Die dicken Fäden in Heidels Händen

Nun ist es also entschieden: Christian Heidel wird im Sommer der neue sportliche Kopf beim FC Schalke 04 werden. Der Mann, der beim FSV Mainz 05 in den vergangenen 24 Jahren an maßgeblicher Stelle gearbeitet und den Klub bis in den Europapokal geführt hat, wird sich um die Geschicke des Klubs kümmern, der wohl zu den schwierigsten und nervösesten in der Liga gehört. 

Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahren muss man ihm viel Glück wünschen. Allerdings ist es Heidel zuzutrauen, dass er diesen Verein „schafft“, um es mit dem Vokabular des unvergessenen Rudi Assauer zu sagen.

Die Nachfolger des Schalker Kultmanagers (Andreas Müller, Felix Magath und Horst Heldt) hat jedenfalls der Verein „geschafft“. Sie hatten zwar temporären Erfolg, konnten sich aber auf Dauer in Gelsenkirchen nicht halten. Auch, weil der große Traum von der Schale nicht in Erfüllung ging. 

Zwischen den Zeilen war zuletzt ziemlich deutlich geworden, dass der Verein mit der Arbeit von Horst Heldt nicht mehr zufrieden war. Das Wort „Führungsqualität“ fiel auffallend oft. Zudem war auch immer wieder Kritik an der Transferbilanz des 46-Jährigen laut geworden. Heldt erlöste durch den Verkauf von Talenten wie Manuel Neuer oder Julian Draxler zwar viele Millionen Euro, doch erfüllten seine Einkäufe oftmals nicht die Erwartungen, die man in sie gesetzt hatte. 

Der 52-jährige Heidel gilt hingegen als einer der besten Entdecker und Einkäufer der Liga. Das ist in Zeiten, in denen bereits für Mittelklassespieler Millionen-Ablösen aufgerufen werden, ein unschätzbarer Vorteil. In Mainz wuchsen Stars wie Lewis Holtby, Andre Schürrle oder aktuell Yunus Malli heran, dessen Zukunft übrigens immer noch offen ist. 

Wer weiß, vielleicht bringt ihn Heidel ja als Mitgift mit nach Schalke. Offiziell kann Horst Heldt seiner Arbeit noch bis zum Saisonende nachgehen. Wegweisende Entscheidungen wird er seit diesem Wochenende wohl nicht mehr treffen dürfen. Ein paar Strippen ziehen vielleicht. Mehr aber auch nicht. Denn die dicken Fäden dürfte Heidel bereits in der Hand haben.

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