Schalke weiter im Rennen um Europa

Embolo befreit sich vom lästigen Preisschild

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Gefühlt ein doppelter Torschütze: Breel Embolo (rechts) wird von Alessandro Schöpf und Guido Burgstaller gefeiert.

Schalkes jungem Stürmer Breel Embolo gelingen gegen Hoffenheim fast zwei Tore. Womit er sich von einer Last befreit.  

Gelsenkirchen - Als Breel Embolo den Ball zum zweiten Mal an diesem Tag in die Maschen geschossen hatte, war von einer Last, die auf seinem bulligen Körper drücken könnte, nichts zu spüren. Der junge Schweizer setzte sein breites Lächeln auf und drehte beschwingt jubelnd ab. Es könnte ein sehr wichtiger Moment in der Saison des 21-Jährigen gewesen sein. Denn von dem „Preisschild“ um Embolos Hals, von dem Sportvorstand Christian Heidel später sprechen sollte, war nichts zu merken.

Es war ein aufregender Abend für Embolo gewesen, der schließlich einen guten Ausgang sowohl für sein Team als auch für ihn selbst bereits hielt. Der 2:1 (2:0)-Sieg der Schalker über 1899 Hoffenheim sorgte nach zwei Niederlagen in Folge wieder für einen wichtigen Drei-Punkte-Erfolg für die Knappen. Und bewies Embolo, dass er sein Haupt in Zukunft wieder etwas höher tragen kann, wenn man den Worten des Schalker Sportvorstandes glauben kann. Denn: „Breels Kopf hing nach unten, weil er ein Preisschild um den Hals hängen hatte“, sagte Heidel mit leichtem Vorwurf an den ein oder anderen journalistischen Begleiter des Vereins. Tatsächlich waren in den vergangenen Wochen Berichte aufgetaucht, in denen die Eignung des Schweizers in Frage gestellt worden war, der vor eineinhalb Jahren vom FC Basel gekommen war und mit 22,5 Millionen Euro zur teuersten Verpflichtung der Schalker Vereinsgeschichte aufstieg. „Da gibt es Leute, die erwarten drei Tore im Spiel von ihm“, meinte Heidel – und gab schnell zu verstehen, dass er von dieser Einstellung rein gar nichts hält. „Er braucht vor allem Zeit. Und die geben wir ihm“, sagte der Schalker Sportvorstand mit Hinweis auf das jugendliche Alter und die schwere Verletzung, die Embolo fast ein Jahr seiner Karriere gekostet hatte. Und der 54-Jährige durfte sich schließlich bestätigt sehen.

Heidels Leiden nach dem Videobeweis

Zumal Embolo wenn nicht drei, dann doch fast zwei Tore erzielt hatte. Seinem ersten Treffer zum vermeintlichen 2:0 in der 14. Minute war nachträglich per Videobeweis die Anerkennung verwehrt worden. „Da bin ich ja fast gestorben“, meinte Heidel mit väterlicher Fürsorge, nachdem Embolo bereits die ein oder andere Ehrenrunde gedreht und sich unbändig gefreut hatte. Doch im Videoraum in Köln war schließlich auf knappes Abseits entschieden worden. Statt enttäuscht oder wütend zu sein, reagierte er wie ein untadeliger Sportsmann. „Die Entscheidung war richtig, das muss ich fairerweise sagen. Ich habe dann einfach weiter gemacht“, erzählte der 21-Jährige. Und wurde wenig später belohnt, als er Hoffenheims Abwehrchef Kevin Vogt so stark bedrängte, dass diesem ein fürchterlicher Ballverlust unterlief. Embolo eroberte die Kugel und schob sie zum extrem wichtigen 2:0 ins Netz (28.). „Das Tor geht zu 80 Prozent auf unser Videoteam“, lobte Embolo nachher die Analysten im Stab. Diese hätten bei der Spielvorbereitung darauf hingewiesen, dass Vogt „ein sehr mutiger“ Abwehrspieler sei. Was der Hoffenheimer Kapitän später selbst bestätigte: „Ich will immer eine fußballerische Lösung finden.“ Auch wenn das bedeute, „mutig und mit Risiko zu spielen“.

Der Kampf um Europa bleibt eng

Während die Schalker am Wochenende auf den eigensinnigen und egozentrischen Nabil Bentaleb vorerst als Stütze verzichteten, scheint Embolo auf dem besten Wege, eine stabile Säule im Team zu werden. Sein reguläres Tor nach der Schalker Führung durch Thilo Kehrer (11.) war schließlich der Grundstein zum Sieg, nachdem die Mannschaft von Cheftrainer Domenico Tedesco zuletzt sehr oft eine 1:0-Führung verspielt hatte. Für die Hoffenheimer hatte es am Ende nur noch für den Anschlusstreffer durch Andrej Kramaric (78.) gereicht.

Ein Sieg wohl genau zur rechten Zeit. Der Kampf um die internationalen Plätze bleibt eng, am kommenden Sonntag müssen die Königsblauen bei Bayer Leverkusen antreten. Danach warten weitere Duelle mit der direkten Konkurrenz.

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