26 Spiele ohne Sieg

Schalkes Malick Thiaw mit bemerkenswerter Reaktion auf Eigentor gegen Leverkusen - Ex-Profi zieht den Hut

Malick Thiaw leitet Schalkes Niederlage gegen Leverkusen mit einem Eigentor ein - infolge eines nicht gegebenen Fouls? Der Abwehrspieler hat eine klare Meinung.

Hamm - Die Horror-Serie von Schalke 04 geht weiter. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum (41) unterlag Bayer Leverkusen mit 0:3 (0:1) und ist damit seit nunmehr 26 Spielen ohne Sieg in der Bundesliga. Dazu bleibt Königsblau mit drei Punkten Letzter - mit vier Zählern Rückstand auf den Tabellen-16. Arminia Bielefeld (7).

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
Stadion/ArenaVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

Die Partie hätte für Schalke dabei kaum schlechter starten können. Bereits nach zehn Minuten zappelte der Ball gegen Leverkusen im Tor der Schalker. Dabei dachten wohl die meisten, dass Schiedsrichter Benjamin Cortus (38) diesen Treffer wegen einer strittigen Szene wieder zurücknehmen würde.

Malick Thiaw (Schalke) von Leverkusens Aleksandar Dragovic geschubst? Strittige Szene im Spiel

Zum Hergang: Nach einer Leverkusener Ecke von Leon Bailey (23) kämpften Aleksandar Dragovic (29) und Schalkes Malick Thiaw (19) am Fünfmeterraum um den Ball. Das königsblaue Eigengewächs köpfte die Kugel anschließend unfreiwillig ins eigene Tor. Schalke reklamierte Foulpiel, weil Dragovic seinen Gegenspieler schubste.

Das Drängen war zu erkennen, doch es reichte dem Referee nicht. Nach Rücksprache mit Video-Assistent Sven Waschitzki im „Kölner Keller“ entschied Schiedsrichter Cortus (weiterhin) auf Tor für Leverkusen. Beide erkannten kein klares Foulspiel des Leverkuseners - womit Torwart Michael Langer bei seinem Pflichtspiel-Debüt für Schalke sein erstes Gegentor hinnehmen musste.

Für Schalke Sportvorstand Jochen Schneider (50) passe das Ganze zur Situation und fühlte sich an die Situation in Mainz erinnert, als sich der Video-Assistent gar nicht eingeschaltet hatte. Diesmal drückte Schneider sein Unverständnis zurückhaltender aus: „Ich finde es nicht strittig. Mir schreiben vier Verantwortliche von anderen Vereinen, dass es eine Frechheit ist, dieses Tor zu geben.“ Und beließ es bei diesen Aussagen zu der Szene aus der 10. Minute.

Malick Thiaw (Schalke) sucht Schuld nach Pleite gegen Leverkusen bei sich selbst

Malick Thiaw, immerhin selbst beteiligt, hätte demnach auch allen Grund gehabt, die Schuld bei Dragovic beziehungsweise bei Schiedsrichter Cortus zu suchen. Das Gegenteil war der Fall. „Ich habe mich da ein bisschen dumm angestellt“, sagte der 19-Jährige sehr selbstkritisch bei Sky: „Natürlich schiebt er mich ein bisschen. Das kann man pfeifen, muss man aber nicht. Ich muss mich da cleverer anstellen und davon lernen.“

Für den Großteil der Twitter-Gemeinde war kurz nach der diskutablen Szene klar, dass es eine Fehlentscheidung seitens der Referees war. Doch Schalkes Thiaw sprach trotz des Schiebens von Dragovic stattdessen von eigenen Fehlern. Welche denn?

„Ich stehe mit dem Gesicht Richtung Tor, das ist dann schwer zu verteidigen“, erklärte Schalkes Thiaw nach der Niederlage gegen Leverkusen: „Ich muss mich seitlich hinstellen, damit ich den Ball rausköpfen kann.“

Malick Thiaw (Schalke) sucht Schuld bei sich selbst - Dennis Aogo zieht den Hut

Eine Einschätzung, für die es von Ex-Profi Dennis Aogo (33) großes Lob gibt. „Hut ab, sich da so hinzustellen“, sagte der Ex-Profi und ehemaliger Schalker in seiner Funktion als Sky-Experte. „Diese Selbstkritik mit 19 Jahren zu haben - davor ziehe ich den Hut.“

Sachlich analysierte auch Torwart Michael Langer nach seinem Pflichtspiel-Debüt für Schalke die Szene. „Ja, er schiebt ihn. Es ist brutal schwierig, gerade bei einem Verteidiger, der den Ball weg vom Tor köpfen will, aber einen leichten Stoß bekommt.“

Auch Schalkes Keeper, der eine gute Vorstellung ablieferte, wollte die Schuld beim Schiedsrichter-Team um Benjamin Cortus suchen: „Es hat es nicht gepfiffen, also brauchen wir nicht darüber zu reden.“ Zumal Langer bereits wenige Sekunden zuvor eingeräumt hatte: „Leverkusen ist aktuell nicht unsere Gewichtsklasse.“ Trainer Manuel Baum meinte: „Ich höre immer zu viele jammern, dass andere schuld sind. Das sollten wir nicht machen. Wir müssen auf uns schauen.“ 

Das Eigentor von Malick Thiaw (10.) sowie Tore von Julian Baumgartlinger (67.) und Patrik Schick (78.) besiegelten auf Schalke den Sieg für die Leverkusener, die mit 22 Punkten auf den zweiten Platz vorrückten.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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