Neues Personal oder neues System?

Schalker Charakterfrage am Samstag gegen Hoffenheim

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Setzt Roberto die Matteo am Samstag wieder auf Max Meyer?

GELSENKIRCHEN - Nach der bitteren 0:3-Niederlage im Revierderby bei Borussia Dortmund ist der FC Schalke 04 um Rehabilitation bemüht. Am Samstag um 15.30 Uhr gastiert 1899 Hoffenheim bei den "Königsblauen".

Von Jens Greinke

Es waren keine schönen Transparente, die die Schalker Spieler in dieser Woche beim Training zu sehen bekamen. „Was für eine Schande“ stand auf einem, auf einem anderen „Versucht es mal mit 11 Mann“. Es waren die Nachbeben des 0:3-Debakels im Revierderby bei Borussia Dortmund am vergangenen Samstag.

Boateng und Kehrer:
Keinerlei Anfragen

Schalke-Manager Horst Heldt hat im Vorfeld der Partie gegen 1899 Hoffenheim dementiert, dass sich der Klub im Sommer von Kevin-Prince Boateng trennen will. „Es gibt diesbezüglich keine Signale, weder von uns noch von Kevin“, so der 45-Jährige: „Und es gab bislang auch keine Anfragen von anderen Vereinen.“

Ähnlich verhielte sich die Situation im Fall von Nachwuchsspieler Thilo Kehrer, der zum wiederholten Male mit Inter Mailand in Verbindung gebracht wurde. „Ich habe mit Thilo im Traininingslager im Januar gesprochen. Er sagte mir, dass er seine Zukunft eher auf Schalke sieht“, so Heldt. Weshalb der Verein für 18-Jährigen bereits ein Angebot zur vorzeitigen Verlängerung seines bis Sommer 2016 laufenden Vertrages ausgearbeitet habe. Zudem habe der Verein laut Heldt bislang keinen Kontakt zu Inter Mailand gehabt. - gre

„Ich habe totales Verständnis für so etwas. Die Fans haben das Recht, ihre Meinung auszusprechen“, sagt Roberto Di Matteo, der erstmals in seiner Amtszeit als Schalker Trainer in einer leichten Krise steckt: „Es war nicht angenehm, diese Plakate zu sehen. Aber wir haben es uns selbst eingebrockt.“

Die Transparente war schließlich vom Sicherheitsdienst abgehängt und in den Müll geworfen worden. Doch die Wut und die Enttäuschung in der Anhängerschaft lässt sich nicht so leicht entsorgen.

Indiskutable Leistung auf allen Ebenen

Dem verheißungsvollen Rückrundenstart mit zwei Siegen über Hannover 96 und Mönchengladbach (je 1:0) und dem 1:1-Remis gegen Bayern München folgte eine Durststrecke mit nur einem Zähler aus drei Spielen – und schließlich dem Tiefpunkt in Dortmund, wo die Schalker eine indiskutable Leistung auf allen Ebenen gezeigt hatten.

Gespannt warten die Schalker Fans nun auf die Konsequenzen Di Matteos. Der 44-Jährige hatte direkt nach der Partie beim BVB angekündigt, dass man nun „grundsätzlich“ über einige Dinge nachdenken müssen, unter anderen auch über das bis dahin recht zuverlässige 3-5-2-System.

Draxler und Farfan fehlen auf Außen

Doch in dieser Beziehung wird Di Matteo von der aktuellen Kaderstärke limitiert. Es fehlen weiterhin viele potenzielle Stammspieler, vor allem solche, die dem Schalker Spiel Tempo im Angriff geben könnten.

Fotostrecke: Schalke verliert 0:3 in Dortmund

Schalke verliert 0:3 in Dortmund

Die offensive Außenbahnen sind durch die Ausfälle von Julian Draxler und Jefferson Farfan weiterhin verwaist. Auch im Zentrum sind die Alternativen dünn: Zum einen, weil Kevin-Prince Boateng sich zuletzt in desolater Verfassung präsentierte; zum anderen, weil Di Matteo noch kein uneingeschränktes Vertrauen zu Max Meyer zu haben scheint.

Trainer denkt über personelle Änderungen nach

Das 19-jährige Mittelfeld-Talent war beim BVB überhaupt nicht zum Einsatz gekommen, obwohl der Mannschaft jegliche Inspiration im Spiel nach vorne gefehlt hatte.

In Dortmund ziemlich ratlos: Roberto Di Matteo. Und am Samstagnachmittag gegen Hoffenheim?

Zwar trainiert Di Matteo unter der Woche „in zwei verschiedenen Systemen“, doch dürfte er am Samstag im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr) an der bewährten 3-5-2-Lösung festhalten.

„Ich habe noch nicht entschieden, was die beste Lösung ist“, sagt Di Matteo und ergänzt mit Blick auf die Partie in Dortmund: „Es war nicht eine Frage des Systems. Deshalb denke ich über personelle Änderungen nach.“ Was unter anderen eine neue Chance für Max Meyer bedeuten dürfte.

"Man darf nun nicht alles schlecht reden"

Di Matteo appelliert an die Fans, die Ruhe zu bewahren. „Man darf nun nicht alles schlecht reden“, sagt der Schalke-Coach und erinnert daran, „dass vor nicht allzu langer Zeit noch auf Rang drei gestanden haben“.

Horst Heldt hingegen erwartet, „dass das Publikum am Samstag nicht von Anfang an auf unserer Seite stehen wird“. Weshalb Schalkes Manager ein deutliche Reaktion von seiner Mannschaft fordert: „Es wird vom Charakter abhängen, wie wir uns dieser schwierigen Aufgabe stellen. Das Schöne daran ist aber, dass man die Situation aktiv selbst verändern kann“, so der 45-Jährige.

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