"Heiß auf BVB": Vor Revierderby kommt Schalke in Form

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GELSENKIRCHEN/DORTMUND - Schalke 04 kommt langsam in der Bundesliga wieder in die Spur. Bei Werder Bremen gelang ein wichtiger 3:0-Erfolg.

Der kurze Dank an die mitgereisten Fans nach dem ersten Saisonsieg war mehr eine Pflichtübung, alle auf Schalke dachten schon im Weserstadion nur noch an das 167. Revierderby am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund. "Ab sofort sind wir heiß auf den BVB", eröffnete Torhüter Ralf Fährmann das Ballyhoo direkt nach dem 3:0 (0:0)-Erfolg des Champions-League-Teilnehmers bei Werder Bremen. Hochmotiviert gab sich auch Maximilian Meyer, in der 48. Minute Torschütze zum wichtigen Führungstreffer bei den Norddeutschen: "Letztes Jahr hat es ja nicht geklappt, jetzt wird es endlich wieder Zeit für einen Derbysieg."

Ein Dreier gegen den Erzrivalen würde auch den Arbeitsplatz von Trainer Jens Keller weiter stabilisieren, der nach vier Ligapartien ohne Sieg nicht zum ersten Mal gefährdet schien. Und so nahm auch Sportvorstand Horst Heldt seinen Coach bis auf Weiteres aus der Schusslinie. "Nach einer sehr langen Durststrecke haben wir endlich mal wieder gewonnen, das war sehr wichtig", sagte der Ex-Nationalspieler. Besonders, weil auch die Leistung der Gäste, wenigstens nach dem Seitenwechsel, stimmte.

Bilder vom Schalke-Spiel in Bremen:

Werder Bremen - FC Schalke 0:3

Auch ohne mehr als ein halbes Dutzend Leistungsträger bekamen die Königsblauen die Partie nach weiteren Toren von Roman Neustädter (51.) und Tranquillo Barnetta (85.) immer besser in den Griff. Zumindest zum Tabellen-Mittelfeld haben die Gelsenkirchner den Kontakt also wieder hergestellt, die Hanseaten hingegen sind sportlich nach drei Partien ohne Niederlage zu Saisonbeginn auf die schiefe Bahn geraten. 13 Gegentore in fünf Spielen sind ein Rückfall in die Spätphase des mittlerweile zu Eintracht Frankfurt gewechselten Ex-Trainers Thomas Schaaf.

Sein Nachfolger Robin Dutt sieht darin mehr ein psychisches denn ein physisches Problem. "Uns stehen harte Wochen bevor, dass wird im mentalen Bereich Knochenarbeit für uns", prophezeite der Coach. Eine wirkliche Weiterentwicklung, so räumte er indirekt ein, habe es seit seinem Amtsantritt nicht gegeben: "Immer wieder bringen uns Aussetzer um den Lohn der Arbeit. Das haben wir leider seit 15 Monaten nicht annähernd im Griff."

Auch Ersatzkapitän Zlatko Junuzovic, ungeachtet der Bremer Niederlage bester Akteur auf dem Platz, fand deutliche Worte. "Der Start in die Saison ist nicht geglückt, das muss man nicht schön reden. Wir sind wieder da, wo wir nicht sein wollten. Jetzt müssen wir uns aufrappeln und regenerieren", sagte der österreichische Nationalspieler niedergeschlagen. Ein wenig Hoffnung mache ihm nur, "dass wir in der ersten Halbzeit super gespielt haben." Nur: 45 starke Minuten werden auch am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Nordduell beim VfL Wolfsburg kaum zum ersten Saisonsieg reichen. Und ohne ein solches Erfolgserlebnis wird man auf Dauer mitten im Abstiegskampf stecken. - sid

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