Wegen Sané und Co.

Bayern-Boss Rummenigge: Schalke hätte Meister werden können, wenn ...

Überraschende Wort: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge glaubt, dass Schalke in den vergangenen Jahren die Chance auf die Meisterschaft gehabt hätte. Doch es haperte an den Transfer-Entscheidungen.

  • Leroy Sané, Ex-Spieler von Schalke 04, ist nun von Manchester City zum FC Bayern gewechselt.
  • Es ist nun einer von vier Königsblauen, die nun in München unter Vertrag stehen.
  • Bayern Boss Karl-Heinz Rummenigge räumt ein: So hätte Schalke Deutscher Meister werden können.

Hamm - Die jüngste Bilanz ist eher erschreckend. Nach 16 Spielen ohne Sieg in der Rückrunde hat Schalke 04 die abgelaufene Saison auf Rang 12 beendet. Im Jahr davor? Mit Ach und Krach die Klasse gehalten. Europa? Oder gar noch viel mehr in der Bundesliga? Aktuell nur sehr schwer vorstellbar bei den Königsblauen.

VereinFC Schalke 04
StadionVeltins Arena
Kapazität62.271 Plätze
TrainerDavid Wagner
VorstandJochen Schneider (Sport), Alexander Jobst (Marketing, Kommunikation)

Selbst die Konkurrenten sorgen sich um den Zustand der Königsblauen. „Natürlich drücke ich Schalke 04 nun beide Daumen, dass sie mit einem neuen Konzept, neuem Spirit und der nötigen Geduld zurück zu alter Stärke finden“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge (64), Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, im Interview mit Sport1.: „Schalke ist einer der traditionsreichsten Vereine in Deutschland und ein wichtiger Klub für die Bundesliga."

Bayern-Boss Rummennigge: Mit diesen Spielern hätte Schalke Deutscher Meister werden können

Rummenigge glaubt sogar, dass Schalke 04 in den vergangenen Jahren Deutscher Meister hätte werden können. Ja, das meint er tatsächlich so. Zu Einordnung: Es ging in der entsprechenden Frage um die Ex-Schalker Manuel Neuer, Leon Goretzka, Alexander Nübel und nun auch Leroy Sané, die nun allesamt beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag stehen. Dazu kommen einige andere, die sich anderen Top-Klubs angeschlossen haben.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München.

„Der FC Schalke hätte in der Zwischenzeit wahrscheinlich Deutscher Meister werden können, wenn sie diese und viele weitere Spieler, die sie in ihrer Nachwuchsabteilung erstklassig ausgebildet haben, hätten halten können“, sagte Rummenigge: „Der Fundus ihrer Nachwuchsarbeit ist einer der besten in ganz Deutschland. Fakt ist: Sie haben immer wieder sehr hoffnungsvolle Spieler verkauft, wie etwa Leroy Sané 2016 zu Manchester City, um ihren Finanzbedarf zu decken.“

Schalke streitet das Ganze nicht ab. „Da kann ich ihm nicht widersprechen, aber jeder Spieler ist ein Einzelfall“, sagte Schneider im Doppelpass auf Sport1 zu den Aussagen von Rummenigge: „Da gab es Gründe, warum er gewechselt ist – zum Teil gegen Ablöse, zum Teil ablösefrei. Leider ist der Teil der Spieler, die Schalke 04 ablösefriei verlassen haben, enorm hoch. Natürlich muss es das Ziel sein, die eigens ausgebildeten Spieler langfristig zu halten.“  

Was da schief gelaufen ist auf Schalke? Nein, auf diese Fern-Diagnose ließ sich Bayern-Boss Rummenigge nicht ein. Aber könnte Königsblau vielleicht in anderer Hinsicht zum Vorbild für den FC Bayern werden? Nämlich bei der Einführung einer Gehaltsobergrenze, die auf Schalke nun bei rund 2,5 Millionen Euro liegen soll.

Mitleid mit Schalke wegen Sané? Rummenigge verweist auf veränderten Transfermarkt

„Jeder Klub muss für sich selbst seine Philosophie finden. Das Gehaltsgefüge der Mannschaft ist ein extrem sensibles Gefüge“, erklärte Rummenigge: „Ich wünsche Schalke 04 mit ihrem Vorgehen viel Erfolg.“ Er verwies dabei auf Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (49), den er bereits in Stuttgart kennengelernt habe: „Das ist ein guter Typ, ein fähiger Mann. Er hat jetzt mit seinen Kollegen eine anspruchsvolle Aufgabe zu managen."

Eine unerwartete Finanzspritze hätte Schalke da sicher etwas helfen können. Denn Königsblau hätte von dem Weiterverkauf von Leroy Sané von Manchester City zum FC Bayern durchaus mehr mitverdienen können, wenn die Ablösesumme bei über 50 Millionen Euro gelegen hätte. Die Münchner überwiesen „nur“ 49 Millionen Euro nach Manchester.

Ob Rummenigge da ein schlechtes Gewissen habe? „Niemand möchte bemitleidet werden“, antwortete der Vorstandsboss des FC Bayern und verwies auf die Veränderungen auf dem Transfermarkt aufgrund der Corona-Krise: „Vor einem Jahr hatten die Transfersummen eben noch eine andere Dimension, aber in diesem Jahr scheinen sich die Preise auf eine rationalere Größenordnung einzupendeln." Für Schalke zumindest in puncto Sané zum falschen Zeitpunkt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

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