Stevens gegen Schalke: "Es ist nichts Besonderes"

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Huub Stevens

STUTTGART - Ein Spiel gegen Schalke? Ist für den Trainer Huub Stevens nichts Besonderes mehr. Mit dem VfB Stuttgart ist er genug beschäftigt. Stuttgart (SID) Gefühle, gibt Huub Stevens zu, "Gefühle sind da". Wäre ja auch noch schöner. Aber, sagt Huub Stevens auch, "es ist nichts Besonderes".

Nichts Besonderes? Nein, betont er, ein Spiel gegen Schalke 04 wie am Samstag mit dem VfB Stuttgart sei nichts Besonderes für ihn. "Ich kenne das, ich weiß, wie das ist", betont der Niederländer.

In der Tat: Der Schalker "Jahrhunderttrainer" mag gefühlt noch immer bei den Königsblauen sein, als Trainer dreier anderer Bundesligisten war er aber schon fünf Mal ihr Gegner. Also, ja, Gefühle sind da, bekennt Stevens, "aber die musst Du ausschließen", denn: "Die Vergangenheit ist nicht so wichtig, die Zukunft ist wichtiger."

Und die Zukunft hält für Stevens eine sehr einfache Aufgabe bereit: Den VfB Stuttgart vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren. Zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, in diesem Frühjahr, ist es ihm gelungen, unter anderem mit einem 3:1 gegen Schalke 04 vier Spieltage vor Schluss. In dieser Saison wird das Rückspiel übrigens ebenfalls am 31. Spieltag stattfinden. Stevens schaut nicht zurück, er schaut auch nicht zu weit nach vorne, höchstens bis zum nächsten Gegner, und der heißt eben nur zufällig Schalke 04.

Was Stevens beschäftigt, ist die Gegenwart - und mit der hat er genug zu tun. Sie hat sich sehr gut angelassen mit dem 4:1 am vergangenen Freitag beim SC Freiburg, nun sind es bis zur Winterpause noch vier Spiele. Wie viele Punkte bis dahin geholt werden sollen, fragten ihn die Stuttgarter Nachrichten. "Darüber mache ich mir keine Gedanken", antwortete Stevens.

Mehr Gedanken macht sich der "Knurrer von Kerkrade" darüber, wie er gute Laune und eine positive Stimmung verbreiten kann. "Viele Leute", sagte er den Stuttgarter Nachrichten, "sind enttäuscht, dass der VfB wieder gegen den Abstieg spielt. Aber gerade in der Enttäuschung musst du positiv denken, so erreichst Du mehr, als wenn Du miesepetrig bist. Das war vergangene Saison auch so." Und so fordert er seine Spieler auf, schon jedes Tor im Training zu genießen und die Glücksgefühle auch zu zeigen.

Stevens hat auch zugegeben, dass er bei manchen Spielern, vor allem jenen, die ihn bereits aus der vergangenen Saison kannten, "gewisse Vorbehalte" gegen sich gespürt habe. Wohl nicht zuletzt deshalb gibt er sich äußerst kommunikativ - vor allem aber auch, weil er eine gewisse Sprachlosigkeit beim VfB ausgemacht hat. "Ich gehe oft auf die Spieler zu. Sie kommen nicht so oft. Aber ich beiße nicht. Die Spieler müssen auch untereinander sprechen", erklärt Stevens.

Was das Spiel gegen Schalke angeht: Georg Niedermeier ist noch nicht fit, auch nicht Vedad Ibisevic. Daniel Didavi könnte wieder dabei sein. Ebenso Oriol Romeu und Daniel Schwaab, beide waren im vergangenen Spiel gesperrt. Alles am Ende aber kein Vergleich zu dem, was sein ehemaliger Verein zu bieten hat, betont Stevens.

Die Schalker Stärken? "Schauen sie sich mal den Kader an. Das sagt alles", sagt er. Allein schon an Klaas-Jan Huntelaar werde das deutlich, "es gibt nicht so viele wie ihn". Von den fünf Spielen gegen Schalke 04 hat Stevens übrigens drei gewonnen, eines unentschieden gespielt und nur eines verloren, am 30. November 2003 mit Hertha BSC (1:3). Danach wurde er entlassen. - sid

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