Schalke 04

Warum Jeffrey Bruma seinem Bauchgefühl gefolgt ist

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Jeffrey Bruma im Duell mit Robert Lewandowski

Seit knapp zwei Wochen ist Jeffrey Bruma nun auf Schalke. Zu wenig Spielzeit zwang ihn regelrecht zur Umorientierung. Beim Vizemeister will er neuen Schwung für seine Karriere holen. Interessiert waren viele Vereine. Die Entscheidung für Blau-Weiß war letztlich eine des Bauches.

Gelsenkirchen - Ein kalter Wind wehte auf dem Trainingsgelände des Bundesligisten FC Schalke 04. Nicht nur deshalb waren die Mienen vieler Akteure wie versteinert, sorgte der ernüchternde Auftritt beim 1:3 (1:2) aus Schalker Sicht in München eher weniger für Euphorie. Maßgeblich daran beteiligt: Neuzugang Jeffrey Bruma, der beim 0:1 unglücklich den Ball vor dem einschussbereiten Lewandowski ins eigene Netz bugsierte. 

Abgehakt hatte er seine missglückte Rettungsaktion bereits nach dem Schlusspfiff: „Solche Sachen passieren, es geht weiter. Das bringt mich nicht mehr so aus der Balance wie früher, jetzt kann ich besser damit umgehen.“ Nach vorne zu schauen lernte der 27-jährige Niederländer nur zu gut, wenn auch nicht ganz freiwillig, zwang ihn eine schwere Knieverletzung zum zuschauen. 32 Spiele verpasste der gelernte Innenverteidiger seit der Saison 2016/17. 

Zwar kämpfte Bruma sich zurück, trat aber nicht aus dem Schatten der bei VfL-Trainer Bruno Labaddia gesetzten John Brooks, Robin Knoche und Felix Uduokhai heraus. „Mir war klar, dass ich nach der Hinrunde etwas Anderes wollte, weil ich nicht so viel gespielt hatte, wie ich es mir vorgestellt habe“, so Bruma, der sich bei der Entscheidungsfindung für seinen nächsten Arbeitgeber Zeit ließ: „Ich habe noch einige Wochen gewartet und mit verschiedenen Vereinen gesprochen. Am Ende bin ich meinem Gefühl gefolgt. Und das beste Gefühl hatte ich bei Schalke“, verrät Bruma. 

Bruma mit Extra-Übungen

Auch, weil Trainer Domenico Tedesco ihm seine Perspektiven im blau-weißen Dress aufzeigte. Seitdem baut der S04-Coach auf den 190 Zentimeter großen Niederländer in der Innenverteidung – auch aufgrund des Ausfalls von Matjia Nastasic, der am Dienstag nur Teile des Teamtrainings absolvierte und anschließend zusammen mit Teamkollege Steven Skrzybski Laufrunden um den Platz drehte.

Zwei mal über die volle Distanz stand Bruma auf dem Rasen für Königsblau, von Müdigkeit nach der langen Leidenszeit keine Spur: „Ich bin gewohnt, viele Spiele im Monat zu spielen. Deshalb war es jetzt wieder ein geiles Gefühl, zwei mal die Woche 90 Minuten zu spielen“, so Bruma und führt an: „ich habe viel extra trainiert, viele Extra-Übungen eingeschoben.“ Fleiß, der sich jetzt auszahlt. Bescheiden bleibt der 27-Jährige dennoch: „Ich bin neu im Team und muss mir meinen Respekt verdienen. Ich bin bereit zu helfen, wo ich gebraucht werde.“ 

Mit gegen Manchester City

Gebraucht wird er wohl bereits wieder am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Freiburg (15.30 Uhr). „Das sind Spiele, die man als Schalke gewinnen muss“, sieht sich Bruma in der Pflicht. Dann erwartet die Königsblauen mit Manchester City in der Champions League ein ganz anderes Kaliber.

„Man hat am Wochenende gegen Chelsea gesehen, dass City einfach eine sehr gute Mannschaft ist. Wir müssen das Spiel annehmen als schönes, geiles Spiel und schauen, was wir daraus machen können. Wir müssen Mut haben und nicht ängstlich sein, um das Maximale rauszuholen“, sagte Bruma. 

Wohin es nach Leih-Ende im Sommer geht, weiß der Niederländer noch nicht: „Am Saisonende schauen wir, wie es aussieht“, gab sich Bruma bedeckt, dessen Vertrag in Wolfsburg bis zum Sommer 2021 datiert ist.

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