Hinrunden-Aus für Julian Draxler

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GELSENKIRCHEN - Die Muskelverletzung von Weltmeister Draxler trübt die Schalker Stimmung beim 1:0 gegen Augsburg. Der Jungstar soll am Montag von DFB-Arzt Müller-Wohlfahrt untersucht werden. Es sieht aber nicht gut aus für den Rest der Hinrunde. Mittwoch muss Schalke in Lissabon ran.

Gestützt von zwei Betreuern und mit schmerzverzerrtem Gesicht schleppte sich Julian Draxler in die Katakomben der Arena. Bis zum Jahresende wird mit einem Einsatz des Schalkers Jungstars nicht mehr gerechnet.

Erst an diesem Montag sollen weitere Untersuchungen bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt genauen Aufschluss über Art und Schwere der Verletzung des Fußball-Weltmeisters geben. "Es ist eine schwere Muskelverletzung. Er wird in der Hinrunde wohl keine Rolle mehr spielen", vermutete Schalkes Manager Horst Heldt bekümmert.

Der nächste Rückschlag in Draxlers Karriere, den es nach nur wenigen Sekunden im Heimspiel gegen den FC Augsburg erwischte. Bei einem Ausfallschritt fasste sich der 21-Jährige an den hinteren rechten Oberschenkel. Schon die bittere Miene von Trainer Roberto Di Matteo nach dem schwer erkämpften und glücklichen 1:0 verhieß nichts Gutes.

"Das muss man erst einmal wegstecken. Der Ausfall von Julian verlängert unsere Verletztenliste noch weiter. Das ist sehr bitter", erklärte der Italiener. Obwohl sich Draxler zuletzt nicht gerade in Galaform präsentierte, trifft sein langer Ausfall den Revierclub dennoch hart.

Immerhin steht schon am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) bei Sporting Lissabon die nächste Champions-League-Prüfung an. Und auf der großen Fußball-Bühne bot Draxler stets seine besten Leistungen.

Zu viele Verletzte: Neun Profis nicht dabei

Aktuell hat Di Matteo das ähnliche Problem, das schon seinem Vorgänger Jens Keller zu schaffen machte: zu viele Verletzte. Insgesamt neun Profis sind derzeit nicht einsatzfähig. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. "Bei Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam habe ich die Hoffnung, dass sie in dieser Woche zurückkehren werden", sagte Heldt. Ob sie schon in Lissabon eine Option sind, war noch unklar.

Draxler fehlte bereits in der vergangenen Saison zu Beginn der Rückrunde knapp zwei Monate - damals wegen eines Sehnenteilrisses ebenfalls im rechten Oberschenkel. "Julian ist ein wichtiger Bestandteil des Teams. Das ist für die ganze Mannschaft unangenehm. Gerade wenn so etwas zu Beginn einer Begegnung passiert", sagte Jan Kirchhoff und versuchte damit zu erklären, warum man gegen Augsburg nach Draxlers Auswechslung "ein wenig Zeit" gebraucht habe, um sich die erste Torchance zu erspielen.

Bilder zum Spiel gegen Augsburg

Schalke siegt gegen Augsburg mit 1:0

Die aber nutzte Klaas-Jan Huntelaar (37.) nach starker Vorarbeit des überragenden Japaners Atsuto Uchida eiskalt zum 1:0-Siegtor. Es war aber auch das einzige Highlight einer Partie, die weder Schalker noch Augsburger Fans in besonders guter Erinnerung behalten werden. So unansehnlich und unattraktiv Schalkes Fußball derzeit ist - Effektivität und Ergebnisse stimmen.

In den drei Bundesliga-Partien unter Di Matteo landete "Königsblau" zwei Zu-Null-Siege, kassierte nur beim 0:1 in Leverkusen ein Gegentor. In den sieben Begegnungen zuvor mit Chefcoach Keller lag der Ball zwölfmal im Netz. "Ein bisschen Grundorganisation" habe er zunächst ins Team bringen müssen, erläuterte Di Matteo die Schwerpunkte seiner ersten Trainingswochen.

Keinen ansehnlichen Fußball gespielt

"Spielerisch können wir uns noch verbessern", räumte auch Di Matteo nach dem vierten Sieg im vierten Heimspiel gegen den FCA ein. Höwedes war das angesichts des Sprungs nach vorn erstmal egal: "Wir haben keinen ansehnlichen Fußball gespielt. Aber alles was zählt, sind die drei Punkte. Am Ende können wir froh sein, müssen uns den Mund abputzen und nach vorne schauen." Markus Weinzierls Frust war verständlich.

"Uns tut die Niederlage sehr weh, wir waren die bessere Mannschaft", analysierte der FCA-Coach nach der fünften Pleite in der Fremde: "Wir müssen es schaffen, aus unseren Chancen in den Auswärtsspielen auch mal ein Tor zu erzielen. Wenn uns das gelingt, werden wir in Zukunft auch auf des Gegners Platz punkten."

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