PSG-Profi erzählt

Draxler: Schalke war für mich kein Arbeitgeber wie jeder andere

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Julian Draxler spielte von 2001 bis 2015 für Schalke 04.

Julian Draxler spricht über seine Zeit auf Schalke und warum der Klub für ihn kein Arbeitgeber wie jeder andere war. Dabei hatte es der heutige PSG-Profi nicht immer einfach.

Gelsenkirchen - Nationalspieler Julian Draxler von Paris St. Germain spricht ungewöhnlich offen über den Druck im Profi-Fußball und die Erwartungshaltung seines strengen Vaters.

"Schalke 04 war für mich kein Arbeitgeber wie jeder andere. Es waren viele Augen auf mich gerichtet. Wenn wir verloren haben, musste ich mir nicht nur von den Fans anhören, dass ich scheiße bin, sondern auch von meinen Nachbarn, meiner Familie und den Freunden meiner Familie", sagte Draxler im Interview mit Spox und DAZN.

Der 26-Jährige berichtet über einen Geburtstag seines Onkels: "Da saß dann jemand, der immer in der Nordkurve steht und mir plötzlich - auf gut Deutsch gesagt - erzählte, was für ein Arschloch ich doch bin. Das ist eben Ruhrpott-Sprache. Da nimmt man kein Blatt vor den Mund. Den Menschen ist in dem Moment egal, ob du erst 19 oder 20 Jahre alt bist und noch in der Entwicklungsphase steckst."

Draxler dankbar für Strenge des Vaters

Sein Vater habe zudem hohen Druck auf ihn ausgeübt. "Er hat zwar nie gesagt, ich müsse es unbedingt zum Profi schaffen, er hat mich aber sehr stark in diese Richtung geschubst", erzählte der Ex-Schalker: "Wenn wir am Samstag verloren oder ich schlecht gespielt hatte, war das Wochenende für die gesamte Familie gelaufen, weil mein Papa einen Riesenhals hatte. Da war er schon richtig sauer und sehr, sehr kritisch." Dennoch sei er heute dankbar für die Strenge, "weil ich so einen Ehrgeiz entwickelt habe, den ich sonst vielleicht nicht gehabt hätte".

Selbstkritisch merkte Draxler an, er habe sich nach seinem schnellen Aufstieg hängenlassen. "Es gab bei mir ein halbes Jahr, in dem ich ein bisschen weniger trainiert und auch mal gesagt habe: Es ist ja nur Training", sagte er. Allerdings habe er schnell verstanden: "Im bezahlten Fußball fressen sie dich mit Haut und Haaren auf, wenn du nicht voll da bist."

sid/WA

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