Schalkes Derbysieg

Wie Kloppo: Warum Tedesco erst zögerte und dann doch in die Nordkurve ging

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Auch wenn er erst nicht wollte: Schalkes Trainer Domenico Tedesco feierte den Derbysieg mit den Fans in der Nordkurve.

Domenico Tedesco war nach Schalkes Sieg im Revierderby gegen Borussia Dortmund sichtlich mitgenommen. Er erklärt, warum er der Forderung der Fans erst gar nicht nachgehen wollte.

Gelsenkirchen – Domenico Tedesco ist bislang nicht gerade als Feierbiest in Erscheinung getreten. Daher zögerte der Trainer von Schalke 04 auch eine Weile, als die Fans ihn forderten. „Wir wollen den Trainer sein“, hallte es aus der Nordkurve. Der 32-Jährige zögerte, wollte eigentlich die Mannschaft mitnehmen, weil sie dafür gesorgt hatte, das Revierderby gegen Borussia Dortmund mit 2:0 (0:0) für entscheiden zu haben – erstmals seit September 2014.

Ein besonderer Moment – was aber nicht der einzige Grund war, warum der 32-Jährige einknickte. „Ich hätte es nicht in jeder Situation gemacht, ich wollte erst ablehnen“, erklärte Tedesco. Aber Das Verlangen der Ultras sei schlichtweg zu groß gewesen.

„Ich hatte echt ein bisschen Angst, dass sie das Stadion abmontieren“, meinte der Chefcoach der Königsblauen - und Architekt des aktuellen Erfolgs. Und bereute es anschließend nicht: „Es ist ein schönes Gefühl, ein Privileg. Aber das ganze Team hätte eigentlich nach oben gemusst, nicht der Trainer.“

Vergleiche mit Klopp und Tuchel

Dass er sich es dennoch verdient hatte, daran bestand kein Zweifel. Christian Heidel, der in diesem Moment ein TV-Interview gegeben hatte, hoffte nur, dass er tatsächlich hin geht. „Das ist eine hohe Anerkennung der Fans“, sagte Schalkes Sportvorstand: „Das ist ein Stück weit Schalke, da wird die Emotion ausgelebt. Bei solchen Spielen passt es einfach.“

Daher will er auch keine negativen Stimmen hören: „Der Kloppo (Jürgen Klopp, Anm. d. Red.) hat in Mainz fast in jedem Spiel am Zaun gehangen“, erzählte er lachend: „Und Thomas Tuchel wurde mal hart kritisiert, weil er da reingegangen ist. Mein Gott, wir spielen Fußball, kein Tennis.“

Naldo und Schalke obenauf: Die Bilder des Schalker-Derbysieges gegen den BVB

Und in diesem Fall schlichtweg besser als der BVB. Die Königsblauen waren den Schwarz-Gelben in den entscheidenden Faktoren überlegen: Sie waren cleverer. Leidenschaftlicher. Aggressiver. Brachten den größeren Willen auf den Platz.

Schalke mit mehr Disziplin

Der Lohn waren der Treffer von Yevhen Konoplyanka (50.) und der Freistoß-Hammer von Naldo (82.). „In den fünf Jahren, in denen ich jetzt hier bin, hatten wir nie so ein dominantes Spiel im Derby“, sagte Leon Goretzka, der im Sommer zum FC Bayern wechselt. „Wir hatten ein Stück weit mehr Disziplin, wie wir unseren Plan umgesetzt haben.“

Tatsächlich ging Tedescos Vorhaben auf. Vor allem mit der für viele überraschenden Berücksichtigung von Konoplyanka. In den vergangenen drei Partien gar nicht zum Einsatz gekommen, brachte Schalkes Coach ihn als zweiten Angreifer. Dazu Alessandro Schöpf und Amine Harit. „Sie sollten immer den Durchbruch auf den Flügeln schaffen“, erklärte Tedesco: „Das haben sie auch.“

Schalke 04 in der Einzelkritik

Sichtlich geschafft war auch Tedesco selbst, der nach dem Schlusspfiff nicht über den Platz rannte, sondern erst einmal völlig erschöpft auf die Knie gefallen war. Dass er mit den Fans anschließend auf dem Zaun feierte, tat sein Übriges dazu bei. Und dennoch wäre Heidel einer Wiederholung nicht abgeneigt: „Ich hätte kein Problem damit, wenn er am Mittwoch auch dort hoch geht.“ Wenn Schalke im Idealfall für den Manager das Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt für sich entscheidet.

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