Nach 1:1 gegen Maribor

Klaas-Jan Huntelaar spricht wieder Klartext

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Torschütze Klaas-Jan Huntelaar.

GELSENKIRCHEN - Während es Manager Horst Heldt am Dienstagabend vorzog, gar nichts zu sagen, und Trainer Jens Keller die vermeintliche Überbelastung der Mannschaft als Grund für das enttäuschende und desillusionierende 1:1 (0:1)-Remis in der Champions League gegen NK Maribor heranzog, war es mal wieder Klaas-Jan Huntelaar, der Klartext sprach.

Von Jens Greinke

„Wir können nicht zufrieden sein. Wir waren zu leichtsinnig und zu langsam“, sagte der niederländische Torjäger und ergänzte: „Wir hätten Maribor einfach wegspielen müssen.“

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Huntelaar, der bereits nach der 1:4-Meisterschafts-Pleite bei Borussia Mönchengladbach sehr deutliche Worte gefunden hatte („Wir brauchen einen Plan“), sprach somit aus, was sich wohl viele Augenzeugen der Partie ebenfalls gedacht hatten: Dass die Schalker zwei Punkte gegen diese allenfalls durchschnittliche Mannschaft aus Slowenien einfach hatten liegen lassen.

Dabei war alles für einen festlichen Abend in der Königsklasse bereitet: Die Schalker Fans waren nach dem Derbysieg über Borussia Dortmund in Hochstimmung ins Stadion gekommen und hatten ihre Mannschaft von Beginn an gepusht.

Und mit NK Maribor war ein Gegner angereist, den eine in Normalform spielende Schalker Mannschaft wohl tatsächlich weggespielt hätte, wie Huntelaar es ausgedrückt hatte. Doch was heißt auf Schalke derzeit schon Normalform?

Jens Keller gab sich nach er Partie zunächst trotzig: „Dann holen wir uns die Punkte woanders. Wir werden das Achtelfinale erreichen.“ Dann führte er den Kräfteverschleiß der vergangenen Wochen als Hauptgrund für die magere Vorstellung gegen Maribor an: „Einige Spieler gehen auf dem Zahnfleisch.“

Als der 42-Jährige erneut gefragt wurde, warum sich seine Mannschaft gegen die vermeintlich kleinen Teams immer so schwer tue, sagte er schmalllippig: „Diese Diskussionen langweilen mich.“

Im Schalker Umfeld herrscht diese Langeweile keineswegs: Seit Wochen versuchen Fans und Berichterstatter zu ergründen, weshalb das Knappen-Team diesen enormen Leistungsschwankungen unterliegt. Die Belastung kann nicht der alleinige Grund sein, ansonsten wäre weder ein derartiger Leistungsabfall noch ein derartiger Leistungsanstieg wie zum Beispiel im Derby innerhalb weniger Tage möglich.

Fotostrecke: Das 1:1 gegen Maribor

Schalke spielt 1:1 gegen NK Maribor

Dass die Knappen gegen Maribor nur mit großer Mühe ein Remis holten, lag wohl auch an dem Umstand, dass Jens Keller gleich auf vier Positionen rotiert hatte. Tranquillo Barnetta war auf der Zehner-Position bemüht, aber heillos überfordert; Verteidiger Kaan Ayhan sah in manchen Situationen alles andere als glücklich aus.

Nach dem 0:1-Rückstand durch Dmajna Boha (37.) drohte lange Zeit sogar eine Niederlage gegen den krassen Außenseiter, ehe Huntelaar in der 56. Minute zumindest den Ausgleich herstellte. Dass beide Treffer durch Abseitspositionen irregulär waren, durfte als ausgleichende Gerechtigkeit angesehen werden.

Dennis Aogo ärgerte sich letztlich über die Pfiffe im Stadion: „Das ist Champions League, da ist es nicht selbstverständlich, dass du den Gegner mit 3:0 oder 4:0 abschießt“, schimpfte der Verteidiger. Außer acht lassend, dass die meisten der Schalker Fans wohl mit einem schmucklosen Sieg zufrieden gewesen wären.

Der einzige Vorteil der Schalker Wankelmütigkeit ist momentan der Umstand, dass sie auch kommende Gegner mächtig irritiert. So sagte Markus Gisdol, Trainer des nächsten Gegners 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr): „Wir müssen uns auf etwas einstellen, auf das wir uns nicht einstellen können. Wir wissen nicht, was sie abliefern.“

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