Schalke 04

Mendyl gibt nicht auf und will angreifen - wenn er darf

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Hamza Mendyl steht auf Schalke noch bis 2023 unter Vertrag.

Der von Trainer Huub Stevens Hamza Mendyl will in der neuen Saison auf Schalke angreifen. Allerdings scheint es fraglich, ob er das nach seinen Disziplinlosigkeiten noch darf.

Oelde – In den ersten Augenblicken wirkte Hamza Mendyl noch zurückhaltend. Schüchtern. Fast verspannt. Doch mit zunehmender Zeit wurde der 21 Jahre alte Linksverteidiger in Diensten von Schalke 04 lockerer. Gesprächiger. Geselliger.

So schnell, wie sich der Marokkaner an die Umgebung und Stimmung während des Besuches beim Fanclub „Die Axtbach-Knappen“ in Oelde gewöhnte, hat es sportlich für ihn noch nicht funktioniert. Im vergangenen Sommer für sechs Millionen Euro von OSC Lille gekommen, schaffte es Mendyl auf Schalke bislang nicht, Fuß zu fassen. Auf 16 Pflichtspiel-Einsätze (1001 Minuten auf dem Platz) bringt er es bislang. Zuletzt fand er bei den Profis gar nicht statt.

Wegen diverser Disziplinlosigkeiten spielte er – genauso wie Nabil Bentaleb – keine Rolle unter Trainer Huub Stevens. Zunächst in die U23 verbannt, trainierte das suspendierte Duo zuletzt sogar auf dem Nebenplatz „nur“ mit einem Trainer. Ohne Mannschaft. Eine ganz neue Situation für ihn: „Das hatte ich noch nie.“

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Mendyl und sein Problem mit Stevens

Die Disziplin ist Mendyls wohl größtes Problem. „Huub Stevens mag es überhaupt nicht, wenn man zu spät kommt. Deswegen haben wir ein paar Schwierigkeiten“, erklärte der 21-Jährige und zeigte dabei auf seine Uhr: Die müsse er wohl etwas umstellen. Dazu soll er auch jenseits der Einheiten Termine geschwänzt haben. Auf Nachfrage erläuterte Mendyl: „In Frankreich herrscht eine andere Mentalität. Da ist es nicht so tragisch, wenn man zu spät kommt. Aber ich bin erst 21, ich lerne dazu.“

Benjamin Stambouli kennt das. Schließlich ist der 28-Jährige Franzose, räumte seinerzeit selbst ein, dass er sich dahingehend umstellen musste. „Im ersten Jahr war es für mich auch nicht einfach“, sagte der Vize-Kapitän dem WA: „In Deutschland herrschen andere Gewohnheiten als in Frankreich oder Marokko. Hamza kommt aus einer anderen Kultur, er spricht noch nicht gut Deutsch. Manchmal muss ich ihm dann erklären, was er machen muss.“

Tatsächlich erwähnte Mendyl einige Male, dass gerade Stambouli ihn sehr unterstütze: „Einen Morgen hat er mich vor dem Training angerufen, dass ich frühzeitig losfahre, weil auf den Straßen viel Verkehr ist.“ Kleinigkeiten, die aber große Konsequenzen mit sich ziehen können.

"Zeigen, was ich drauf habe"

Trotz allem: Die Anhänger während des Treffens sprachen dem Marokkaner Mut zu. Hoffen, dass er sich auf Schalke durchsetzt. Mendyl, der noch bis 2023 bei den Königsblauen unter Vertrag steht, hätte nichts dagegen, zumal ihn dieser Zuspruch noch motiviere, „mein Bestes zu geben“. Daher kündigte er an, nicht aufgeben zu wollen: „Ich würde gerne auf Schalke bleiben. In der nächsten Saison möchte ich zeigen, was ich drauf habe.“

Wenn er sich an die deutschen Tugenden mit der Pünktlichkeit gewöhnt hat. „Einige brauchen einen Monat dafür, andere etwas länger“, meinte Stambouli. Offen ist, ob Mendyl dazu überhaupt die Chance auf Schalke bekommt. Sportvorstand Jochen Schneider kündigte bereits Veränderungen an und plant, den Kader mit Blick auf die kommende Spielzeit zu verkleinern. Mendyl gilt eben wegen seiner Disziplinlosigkeiten zu den großen Streichkandidaten. Es war in Summe dann wohl eine zu große Anlaufzeit für den jungen Marokkaner.

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