Leihgabe von Everton

Kenny ist schon jetzt ein Schalker Glücksgriff

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Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny (links) erzielte den ersten „echten“ Schalker Treffer in dieser Saison.

Nach zwei Berliner Eigentoren sorgte Jonjoe Kenny beim Sieg gegen Hertha BSC für das erste echte Schalker Saisontor. Der Rechtsverteidiger ist schon jetzt eine echte Verstärkung.

Gelsenkirchen – Da staunte selbst David Wagner nicht schlecht. Der kurze Moment der Überraschung wich beim Cheftrainer von Schalke 04 jedoch schnell der puren Freude über das, was er zuvor gesehen und im Anschluss als „ganz großes Kino“ bezeichnet hatte. Bastian Oczipka hatte von der linken Seite das Auge für den lauernden Jonjoe Kenny. Der zog von der rechten Strafraumgrenze ab, und sein strammer Flachschuss schlug im langen Eck ein.

Es waren gleich mehrere Premieren. Zum einem war es für den vom FC Everton ausgeliehen Rechtsverteidiger sein erstes Tor in der Bundesliga. Zum anderen war sein Treffer zum 3:0-Sieg über Hertha BSC das erste „echte“ königsblaue Tor in dieser Spielzeit – für die ersten beiden waren die Berliner Niklas Stark (38.) und Karim Rekik (48.) verantwortlich.

Ziemlich beeindruckend: Kenny kann nicht nur Verteidiger, sondern auch Angreifer. „Das war überragend“, meinte Stürmer Guido Burgstaller, der einen ähnlichen Versuch im ersten Abschnitt neben das Berliner Gehäuse setzte. Der Engländer selbst war weniger überrascht. „Ich habe die Chance gesehen, zum Abschluss zu kommen“, sagte der 22-Jährige: So ähnlich habe ich schon mal für England getroffen. „Ich weiß, dass ich so etwas drauf habe. Ich will das den Leuten auch zeigen.“

Kenny und Caligiuri ein gutes Duo

Bislang lässt sich feststellen: Kenny hat den Leuten auf Schalke schon einiges bewiesen. Denn nach einigen Startschwierigkeiten in der Vorbereitung spielt er mittlerweile so auf, als würde er schon lange in der Mannschaft der Königsblauen auflaufen. In allen Partien gehörte Kenny zu den Besten auf Seiten der Königsblauen. Auch wenn er zuletzt wegen eines dummen elfmeterwürdigen Fouls beim 0:3 gegen den FC Bayern Lehrgeld gezahlt hatte, hatte er dort defensiv selbst den flinken Kinglsey Coman im Griff.

Schalke gelingt Befreiungsschlag gegen Hertha BSC

Im Duell mit der Hertha setzte Kenny noch einmal einen drauf. Offensive Impulse gingen meist von der rechten Seite aus. Das Zusammenspiel mit dem offensiveren Daniel Caligiuri klappt bereits mehr als gut – und lässt die linke Seite mit Oczipka und Benito Raman mehr als alt aussehen. Was bei Kenny und Caligiuri schon überaus ordentlich klappt, hat beim Duo auf der gegenüberliegenden Seite noch sehr viel Luft nach oben. Da wundert es kaum, dass Kenny die meisten Flanken aus dem Spiel auf Schalker Seite für sich verbuchte: acht an der Zahl. Zum Vergleich: bei Oczipka waren es lediglich drei.

Kenny will noch besser werden

Schon jetzt lässt sich sagen: Die Leihe von Kenny war ein guter Griff von den Schalker Verantwortlichen um Sportvorstand Jochen Schneider. Dass sich der Engländer so schnell an die neue Liga und den neuen Verein gewöhnt, überrascht dennoch viele. „Ich liebe es, in der Bundesliga zu spielen“, sagte Kenny: „Wenn du in eine neue Mannschaft kommst, braucht es immer seine Zeit. Je mehr du zusammenspielst, desto besser funktioniert es.“

Wagner hat daran offenkundig seinen Anteil. Kenny freut sich darüber, dass der Trainer ihm den Glauben an seine Qualitäten stärkt. Auch die offensiven. „Der Coach gibt mir das Vertrauen, öfters nach vorne zu gehen und zu zeigen, was ich dort kann“, erklärte Kenny: „Ich weiß, dass ich gut darin bin.“

Stambouli lobt Kenny

Und stellt es direkt in seinen ersten Wochen auf Schalke unter Beweis. „Er passt sich sehr schnell unserem System und unserem Verein an“, lobte Benjamin Stambouli: „Er hat einen großen Willen und kämpft immer. Das ist eine gute Basis. Aber er hat auch super Qualitäten, er kann sich noch verbessern“, meinte der Franzose, der Kenny in der Viererkette neben sich hat. Wohl auch ein Vorteil für Kenny. „Ich gebe ihm viel Mut, um nach vorne zu verteidigen“, so Stambouli: „Und er weiß, dass ich immer hinter ihm bin als Absicherung.“

Macht der junge Engländer so weiter, darf er als echter Glücksgriff bezeichnet werden – was Königsblau aber auch zum Verhängnis werden kann: Die Knappen besitzen keine Kauf-Option. Schafft es Kenny, sich weiter zu steigern, dürfte die Konkurrenz im Kampf um den Rechtsverteidiger immens werden. Aber so lange wollen sie auf Schalke Spaß an Kenny und seinen Qualitäten haben.

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