. Spieltag auf dem Platz. Und dann dieser Einstand auf Schalke.

Schalke feiert Sieg gegen Mönchengladbach

„Das ist Fußball“, meinte Gregoritsch: „Bei einem Verein funktioniert es nicht so gut, beim anderen funktioniert es eben besser. Das ist eine Riesenchance, die ich hier gekriegt habe. Die muss man versuchen, zu nutzen.“

Schalkes Trainer Wagner zeigte Gregoritsch Videos von Raman

Dass diese Worte nicht einfach bloß daher gesagt sind, ist schon allein daran zu messen, dass Gregoritsch sein Spiel anpassen muss. Das habe Wagner dem Angreifer bereits in den Gesprächen deutlich gemacht. „Ich habe ihm nur Defensiv-Szenen gezeigt - für einen Stürmer“, berichtete Wagner.

Es seien Sequenzen von Benito Raman gewesen, der aktuell Schalkes Vorzeige-Sprinter und verteidigendem Angreifer ist. „Das ist wenig entspannend, auch gegen den Ball“, so der Chefcoach: „Ich habe ihm gesagt: Nur damit wir mal drüber gesprochen haben, Stürmer bei Schalke 04, da heißt es anders zu spielen. Willst du das? Und er wollte.“

An Übersicht, Technik und Kaltschnäuzigkeit des 25-Jährigen hatte kaum jemand seine Zweifel. Das Spiel gegen den Ball gehörte jedoch bislang tatsächlich nicht zu seinen Stärken. Das weiß er auch selbst. Die Lust entdeckt er gerade neu für sich. „Wenn neun Feldspieler hinter dir laufen, ist es schon schwachsinnig, wenn ich vorne nicht laufe“, sagte Gregoritsch: „Man fühlt auch ein bisschen in der Pflicht, dass man denen hinten etwas abnehmen kann.“

Spitzenspiel beim FC Bayern - ein neues Gefühl für Gregoritsch

So erfolgreich sein Auftakt war: Dass noch Luft nach oben ist, weiß er genauso wie sein Trainer. „Das ist auch vollkommen normal, wenn du das so lange nicht auf deiner Festplatte hattest. Das spulen wir ihm gerade drauf, da macht er gute Schritte“, meinte Wagner.

Doch Gregoritsch ist auf bestem Wege, sich daran zu gewöhnen – vielleicht genauso wie an einem anderen Umstand. Mit Blick auf Schalkes Auswärtsaufgabe beim FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) sagte er: „Es ist ein schönes Gefühl, das ich so auch noch nicht gekannt habe: im oberen Tabellendrittel zu stehen, nach München zu fahren und zu wissen: Das ist ein Spitzenspiel.“ Doch das Gefühl dürfte ebenso eins sein, an das er sich nur allzu gerne gewöhnen könnte.

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