Ex-Schalker im Interview

Höwedes bedauert frühes Kapitänsamt bei Schalke 04 und zeigt Verständnis für Draxler

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Ex-Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes ist mittlerweile bei Lokomotive Moskau angekommen.

Benedikt Höwedes fühlte sich stolz und geehrt über ein Amt als Kapitän beim FC Schalke 04. Jedoch kam diese Bürde deutlich zu früh, wie er betonte.

Moskau - Sechs Jahre lang trug Benedikt Höwedes die Kapitänsbinde des FC Schalke 04, ehe ihn der damalige Coach Domenico Tedesco von seinem Amt entbunden hatte und damit für einen Paukenschlag sorgte. Es war ein ebenso überraschender wie auch bitterer Nackenschlag für den damals 29-Jährigen, der deshalb im Sommer 2017 zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin wechselte.

"Vor allem die Art und Weise, wie die Trennung abgelaufen ist, hat mich gekränkt", sagte Höwedes in einem interview bei Spox und Goal. Mittlerweile scheint der 31-Jährige Innenverteidiger sein Glück in Russland bei Lokomotive Moskau gefunden zu haben, kommt dort in der laufenden Saison bereits auf 20 Pflichtspieleinsätze.

Ex-Schalker Höwedes bedauert frühen Aufstieg zum Mannschaftskapitän 

Mannschaftskapitän ist er beim Champions-League-Starter (noch) nicht. Blickt er zurück auf seine Zeit bei seinem Ausbildungsklub Schalke 04, dürfte er diese Tatsache wohl durchaus verkraften können. Zumal er noch immer bedaure, dass er das Amt des königsblauen Spielführers "zu früh und zu jung" ausüben musste. 

"Die Verantwortlichen hatten damals das Ziel, dass ich an meiner Rolle wachse und lerne, noch mehr Verantwortung zu übernehmen", zeigt Höwedes Verständnis. Zumal er, ähnlich wie das damals missglückte Projekt um Julian Draxler, zur Schalker Identifikationsfigur aufsteigen sollte. "Ich kann gut nachvollziehen, dass es für Jule sehr schwer war. Er war der Hoffnungsträger des Klubs", zeigte Höwedes Verständnis.

Julian Draxler fand sich bei Schalke 04 in ähnlicher Position wieder

Er selbst fand sich Jahre zuvor in einer ähnlichen Position wieder - und einer wohl noch größeres Last ausgesetzt, die er zu stemmen hatte. "Mich hat es zwar mit unheimlich viel Stolz erfüllt, Schalke-Kapitän zu sein", betonte Höwedes. "Aus heutiger Sicht war es aber nicht der richtige Schritt." 

Weil er einer der Jüngsten auf dem Platz war, wie er seine Argumentation begründete. Denn neben Alphatieren wie wie Raul, Jermaine Jones, Christoph Metzelder oder Klaas-Jan Huntelaar sei es alles andere als einfach gewesen, sich zu behaupten.

Höwedes: "...leider ist es nicht mehr Realität geworden"

Geschafft hatte es Höwedes dennoch - bis zu seiner Ausmusterung 2017. "Ich hatte die Vision, etwas Großes mit Schalke zu erreichen", erinnerte er sich. 

"Mein großes Ziel war es, auf Schalke Deutscher Meister zu werden oder zumindest noch einmal den Pokal zu holen. Ich war und bin der festen Überzeugung, dass ein Titel mit Schalke viel mehr wert ist als ein Titel mit Bayern München. Dafür habe ich gelebt und hart gearbeitet - leider ist es nicht mehr Realität geworden", so Höwedes weiter.

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